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Pferd: Durchtrittigkeit

Allgemeines

Als Durchtrittigkeit bezeichnet man eine übermäßige Streckung des Fesselgelenks, die dazu führen kann, dass die hintere Fläche des Fesselkopfes den Boden berührt. Einige Pferde fußen auch nicht mehr auf der gesamten Hufsohle, sondern nur noch auf dem Ballen.

Durchtrittigkeit tritt meistens bei neugeborenen Fohlen auf. Diese Fohlen haben wahrscheinlich eine angeborene Gewebeschwäche der Beugesehnen. Überwiegende Stallhaltung kann bei Fohlen, die ohnehin weich und lang gefesselt sind, zu einem verstärkten Zug auf die Beugesehnen führen, so dass diese ausleiern. Mehrmals tägliche leichte Bewegung auf festem Boden hingegen trainiert und stärkt die Sehnen.

Durchtrittige Fohlen müssen kontrolliert auf festem Boden bewegt werden. Die Sehnen können durch das Anbringen orthopädischer Hufschuhe oder Hufeisen unterstützt werden. Diese haben besonders lange Schenkel, um das Durchtreten zu verhindern und die Fessel zu unterstützen. Unter Umständen können leichte Schutzverbände angelegt werden um zu verhindern, dass die Fohlen ihre Fesselköpfe wundlaufen. Die Sehnen sollten aber nicht bandagiert werden, damit sie sich kräftigen können. Nur in besonders hochgradigen Fällen, besonders bei unreifen Fohlen, müssen die Beine geschient werden, um den Sehnen die Möglichkeit zur Stabilisierung zu geben.

Eine operative Methode besteht im Verkürzen der Beugesehne. Diese Methode sollte jedoch nur als letzter Ausweg in Betracht gezogen werden, da sie sehr aufwendig ist und einen massiven Eingriff darstellt.

Durchtrittigkeit zeigt sich auch bei Pferden, bei denen die Beugesehnen angerissen oder vollständig durchgerissen sind oder die einen Gleichbeinbruch (Querfraktur) haben. Näheres zum Thema Sehnen lesen Sie bitte im Kapitel Sehnenentzündung nach.

Einige Pferde, die lange ein Bein unter einem Stützverband, z.B. einem Cast-Verband hatten, können nach Abnahme des Verbandes eine vorübergehende Durchtrittigkeit zeigen. Die Sehnen sind dann durch die längerfristige Entlastung geschwächt. Im gleichen Fall kann auch eine Überlastung des gesunden Beins zu Durchtrittigkeit führen. In beiden Fällen kann ein langschenkeliges Hufeisen die Sehne unterstützen und gezielte Bewegung die Sehne wieder kräftigen.

Abb. GQCLCSE3
Abb. GQCLCSE3: Deutliche Durchtrittigkeit in Folge einer Sehnenverletzung.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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27.11.2013: manou
Hallo, ich habe mal eine frage.Ein stutfohlen mit 1,5 jahren welches durchtrittig ist. Hinten und überwiegend oder mehr auf einer seite, besteht da die Möglichkeit das man das mit Training und hufschmied hinbekommt?

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