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Pferd: Magendasseln

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Gasterophilus intstinalis, Magendasselfliege, Magenbremse

Bei den Magendasseln handelt es sich um weit verbreitete Fliegenarten, deren Entwicklung sich teilweise im Magen von Equiden abspielt. Larven dieser Fliegen können beim Pferd großen Schaden anrichten und zählen zu den Endoparasiten.

Die Entwicklung der Fliege aus dem Ei bis zur erwachsenen Fliege verläuft über verschiedene Stadien, die sich zum Teil am und im Pferd abspielen:

Im Hochsommer klebt die etwa 12 – 14mm große hummelartige Magendasselfliege ihre Eier an die Beine und den Bauch von Weidepferden und an Gräser. Das Pferd nimmt die Eier bzw. die bereits geschlüpften Larven (Larve I) beim Fressen oder durch Belecken des Fells in seine Maulhöhle auf. Einige Larven bohren sich auch in die Haut, durchwandern diese und gelangen so in die Maulhöhle. Sie hinterlassen dabei ein Streifenmuster auf der Haut, das so genannte Streifensommerekzem. Im Maul bohren sich die Larven in die Zunge, wo sie etwa 21 – 28 Tage bleiben. Danach wandern die Larven in den Magen. Dort saugen sie sich in der Magenschleimhaut fest und entwickeln sich im Laufe des Herbstes und Winters über die Larve II zur Larve III. Im Frühjahr bzw. Sommer werden die fertig entwickelten Larven III mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt verpuppen sich die Larven. Innerhalb von 18 – 52 Tagen, je nach Temperatur, bilden sich in den Puppen die erwachsenen Fliegen und der Zyklus beginnt von neuem. Erwachsene Fliegen leben nur wenige Wochen, da sie keine Mundwerkzeuge haben und daher nicht fressen können. Sie sind ganz auf die Fortpflanzung spezialisiert.

Abb. GX1Q1EPS
Abb. GX1Q1EPS: Magendasselfliegeneier in der Mähne.

Abb. GX1Q0BD9
Abb. GX1Q0BD9: Magendasselfliegeneier am Bein.

Ursachen

Die in Mitteleuropa bedeutsamste Magendasselfliege heißt Gasterophilus intestinalis. Sie tritt neben anderen Arten am häufigsten auf. Die Larven dieser Fliege führen im Magen zu Schleimhautverletzungen und Magengeschwüren.

Ansteckung

Die Ansteckung mit den Fliegeneiern erfolgt vornehmlich auf der Weide. Dabei reichen auch wenige Stunden auf dem Auslauf oder beim Ausritt aus, um eine Infektion mit Magendasseln zu ermöglichen.

Leitsymptom

Symptome

Die allgemeinen Symptome ähneln denen eines Wurmbefalls:

  • Abmagerung
  • Leistungsabfall
  • Kolik

Daneben treten weitere spezielle Symptome auf:

Im Vordergrund stehen die Verletzungen der Magenschleimhaut durch die Larven. Diese können zu schweren Entzündungen und zu Magengeschwüren führen. Daneben kann auch Blutarmut (Anämie) auftreten, da die Schleimhautverletzungen stark bluten können. Bei Jungpferden kann ein massiver Magendasselbefall zum Tod führen. Schwere Komplikationen wie Magendurchbruch sind zwar selten, können aber bei Pferden jeden Alters vorkommen.

Entzündung der Maulschleimhaut und Ödeme werden ebenfalls durch die Larven verursacht.

Abb. GR7WET4U
Abb. GR7WET4U: Magendasseln.
Die Abbildung zeigt den aufgeschnittenen Magen eines Pferdes. Unzählige Larven der Magendasselfliege haben sich in der Magenschleimhaut festgesaugt.

Diagnose

Die gelblichen Eier der Magendasselfliege lassen sich auf dem Fell gut erkennen. Das Streifensommerekzem ist beweisend für das Vorliegen eines Magendasselbefalls, tritt aber relativ selten auf.

Die übrigen Symptome eines Befalls sind hingegen wenig charakteristisch und lassen höchstens eine Verdachtsdiagnose zu. Bei Pferden, die im Sommer auf der Weide gestanden haben und über den Winter Symptome entwickeln, ist aber ein Magendasselbefall nicht unwahrscheinlich.

Am lebenden Pferd kann eine Endoskopie des Magens, auch Magenspiegelung bzw. Gastroskopie genannt, durchgeführt werden, bei der die Larven in der Magenschleimhaut gefunden werden und so ein definitiver Nachweis eines Dasselbefalls erbracht werden kann.

Abb. GR7WKE40
Abb. GR7WKE40: Magendasseln.
Dieses Bild wurde bei einer Magenspiegelung aufgenommen und zeigt die Larven der Magendasselfliege, die sich in der Magenschleimhaut festgesaugt haben.

Behandlung

Präparate aus der Gruppe der Avermectine, die auch zur Bekämpfung von Würmern eingesetzt werden, töten auch die Larven der Magendasselfliege ab. Andere Wurmmittel sind unwirksam gegen Magendasseln! Sie werden überwiegend als Wurmpasten oder Tabs angeboten, die direkt ins Maul verabreicht werden. Der Behandlungszeitpunkt sollte im November liegen, dann sind alle Larven im Magen angelangt und haben dort noch nicht zu großer Schadwirkung geführt. Bei schwerem Befall wird eine erneute Behandlung im Januar empfohlen, um eventuelle „Nachzügler“ auch noch zu erfassen.

Jedes Pferd, das im Sommer im Freien war, sollte vorbeugend gegen Magendasseln behandelt werden.

Prognose

Bei richtiger Anwendung geeigneter Präparate werden die Magendasseln in der Regel erfolgreich bekämpft.

Schwere Verlaufsformen kommen nur bei ungeeigneter und ausbleibender Behandlung vor.

Vorbeugung

Man kann versuchen, Pferde mit Fliegenschutz in Form von Abwehrpräparaten und Fliegendecken und -hauben vor den Magendasselfliegen zu schützen. Das Entfernen der Eier schützt zumindest teilweise vor der Infektion, meistens werden aber doch einige Eier übersehen. Zusätzlich können Eier oder Larven ja auch noch mit dem Gras gefressen werden!

Tipps

Die Behandlung der Magendasseln stellt auch eine wirkungsvolle Vorbeugung gegen einen erneuten Befall dar. Die Fliegen sind nämlich ortstreu und fliegen nicht sehr weit. So kann es unter Umständen gelingen, bei konsequenter Behandlung aller Pferde einen Bestand fast dasselfrei zu halten. Allerdings kann der Wind Magendasselfliegen von weiter her mit sich bringen.

ACHTUNG

Menschen, die sich durch engen Kontakt mit Pferden mit der Magendasselfliege infizieren, können am „Hautmaulwurf“ erkranken. Die Larven bohren Gänge in der Haut, die dann als rote Streifen sichtbar sind.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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