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Pferd: Mauke

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Raspen, Straubfuß, Ekzem der Fesselbeuge, Dermatitis der Fesselbeuge

Mauke ist eine schon seit dem Mittelalter bekannte Erkrankung der Haut in der Fesselbeuge. Besonders Pferde mit üppiger Behaarung wie Kaltblüter und Friesen neigen zu Mauke.

Klinisch unterscheidet man verschiedene Formen der Mauke:

  • Ekzematöse Mauke ist die leichteste Form und auch die häufigste bei unseren Reitpferden,
  • Brand-Mauke ist durch Fäulnisprozesse gekennzeichnet und eine ernstzunehmende Erkrankung,
  • Warzenmauke tritt überwiegend bei Kaltblütern auf und führt zu schweren Veränderungen an den Beinen.

Ursachen

Die Ursachen, die zu Mauke führen, sind noch nicht alle geklärt. Man hat aber herausgefunden, dass folgende Kriterien die Entstehung einer Mauke begünstigen:

  • mangelhafte hygienische Haltungs-Bedingungen, so dass die Haut verstärkt mit Schmutz/Kot/Urin in Kontakt kommt
  • Aufweichung der Haut durch Feuchtigkeit im Stall oder auf der Weide/im Auslauf
  • kleinste Verletzungen der Haut
  • Schwächung des Abwehrsystems durch andere Erkrankungen oder Wurmbefall
  • Fotosensibilisierung weißer Haut

Durch diese Vorschädigungen wird die natürliche Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt. Die vorgeschädigte Haut kann nun leicht mit Erregern (Bakterien, Pilzen) infiziert werden. Dabei sind an der Infektion häufig Erreger beteiligt, die normalerweise immer in der Umgebung des Pferdes vorkommen und nur unter günstigen Bedingungen eine Erkrankung auslösen können. Bakterielle Sekundärinfektion mit Eitererregern oder speziellen Fäulniserregern (Brandmauke) können den Verlauf der Mauke verkomplizieren.

Neben diesen so genannten unspezifischen Erregern kann Mauke aber auch spezifisch ausgelöst werden:

  • Fußräude durch Milben (Chorioptes-Milben) kann in Mauke übergehen
  • Allergie gegen Futtermittel kam früher häufiger vor, als die Pferde Abfallprodukte der Kartoffelverarbeitung zu fressen bekamen (Schlempe- oder Kartoffelmauke)

Bei der Enstehung der Mauke kommt es zunächst in der Haut zu einer Entzündung der Oberhaut, die auf Talgdrüsen und Haarfollikel übergreift. Die Entzündung in der Oberhaut führt zur Bildung flüssigkeitsgefüllter Bläschen, die aufplatzen und verschorfen. So ergibt sich das Bild eines Ekzems. Je nach Verlauf greift die Entzündung auch auf die tiefer liegende Lederhaut über. Bei der Brandmauke sterben größere Anteile der Haut durch Fäulnis ab. Kennzeichnend für die Entwicklung der Warzenmauke ist eine massive Verdickung der Lederhaut. Auch die Oberhaut ist in ihrer Struktur stark verändert.

Abb. GR7Y9BHC
Abb. GR7Y9BHC: Aufbau der Haut.

Leitsymptom

  • Krusten in der Fesselbeuge
  • Juckreiz

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich Rötung und Schwellung der Haut in der Fesselbeuge, die leicht übersehen werden können. Insbesondere bei der Beteiligung von Räudemilben kann starker Juckreiz auftreten, auf den die Pferde mit Stampfen und Reiben reagieren. Nach wenigen Tagen bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Wenn die Bläschen aufgehen findet man das klinische Bild eines nässenden Ekzems mit Krustenbildung.

Abb. GR7YQ9W3
Abb. GR7YQ9W3: Maukeekzem.
Auf diesem Bild muss man schon genau hinsehen, um die geröteten, haarlosen Stellen in der Fesselbeuge zu erkennen.

Abb. GR7YRAP4
Abb. GR7YRAP4: Maukeekzem.
Am aufgenommen Huf kann man erkennen, dass sich die Mauke bereits über die gesamte Breite der Fesselbeuge ausgebreitet hat. In diesem frühen Stadium ist die Erkrankung noch sehr gut in den Griff zu bekommen.

Abb. GX1QFZBQ
Abb. GX1QFZBQ: Maukeekzem.
Bei diesem Pferd hat sich die Mauke schon ausgebreitet. Die schmierige Oberfläche weist auf eine bakterielle Infektion hin

Die zunehmende Schwellung der Haut führt zu Faltenbildung. Auch Schuppen können auftreten.

Bakterielle Sekundärinfektionen sind keine Seltenheit und können je nach beteiligtem Erreger zu Eiterbildung oder (seltener) zur Brandmauke führen. Bei der Brandmauke sterben größere Hautabschnitte ab. Sie lösen sich entweder als schwarze trockene Bereiche ab oder werden zu einer übelriechenden, schmierigen Masse.

Schwere Verlaufsformen können in die Warzenmauke übergehen, die durch umfangreiche Hautschwielen und übelriechende Schmiere in den Falten gekennzeichnet ist. Die Haut kann einreißen und wiederum verschorfen. Die Haare sind häufig gesträubt oder fallen aus. Die Warzenmauke kann sich ausbreiten und den gesamten Mittelfuß befallen.

Je nach Schwere der Mauke kann Lahmheit auftreten oder man bemerkt zumindest ein gespanntes Gangbild.

Diagnose

Die Diagnose kann zuverlässig anhand des klinischen Bildes gestellt werden. Beteiligte Krankheitserreger können mit speziellen Nachweismethoden bestimmt werden:

  • Zum Nachweis von bestimmten Bakterien wird eine Tupferprobe genommen und in einer Nährlösung in ein Labor geschickt.
  • Milben werden in einem Hautgeschabsel nachgewiesen.

Behandlung

Das erste Gebot bei Mauke ist eine trockene und saubere Haltung des Pferdes. Zur Behandlung der Mauke muss besonders bei starkem Behang das Fell geschoren oder mit einer Schere gekürzt werden. Dabei darf die Haut auf keinen Fall verletzt werden.

Je nach Schwere der Mauke wird das Bein mit einer milden und/oder desinfizierenden Seifenlösung gewaschen und mit desinfizierenden, austrocknenden und heilungsfördernden Salben behandelt. Krusten, die sich nicht von alleine ablösen, sollten nicht mit Gewalt entfernt werden. In einigen Fällen empfiehlt es sich, das Bein einige Tage unter einem Salbenverband zu halten, um die Krusten aufzuweichen.

Räudemilben müssen mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Bei Infektion mit Fäulniserregern wird das Pferd unter eine systemische Antibiose gestellt.

Kleine Warzen können versuchsweise durch Kälteeinwirkung behandelt werden. Meistens kann die Warzenmauke aber nur durch eine Operation erfolgreich behandelt werden. Dabei wird die veränderte Lederhaut entfernt. Der operierte Bereich wird zunächst unter einem Gips oder einem festen Verband ruhig gestellt. Danach wird die Haut mit heilungsfördernden Salben zur Regeneration angeregt. Die Heilung kann sich über mehrere Wochen hinziehen.

Prognose

Leichte, oberflächliche Maukefälle heilen in der Regel problemlos ab. Sobald härtere Krusten, großflächige Schuppen oder sogar Warzen auftreten, verschlechtert sich die Prognose erheblich, da in diesen Fällen bereits die Lederhaut verändert ist.

Vorbeugung

Bei Pferden, die zu Mauke neigen, sollten die Kötenzöpfe nicht geschoren werden, da an ihnen das Wasser abläuft und daher nicht in die Fesselbeuge rinnt. Wenn die Beine gewaschen werden, sollten immer die Fesselbeugen mit einem Handtuch ausgetrocknet werden. Dreck sollte aus dem Behang und der Fesselbeuge entfernt werden. Da häufiges Waschen die Haut in der Fesselbeuge angreifen kann, ist es sinnvoll, nicht ständig zu waschen, sondern den getrockneten Schmutz auch mal auszubürsten.

Tipps

Pflegen Sie die Fesselbeugen Ihres Pferdes mit Babyöl, das hält die Haut gesund und geschmeidig.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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16.10.2012: Hermelinchen
toller Artikel. Dieser Sommer und leider auch der Herbst sind leider echt eine Katastrophe und selbst auf der Weide steht Schlamm. Das Sauberhalten gehört mitlerweile zum täglichen Ritual. Der Tipp mit dem Babyöl ist super. Wenn schon ein bisschen Mauke-Krusten vorhanden sind, lösen sich die damit auch bestens (nach der Reinigung auftragen!)!

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