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Pferd: West-Nil-Fieber

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: West Nile Fever

Das West-Nil-Fieber ist eine Virusinfektion, die eine Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks (Zentralnervensystem) verursacht. Die Erkrankung wurde zuerst in Afrika gefunden. Inzwischen findet man das West-Nil-Fieber auch in Europa und vor allem in den USA, wo seit 1999 die Zahl der Krankheitsfälle rasch zunimmt. Auch beim Menschen führt das West-Nil-Fieber besonders in den USA zu Todesfällen.

Ursachen

West-Nil-Fieber wird durch das West-Nil-Virus (WNV) verursacht. Verschiedene Säugetiere (z.B. Pferd, Fleischfresser, Mensch) und Vögel (z.B. Krähen) können sich mit dem Virus infizieren und erkranken. Einige Vogel- und auch Säugetierarten können das Virus auch in sich tragen, ohne zu erkranken. Sie stellen damit ein Reservoir für den Erreger dar.

Man kennt verschiedene Stämme dieses Virus, die unterschiedlich stark krankmachende Eigenschaften aufweisen. So findet man in Südafrika kaum Krankheitserscheinungen, obwohl sich viele Pferde mit dem dort ansässigen Virusstamm infizieren, während in Europa und in den USA viele der infizierten Pferde auch erkranken.

Ansteckung

Die Ansteckung erfolgt immer über blutsaugende Insekten, vor allem Mücken. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier oder Mensch ist ausgeschlossen. Somit ist das Auftreten der Erkrankung an die Aktivitätsphase der Insekten während der wärmeren Jahreszeit gebunden. In warmen Regionen tritt West-Nil-Fieber auch ganzjährig auf.

Beim Mückenstich gelangt das Virus in den Körper des Pferdes und verbreitet sich mit dem Blut (Virämie). So gelangt es auch in das Zentralnervensystem, wo es sich festsetzt und zu ausgeprägten Entzündungserscheinungen führt.

Leitsymptom

  • Zittern
  • Schwanken

Symptome

Die Symptome werden durch die Hirn-Rückenmark-Entzündung hervorgerufen und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Folgende Symptome können auftreten:

  • Verhaltensänderung
  • Schreckhaftigkeit
  • Muskelzittern
  • unkoordinierte Bewegungen
  • Schwanken
  • Zwangsbewegung
  • Festliegen
  • Lähmung
  • Tod

Diagnose

Die Symptome erlauben lediglich eine Verdachtsdiagnose. Die Diagnose muss durch Laboruntersuchungen gesichert werden:

  • Direkter Erregernachweis: Während der Virämiephase kann das Virus in einer Probe (Speichel, Blut, Liquor) nachgewiesen werden. Auch später gelingt es noch, mittels einer PCR Erbgut des Erregers (DNA) in solchen Proben oder nach dem Tod des Pferdes auch in Organen (Gehirn, Rückenmark) nachzuweisen.
  • Indirekter Erregernachweis: Das WNV stimuliert das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern, die man im Blut nachweisen kann. Eine akute Infektion führt zu einem Anstieg dieser Antikörper, der durch wiederholte Blutuntersuchungen festgestellt werden kann (so genannte gepaarte Serumproben).

Behandlung

Es gibt keine direkte Behandlung des West-Nil-Virus. Man kann nur versuchen, durch symptomatische Behandlung die Symptome der Erkrankung zu lindern und die Selbstheilungskraft des Körpers zu unterstützen.

Eine symptomatische Behandlung kann folgende Maßnahmen beinhalten:

Prognose

Die Prognose für eine vollständige Genesung eines an West-Nil-Fieber erkrankten Pferdes hängt von der Schwere der Symptome ab. In den USA wird die durchschnittliche Todesrate mit 35 – 40% angegeben. Von den überlebenden Pferden entwickeln ca. 40% eine dauerhafte Gangstörung und Verhaltensauffälligkeiten.

Vorbeugung

In den USA und inzwischen auch in Deutschland gibt es Schutzimpfungen gegen WNV, die aber nicht routinemäßig durchgeführt werden.

Als Vorbeugungsmaßnahme eignet sich nur der Schutz der Pferde vor Mücken:

  • Aufstallen der Pferde während der Aktivitätsphase der Mücken
  • Anwendung von mückenabwehrenden Präparaten (Sprays etc.)
  • Mückennetze vor Stalleingängen
  • Trockenlegen von Wasserflächen (reduziert Brutplätze der Mücken)

Tipps

Übermäßiges Krähensterben kann auf West-Nil-Fieber hindeuten.

ACHTUNG

West-Nil-Fieber ist eine Zoonose und zählt zu den anzeigepflichtigen Erkrankungen beim Pferd.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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