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Pferd: Nesselfieber

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Urtikaria, Nesselsucht, Nesselausschlag

Unter Nesselfieber versteht man einen typischen Hautausschlag: Es treten so genannte Quaddeln auf. Quaddeln sind runde, erhabene Schwellungen der Haut. Sie können klar abgegrenzt sein oder zu größeren Flächen „zusammenfließen“.

Ursachen

Nesselfieber ist eine übertriebene Reaktion des Immunsystems auf einen Reiz. Auch als Begleiterscheinung einer Allergie kann Nesselfieber auftreten. Das Immunsystem reagiert auf den Reiz mit der Freisetzung von Histamin. Das Histamin führt dann zur Quaddelbildung. Dieser Vorgang ist im Prinzip der gleiche, den wir selber von einem Mückenstich oder einer Brennnesselberührung kennen, nur dass bei Nesselfieber größere Hautbereiche betroffen sein können und der verursachende Reiz an einer ganz anderen Stelle auf das Pferd eingewirkt haben kann.

Der verursachende Reiz kann entweder von außen oder von innen kommen.

Beispiele für äußere Reize sind:

  • hautreizende Pflanzen wie Brennnesseln
  • Insektenstiche
  • ätzende Chemikalien
  • Schlag mit Ast, Gerte o.ä.
  • äußerliche Medikamente wie z.B. Insektenabwehrpräparate

Nesselfieber nach äußeren Einwirkungen tritt in der Regel auch nur örtlich begrenzt in dem Bereich auf, der dem Reiz ausgesetzt war.

Innere Reize kann man noch mal unterscheiden in Faktoren, die vom Pferd selber ausgehen (endogene Faktoren) und in „Fremdwirkungen“ oder exogene Faktoren.

Beispiele für endogene Faktoren:

Beispiele für exogene Faktoren:

  • Arzneimittelgabe
  • Futtermittel

Innere Reize führen meistens zu einer Quaddelbildung auf der gesamten Haut von Hals, Rumpf und oberem Beinbereich.

Leitsymptom

Quaddeln

Symptome

Anfangs entstehen innerhalb kurzer Zeit viele kreisrunde, erhabene Schwellungen der Haut in unterschiedlicher Größe. Später können es so viele Quaddeln sein, dass es den Eindruck erweckt, sie würden „zusammenfließen“. Oftmals verschwinden die Quaddeln nach wenigen Stunden wieder vollständig.

Wenn Nesselfieber über mehrere Tage bestehen bleibt, kann es zum Austritt klarer Flüssigkeit aus den Quaddeln kommen, die kleine Krusten bildet. Juckreiz tritt selten auf.

Abb. GR7VZGSK
Abb. GR7VZGSK: Nesselfieber.
Typische Quaddeln auf der Kruppe eines Pferdes.

Diagnose

Die Diagnose eines Nesselfiebers ist in der Regel anhand der typischen Symptome leicht zu stellen. Schwerer ist häufig die Ursache zu finden. Im Falle einer vorangegangenen Medikamentengabe oder bei einer offensichtlichen Erkrankung kann man die Ursache noch relativ leicht herleiten. Bei Futtermittelunverträglichkeiten ist es schon schwieriger, die verursachende Komponente ausfindig zu machen.

Behandlung

In den meisten Fällen verschwindet das Nesselfieber von allein und bedarf keiner Behandlung. In ausgeprägten Fällen kann man durch Kortisonpräparate einen schnelleren Rückgang der Quaddeln erreichen. Auch das Abduschen mit kaltem Wasser führt zu einem schnelleren Abklingen der Symptome.

Wichtiger ist die Behandlung und Beseitigung der Ursache. Vorliegende Erkrankungen müssen entsprechend behandelt werden (s. in den einzelnen Kapiteln). Futtermittelunverträglichkeiten kommt man mit einer konsequenten „Ausschlussfütterung“ auf die Spur: Über mehrere Wochen wird ein einzelnes Futtermittel auf seine Verträglichkeit getestet, indem man ausschließlich dieses Futtermittel füttert. Schrittweise werden dann weitere Futtermittel hinzugefügt.

Prognose

Die Prognose hängt im Wesentlichen von dem verursachenden Reiz ab. Wenn dieser leicht abzustellen ist, so verschwindet auch das Nesselfieber.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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