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Pferd: Haarlinge

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Werneckiella equi equi, Beißlaus

Haarlinge gehören zu den Ektoparasiten des Pferdes. Sie werden auch Beißläuse genannt. Haarlingsbefall betrifft vorwiegend Pferde mit dichtem, langem Haarkleid. Hauptsächlich tritt er im Herbst und Winter bei Stallhaltung, eher feuchter Umgebung und schlechter Pflege auf. Pferde, die durch Wurmbefall, mangelhafte Haltung oder andere Erkrankungen geschwächt sind, werden auch häufiger von Haarlingen geplagt.

Ursachen

Die Ursache ist ein Befall mit dem Pferdehaarling (Werneckiella equi equi).

Diese Haarlingsart befällt ausschließlich Pferde.

Abb. GQJ750EE
Abb. GQJ750EE: Schematische Darstellung eines Haarlings mit Ei.

Haarlinge leben permanent auf dem Pferd. Sie bevorzugen die Mähnen- und Schweifregion, können sich aber auch auf dem ganzen Pferd ausbreiten. Haarlinge legen täglich etwa 1 – 2 Eier in das Fell des Pferdes. Innerhalb von 7 Tagen schlüpfen daraus Larven. Über zwei weitere Larvenstadien entwickeln sich innerhalb von zwei Wochen die erwachsenen Haarlinge. Die Haarlinge nagen Haare und die obersten Hautschichten ab und ernähren sich davon und von dem austretenden Gewebswasser.

Ansteckung

Haarlinge werden durch direkten Kontakt von Pferd zu Pferd übertragen. Je enger die Pferde beieinander stehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung.

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Haarausfall
  • Unruhe

Symptome

Die Bisse der Haarlinge und ihre Bewegungen auf der Haut verursachen starken Juckreiz und Unruhe bei den Pferden. Es entstehen haarlose Bereiche, an denen durch das Nagen der Haarlinge das Fell ausgefallen ist. Durch das Scheuern und Kratzen der Pferde können zusätzlich Hautabschürfungen entstehen, die sich durch eine Sekundärinfektion mit Bakterien entzünden können.

Abb. GQJ7A8X2
Abb. GQJ7A8X2: Haarlinge am Mähnenkamm eines Pferdes.

Diagnose

Fellpartien, die wie abgeschnitten aussehen, in Verbindung mit starkem Juckreiz geben einen Hinweis auf einen Haarlingsbefall, der aber durch einen Erregernachweis abgesichert werden muss.

Beim genauen Durchsuchen des Fells kann man die ca. 1,2mm großen, weißen Eier an den Haaren finden. Die sehr beweglichen erwachsenen Haarlinge werden bis zu 1,8mm lang und sind durch einen großen Kopf gekennzeichnet, der deutlich breiter als die Brust ist.

Abb. GQJ7EEDI
Abb. GQJ7EEDI: Ein Haarling unter dem Lichtmikroskop.

Normalerweise sind die Haarlinge nicht einfach zu finden. Wenn das Pferd aber z.B. durch Arbeit warm wird, kommen die Haarlinge hervor. Beim Bürsten des Pferdes kann man ein weißes Handtuch unterhalten oder die Bürste auf dem Handtuch ausklopfen, dann kann man die bräunlich gelben Haaarlingsstadien leichter finden.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt durch äußerliche Anwendung von Präparaten, die Larven und erwachsene Haarlinge abtöten. Diese können z.B. durch Waschungen oder Sprays aufgebracht werden. Die Anwendung muss nach etwa 7 Tagen wiederholt werden, wenn aus den Eiern neue Haarlingslarven geschlüpft sind.

Es ist wichtig, dass alle Pferde eines Bestandes in die Behandlung mit einbezogen werden und gleichzeitig behandelt werden.

Prognose

Bei konsequenter Behandlung aller Pferde und Einhaltung der Behandlungsintervalle lassen sich Haarlinge sicher bekämpfen.

Vorbeugung

Pferde, die neu in einen Bestand hinzukommen, sollten tierärztlich untersucht werden. Bei Verdacht können sie auch vorsorglich behandelt werden.

Tipps

Scheren Sie das Fell Ihres Pferdes, um so bereits Eier und Parasiten zu reduzieren und die Rückzugsmöglichkeiten für die Haarlinge zu verringern. Außerdem ist es so leichter, das Pferd zu waschen und Sprays etc. können leichter das Fell durchdringen.

ACHTUNG

Haarlinge können die Viren der equinen infektiösen Anämie übertragen.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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22.03.2014: Jayzi
Gott sei Dank brauchte ich mich in fast 40 Jahren in den ich mit Pferden zu tun hatte nicht mit Haarlingen auseinandersetzen und bin zum Glück keine Tierärztin was DAS Studium anbelangt.
Aber ich frage mich ob Wildpferde bei einer so gesehenen " ungepflegten " Erkrankung damit viel zu tun haben, was mir per Bildern aus dem Fernseher nicht so aufgefallen ist. Ich schwöre auf Pflege und Hygiene, was ein Wildpferd nicht so DIREKT genießt. in wie fern ist es da eigentlich so verbreitet, wie z.B. im Ausland. Auf der einen Seite soll man Robustpferde nicht übermäßig putzen, damit die natürliche Schutzschicht der Haut erhalten bleibt und soweit scheinen auch Pferde die gut in Schuss sind davon betroffen zu sein. Oder kommt es bei bestimmten Rassen oder auch Haltungen öfter vor? Naja, Hauptsache man bekommt sie los.

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