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Pferd: Magenwürmer

Allgemeines

Magenwürmer sind weltweit verbreitete Endoparasiten des Pferdes. Sie verursachen hauptsächlich Schäden an der Magenschleimhaut, können in Ausnahmefällen jedoch auch Hautwunden, die Lunge oder die Augen befallen.

Ursachen

Es gibt drei verschiedene Magenwurmarten, die zur Gattung Habronema und Draschia gehören. Die erwachsenen Würmer besiedeln normalerweise die Magenschleimhaut und dringen z.T. auch ganz in die Magenwand ein. Es bilden sich Knoten, die beim Absterben der Würmer Narben hinterlassen. Auch Magengeschwüre können entstehen. Die Würmer legen Eier, die mit dem Mageninhalt durch den Darm weitertransportiert werden. Bereits im Dickdarm können aus den Eiern Larven geschlüpft sein. Die Eier und Larven werden mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt schlüpfen die restlichen Larven aus. Diese werden von fliegenden Insekten, die als so genannte Zwischenwirte dienen, aufgenommen und wiederum auf andere Pferde übertragen.

Ansteckung

Verschiedene Fliegenarten, z.B. die Stubenfliege (Musca domstica) und die Stechfliege (Stomoxys calcitrans), nehmen bei ihrer Mahlzeit die Larven der Magenwürmer aus dem Kot auf. In ihnen entwickeln sich die Larven zu den infektionsfähigen Larven III. Wenn die Fliegen danach Pferde anfliegen, können sie die Larven über ihren Rüssel auf das Pferd übertragen.

Dabei gibt es verschiedene Übertragungswege:

  • Maul: Die Fliege setzt sich auf das Pferdemaul und die Larven wandern selbständig in die Maulhöhle. Von dort gelangen sie in den Magen, wo sie zu erwachsenen Würmern heranreifen.
  • Sommerwunde: Die Fliegen setzen die Larven in kleinsten Hautwunden ab, wo sie zu Entzündungen führen.
  • Lunge: Larven schlüpfen auf der Nasenschleimhaut aus und wandern über die Luftröhre und die Bronchien in die Lunge. Dort bilden sie Wurmknötchen.
  • Augen: Die Larven siedeln sich auf den Bindehäuten an.

Abb. GR7XKVCP
Abb. GR7XKVCP: Musca domestica, die Stubenfliege.

Abb. GR7XN2SP
Abb. GR7XN2SP: Stomoxys calcitrans, der gemeine Wadenstecher.

Leitsymptom

  • Wunden
  • Kolik
  • Husten

Symptome

Die Symptome eines Magenwurmbefalls verursachen grundsätzlich die typischen Symptome eines Wurmbefalls:

  • Abmagerung
  • Leistungsabfall
  • Kolik

Wenn die Wurmlarven jedoch an einer anderen Stelle abgelegt wurden, stellen sich weitere Symptome ein:

  • Sommerwunden: Sommerwunden sind schlecht heilende und häufig auch wuchernde und nässende Wunden. Besonders häufig kommen sie an den Beinen vor, aber auch Hals und Sattellage sind betroffen. Meistens jucken diese Wunden.
  • Lungen- Habronematidose: In Lunge und Bronchien entstehen Knötchen, die die Abwehrleistung gegen Krankheitserreger mindern. Befallene Organe erkranken leichter an Infektionen wie dem Pferdehusten-Komplex und an bakteriellen Sekundärinfektionen.
  • Augen- Habronematidose: Die Larven führen zu einer Bindehautentzündung, die häufig mit Knötchenbildung auf den Bindehäuten und den Lidern einhergeht.

Diagnose

Die Diagnose eines Magenwurmbefalls ist schwierig. Man kann versuchen, die Eier oder Larven im Kot nachzuweisen, der Nachweis gelingt jedoch nicht immer. Das klinische Bild ist häufig ebenfalls nicht eindeutig. Eventuell lassen sich die Magenwürmer bzw. die Knötchen bei einer Endoskopie des Magens, auch Magenspiegelung genannt, feststellen.

Behandlung

Magenwürmer werden systemisch mit einem Wurmmittel behandelt, das gegenüber diesen Würmern wirksam ist. Die meisten Wurmmittel werden als Pasten direkt in das Pferdemaul verabreicht.

Sommerwunden und Bindehautentzündungen können zudem chirurgisch versorgt werden und mit einer Lösung betupft werden, die die Würmer abtötet und die Wunde desinfiziert.

Prognose

Die im Magen lebenden Magenwürmer sind mit geeigneten Wurmmitteln gut zu behandeln. Folgeschäden durch Narben und Geschwüre können aber zu gesundheitlicher Beeinträchtigung führen, auch wenn die Würmer erfolgreich bekämpft wurden.

Sommerwunden und Bindehautentzündungen werden auch durch die Behandlung mit einem Wurmmittel häufig nicht vollständig beseitigt. Sobald aber kaltes Wetter einsetzt, heilen auch dies Erkrankungsformen in der Regel aus.

Vorbeugung

Fliegenschutz in Form von Abwehrpräparaten und Fliegendecken und -hauben können einem Magenwurmbefall vorbeugen.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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