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Pferd: Abszess

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Eiterbeule

Als Abszess bezeichnet man einen mit Eiter gefüllten Hohlraum. Meistens liegen Abszesse sicht- und tastbar im lockeren Unterhautbindegewebe. Tief liegende Abszesse sind hingegen mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Einige spezielle Krankheitsbilder wie beispielsweise Druse oder Hufgeschwüre sind ebenfalls durch die Bildung von Abszessen gekennzeichnet und werden in gesonderten Beiträgen ausführlich erläutert.

Ursachen

Am häufigsten entstehen Abszesse durch infizierte Stichwunden. Dabei gelangen so genannte eiterbildende Bakterien in die Unterhaut. Oberflächlich schließt sich der Stichkanal durch Verklebung, so dass die eingedrungenen Bakterien unter Luftabschluss ideale Vermehrungsbedingungen vorfinden. Die entstehende Entzündung wird durch körpereigene Schutzmechanismen örtlich begrenzt, es entsteht eine Abszesskapsel. Im Inneren der Kapsel bildet sich durch Zerfall von Gewebe und Bakterien dann der Eiter.

Im Inneren des Körpers können sich ebenfalls Abszesse bilden. Dazu müssen eiterbildende Bakterien im Körperinneren verteilt werden. Dies kann über eine tiefe Verletzung erfolgen oder im Rahmen einer systemischen Erkrankung, bei der die Erreger über das Blut oder die Lymphflüssigkeit im Körper verteilt werden.

Ansteckung

Ein Abszess an sich ist nicht ansteckend. Meistens handelt es sich um unspezifische Eiterbildner, die regelmäßig in der Umgebung des Pferdes zu finden sind. Allerdings muss beachtet werden, dass sich im Eiter immer noch massenhaft Bakterien befinden können, die bei Übertragung durch Personen und Gegenstände (z.B. Putzzeug) andere Wunden infizieren können, man spricht dann von einer so genannten Schmierinfektion. Spezifische Eiterbildner wie die Druseerreger sind hingegen sehr ansteckend.

Leitsymptom

  • Schwellung
  • Wärme

Symptome

Abszesse der Unterhaut stellen sich als vermehrt warme, umschriebene Umfangsvermehrungen dar, die zunächst fest und schmerzhaft sind und mit Fieber einhergehen können.

Abb. GQ9JN64E
Abb. GQ9JN64E: Abszess der seitlichen Kehlgangslymphknoten im Rahmen einer Druse.

Im Verlauf der Abszessreifung wird die Abszesskuppel weich. Der Abszess kann sich öffnen und seinen eitrigen Inhalt entleeren, was sofort zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens des Pferdes führt.

Abb. GQ9JPH38
Abb. GQ9JPH38: Aus dem eröffneten reifen Abszess entleert sich gelblicher Eiter.

Öffnet sich ein Abszess im Körperinneren, führt die Überschwemmung mit Bakterien und Zerfallsprodukten zu einem lebensbedrohlichen Schock des Pferdes.

Diagnose

Die Diagnose wird häufig schon durch die Allgemeinuntersuchung und den Tastbefund gestellt. In unklaren Fällen können eine Ultraschalluntersuchung und eine Probe- Punktion nötig sein.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist die Reifung des Abszesses. Der reife Abszess öffnet sich entweder von allein oder wird an der weichsten Stelle und eventuell noch am tiefsten Punkt eröffnet und ggf. gespült. Die Heilung eines Abszesses erfolgt immer aus der Tiefe der Abszesshöhle heraus, das bedeutet, dass die Hautöffnung bis zuletzt offen bleiben muss. Diese Art der Wundheilung nennt man sekundäre Wundheilung. Es kann nötig sein, die Abszesshöhle über mehrere Tage zu spülen oder eine Drainage einzulegen, damit sie sich nicht erneut mit Eiter füllen kann. Je nach Ausmaß und Lage der Abszesshöhle und Umgänglichkeit des Pferdes kann der Tierhalter die Wunde selber spülen oder muss seinen Tierarzt damit beauftragen.

Bei schwerer Störung des Allgemeinbefindens kann zusätzlich eine Antibiose verabreicht werden.

Prognose

Bei Abszessen der Unterhaut ist die Prognose gut. Treten Abszesse im Körperinneren des Pferdes auf, so ist die Prognose ungünstig.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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