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Pferd: Darmpechverhaltung

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Mekoniumverhaltung

Als Darmpech oder Mekonium wird der erste Kot des Fohlens bezeichnet. Er besteht aus dunklen, festen Kugeln.

Abb. GQC83WDT
Abb. GQC83WDT: Darmpech eines Fohlens.
Je nach Größe des Fohlens kann es bis zu 500g betragen

Das Darmpech entsteht während der Entwicklung des Fohlens. Bereits im Mutterleib schluckt das Fohlen Fruchtwasser, Haare usw. ab. Zusammen mit verschiedenen Sekreten und Geweberesten wird im Darm des Fohlens daraus das Darmpech gebildet. Normalerweise wird die Darmtätigkeit des neugeborenen Fohlens durch das Saugen am Euter und die Aufnahme von Kolostrum angeregt und das Darmpech wird in den ersten 6 – 8 Lebensstunden ausgeschieden. Wenn das Darmpech aber sehr hart ist, kann die Ausscheidung schwierig sein. Bei Hengstfohlen besteht zudem ein Engpass im Becken, so dass besonders männliche Fohlen an Darmpechverhaltung erkranken.

Fohlen mit Darmpechverhaltung verhalten sich zunächst ganz normal. Nach einigen Stunden fangen sie an, vermehrt zu pressen.

Abb. GQC8552O
Abb. GQC8552O: Sägebockartige Stellung.
Dieses Fohlen drängt, das bedeutet, es versucht Kot oder Harn abzusetzen.

Weitere Koliksymptome kommen hinzu. Die Fohlen liegen dabei häufig auf dem Rücken. Bei längerem Bestehen werden die Fohlen teilnahmslos und trinken nicht mehr.

Abb. GQC88LKM
Abb. GQC88LKM: Fohlen in Seitenlage.
Wenn sich das Fohlen wiederholt nach seinem Bauch umsieht oder sich auf den Rücken dreht, ist das ein Anzeichen für Bauchschmerzen. Fohlen wälzen sich in der Regel nicht so heftig wie erwachsene Pferde, wenn sie Bauchschmerzen haben.

Die Behandlung der Mekoniumverhaltung gelingt in den meisten Fällen mit Einläufen (Klysma, Klistier). Fohlen, die schon sehr geschwächt sind oder bei denen die Darmschleimhaut bereits Schaden genommen hat, müssen unter Vollnarkose operiert werden. Begleitende Maßnahmen können Infusionen und eine Antibiose umfassen.

Wenn das Fohlen gelblichen, weichen Milchkot absetzt, ist in der Regel das gesamte Darmpech ausgeschieden.

Da Darmpechverhaltung bei Hengstfohlen recht häufig auftritt, kann man diesen direkt nach der Geburt ein handelsübliches Klistier verabreichen, um den Abgang des Darmpechs zu erleichtern.

Abb. GQC8DOF7
Abb. GQC8DOF7: Anwendung eines kommerziellen Klistiers (Einlauf).
Das Fohlen wird von einer Person um die Brust und die Hinterbeine herum festgehalten. Eine weitere Person, die Handschuhe tragen sollte, ergreift den Schweif des Fohlens und führt den Schlauch des Klistiers in den Enddarm ein.

Abb. GQC8F69N
Abb. GQC8F69N: Gabe des Klistiers.
Die Flüssigkeit wird aus dem Klistier herausgedrückt und die entleerte Hülle entfernt. Nun kann man noch für kurze Zeit den Schweif an das Hinterteil des Fohlens drücken, damit die Klistierflüssigkeit nicht sofort herausgepresst wird.

Eine mit ähnlichen Symptomen verlaufende Erkrankung besonders neugeborener Hengstfohlen ist die Harnblasenruptur.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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