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Pferd: Satteldruck

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Druckstelle

Als Satteldruck bezeichnet man eine Quetschung der Haut durch den Sattel, die zu Gewebeschäden führt. Diese Veränderungen können unterschiedlich stark ausgebildet sein.

Ursachen

Die Ursache liegt meistens in einem nicht optimal aufliegenden Sattel und/oder in einer zu starken Druckeinwirkung durch das Reitergewicht.

Ein optimal aufliegender Sattel bietet genügend Bewegungsfreiheit im Bereich der Wirbelsäule und liegt auf beiden Seiten neben der Wirbelsäule flächig und gleichmäßig auf. Wenn der Sattel ungleichmäßig aufliegt, bilden sich bei der Belastung durch den Reiter Druckpunkte, an denen die darunter liegende Haut stark zusammengedrückt wird.

Der Reiter übt ebenfalls starken Druck bereits durch sein Eigengewicht aus. Man hat herausgefunden, dass sich das einwirkende Gewicht des Reiters verdreifacht, wenn der Reiter nicht mit der Bewegung des Pferdes mitschwingt sondern gegen die Bewegung sitzt. Durch den massiven Druck wird die Blutversorgung der Haut gestört, weil sie geradezu abgedrückt wird. Im schlimmsten Fall kann die Haut in dem gequetschten Bereich absterben und nach und nach abgestoßen werden. Auch besteht immer die Gefahr, dass sich eine Sekundärinfektion der geschädigten Haut durch Bakterien entwickelt, z.B. eine Staphylokokken-Infektion. Bakterien können auch durch die Hautwunde in die Tiefe eindringen und zu langwierigen Entzündungen von Bändern und Knochen führen.

Ungepolsterte oder zu enge Stalldecken üben ebenfalls Druck auf den Widerrist aus und können Ursachen von "Satteldruck" sein. Ähnliche Druckstellen verursachen zu straffe, rutschende oder zu lange angelegte Bandagen an den Röhrbeinen.

Auch verschmutzte Haare, verstopfte Talgdrüsen oder Dreck und Falten in der Satteldecke können punktuell scheuern und zu offenen Hautveränderungen führen, die man landläufig auch als Satteldruck bezeichnet. Allerdings wird die Haut dabei aufgescheuert und nicht abgequetscht.

Leitsymptom

  • Schwellung in der Sattellage
  • weiße Haare in der Sattellage

Symptome

Bereits nach Abnahme des Sattels kann man Stellen erkennen, an denen das Fell stärker verschwitzt und verklebt ist. Nach etwa einer halben Stunde entwickelt sich eine Schwellung der Haut, die mehrere Tage anhält. Wenn die Haut durch die Quetschung abgestorben ist, so wird sie trocken und hart und beginnt sich nach ca. 1 Woche von den Rändern her abzulösen. Darunter liegt die neue, nachgewachsene Haut.

Durch Reibung können auch offene Stellen entstanden sein, die verschorfen. Eiterbildung zeigt eine bakterielle Sekundärinfektion an.

In jedem Fall wachsen die Haare nach einem Satteldruck weiß nach.

Abb. GR7NLHUK
Abb. GR7NLHUK: Alter Satteldruck.
Nach einem Satteldruck wachsen die Haare weiß nach.

Diagnose

Die Diagnose ist in der Regel problemlos aus dem klinischen Bild zu stellen.

Behandlung

Das Wichtigste zuerst: Ein Satteldruck muss komplett ausheilen, bevor wieder ein Sattel aufgelegt werden kann!

Frischer Satteldruck sollte zunächst gekühlt werden. Dazu eignen sich Duschen oder kühlende Packungen. Im weiteren Verlauf kann die Durchblutung in dem gequetschten Bereich mit milden durchblutungsfördernden Salben angeregt werden, um die Heilung zu beschleunigen. Heilungsfördernde und pflegende Salben können ebenfalls angebracht sein, um die Haut geschmeidig zu halten und Rissen vorzubeugen.

Bakteriellen Sekundärinfektionen beugt man mit Antibiotika-haltigen Präparaten vor.

Prognose

Wenn dem Satteldruck genügend Zeit zur Abheilung gegeben wird, sind Komplikationen nicht zu erwarten. Allerdings muss in dieser Zeit auch die Ursache des Satteldrucks abgeschafft werden, sonst tritt er in kürzester Zeit wieder auf.

Es ist übrigens nicht möglich, einen schlecht sitzenden Sattel durch verschiedene Satteldecken in einen gut sitzenden zu verwandeln. Eine gute Satteldecke unter einem gut sitzenden Sattel ist sehr viel mehr wert als ein „Turm“ aus verschiedenen Decken.

Vorbeugung

Lassen Sie den Sattel von einem erfahrenen Sattler Ihrem Pferd anpassen. Dazu wird der Sattel ohne Satteldecke dem Pferd aufgelegt.

Neuerdings gibt es sogar spezielle Satteldecken, die die Druckverteilung des Sattels beim Reiten messen können. Diese Decken werden aber bislang nur von wenigen Spezialisten verwendet.

Tipps

Der Rücken Ihres Pferdes wird sich im Lauf seines Lebens verändern. Auch die Polsterung des Sattels verändert sich bei Gebrauch. Daher sollte die Lage des Sattels regelmäßig überprüft werden.

ACHTUNG

Stark reizende Salben gehören nicht auf einen Satteldruck! Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welche Präparate für Ihr Pferd geeignet sind.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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