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Pferd: Lungenentzündung

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Pneumonie

Eine Lungenentzündung ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der Teile oder auch das gesamte Lungengewebe entzündet sind.

Zum besseren Verständnis soll zunächst der Aufbau der Atemwege kurz erklärt werden:

Die sauerstoffreiche Atemluft strömt durch Nüstern, Rachen und Kehlkopf in die Luftröhre. Diese spaltet sich im Brustraum in zwei Hauptbronchien auf. Im weiteren Verlauf verzweigen sich die Hauptbronchien wie die Äste eines Baumes immer weiter. Zunächst spalten sich die Hauptbronchien in die kleinen Bronchien auf und diese dann in die noch kleineren Bronchiolen. Die Bronchiolen münden in den Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet: Das sauerstoffarme Blut gibt Kohlendioxid (CO2) in die Atemluft ab und nimmt wieder Sauerstoff auf. Zwischen den Lungenbläschen befindet sich Bindegewebe, das eine Art Gerüst für die Lungenbläschen darstellt und in dem die Blutgefäße verlaufen.

Als Lungenentzündung (Pneumonie) bezeichnet man eine Entzündung

  • der Lungenbläschen und/oder
  • des Lungenbindegewebes.

Häufig sind nicht nur das Lungengewebe, sondern auch die Bronchien von der Entzündung betroffen, so dass man von einer Bronchopneumonie spricht.

Abb. GR7U6YBK
Abb. GR7U6YBK: Atemwege.

Luftröhre, Bronchien und Bronchiolen verfügen über verschiedene Mechanismen, um mit der Atemluft eingedrungene Fremdkörper wieder zu beseitigen. Man nennt dies auch die Selbstreinigung oder Clearance der Atemwege:

  • Sie sind von einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese trägt kleine, bewegliche Härchen, das so genannte Flimmerepithel, das Fremdstoffe mit einer Art synchronem Wellenschlag wieder nach draußen befördern soll.
  • Die Schleimhaut produziert flüssigen Schleim, auf dem die Fremdstoffe nach draußen „schwimmen“ sollen.
  • Die Atemwege sind von Muskulatur umgeben, die sich bei Reizung der Schleimhaut zusammenzieht. Dies löst Husten aus. Die Bronchiolen können sich so stark zusammenziehen, dass ihr Durchgang vollständig versperrt ist.

Ursachen

Eine Lungenentzündung kann auf verschiedenen Wegen entstehen:

Häufig ist zusätzlich das körpereigene Abwehrsystem des Pferdes durch andere Faktoren geschwächt, so dass die Entwicklung einer Lungenentzündung nicht wirkungsvoll verhindert werden kann. Beispiele für solche Faktoren sind Stress, Wurmbefall schlechte Stalluft, langer Transport usw. Meistens erkranken Fohlen, sehr junge Pferde oder sehr alte Pferde an Lungenentzündung. Bei diesen Pferden ist das körpereigene Abwehrsystem nicht so leistungsfähig.

Grundsätzlich verursachen besonders Bakterien eine ausgedehnte und schwerwiegende Entzündung der Lunge. Durch Entzündungsprozesse wird weiteres Lungengewebe angegriffen und zerstört. Meistens entstehen dabei Schleim und Eiter. Der Gasaustausch ist in den erkrankten Bereichen gestört oder vollständig unmöglich.

Wenn die Entzündung auf bestimmte Bereiche der Lunge beschränkt bleibt, spricht man auch von einer Herdpneumonie.

Nicht selten versucht der Körper, die Entzündungsbereiche mit einer Kapsel aus Bindebewebe abzugrenzen. Es entstehen Abszesse.

In einigen Fällen greift die Entzündung auch auf das Brustfell (Pleura) über. Das Brustfell reagiert darauf mit der Bildung von Flüssigkeit, es kommt zu einem so genannten Pleuraerguss. Diese Form der Lungenentzündung findet man häufig bei jungen Rennpferden.

Ansteckung

Obwohl Lungenentzündungen in den meisten Fällen durch Krankheitskeime verursacht werden, ist im Allgemeinen die Gefahr einer Ansteckung von Pferd zu Pferd gering, da die individuelle Abwehrlage des Pferdes eine große Rolle bei der Entwicklung einer Lungenentzündung spielt.

Leitsymptom

  • Fieber
  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Schwäche
  • Atemnot

Symptome

Die Symptome können je nach Schwere und Ursache der Lungenentzündung unterschiedlich ausfallen. Meistens jedoch haben die Pferde z.T. sehr hohes Fieber und sind auffallend matt. Die Pferde husten häufig, wobei der Husten trocken oder rasselnd sein kann. Nasenausfluss kann auch nur zeitweilig auftreten, meistens ist er eitrig gelb und kann durch Blutbeimischung auch rötlich werden. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Pferde zunehmend teilnahmslos und man erkennt die erschwerte Atmung durch häufiges Atmen und pumpende Bewegungen des Brustkorbs.

Abb. GR7VKZQ8
Abb. GR7VKZQ8: Erschwerte Atmung.
Dieses Fohlen muss die Nüstern aufblähen, um genug Luft zu bekommen. Es hat eine Lungenentzündung hervorgerufen durch Rhodococcus-equi-Bakterien.

Diagnose

Durch verschiedene Methoden kann eine Lungenentzündung diagnostiziert werden und ihr Ausmaß bestimmt werden:

  • Auskultation: Durch Abhören der Lunge können die Atemgeräusche beurteilt werden. Flüssigkeit in der Lunge führt zu rasselnden, pfeifenden oder giemenden Atemgeräuschen. Der Tierarzt kann die Qualität der Geräusche bestimmten Krankheitsprozessen zuordnen.
  • Perkussion: Durch das Abklopfen der Lunge können schmerzempfindliche Bereiche und flüssigkeitsgefüllte Bereiche entdeckt werden.
  • Röntgen: Normalerweise stellt sich das gesunde, luftgefüllte Lungengewebe auf dem Röntgenbild dunkel dar. Entzündete Bereiche bilden sich als helle Areale ab, die man auch Verschattungen nennt.
  • Ultraschall: Abszesse und auch Flüssigkeit lassen sich insbesondere bei Fohlen gut mit Ultraschall darstellen.
  • Endoskopie der Atemwege: Bei der Endoskopie lässt sich das Ausmaß der Bronchitis bestimmen. Bis ganz in die kleinen Bronchiolen kann man mit dem Endoskop allerdings nicht schauen. Bei einer Endoskopie lässt sich aber eine Probe des Bronchialschleims entnehmen, der in einem Labor auf Bakterien untersucht werden kann (Tracheobronchialsekret [TBS] oder brochoalveoläre Lavage [BAL]). Der Nachweis der verursachenden Bakterien und ein Resistenztest sind wichtig für die Wahl der Behandlung.
  • Blutuntersuchung: Bestimmte Veränderungen im Blut zeigen eine Entzündung an.

Abb. GR7VP054
Abb. GR7VP054: Endoskopie der Luftröhre.
Die Abbildung zeigt eine normale Luftröhre.

Abb. GR7VQMPS
Abb. GR7VQMPS: Endoskopie der Luftröhre.
Auf dieser Abbildung sieht man übermäßig viel Schleim in der Luftröhre.

Behandlung

Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die Bekämpfung der Bakterien. Dazu erhalten die Pferde lange und hoch dosiert ein Antibiotikum. Nach Möglichkeit sollte ein Resistenztest angefertigt werden, um ein geeignetes Antibiotikum zu bestimmen.

Begleitend können schleimlösende und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Pferde mit starker Atemnot sollten über die Nase Sauerstoff bekommen.

Um die Atemwege nicht unnötig zu reizen, müssen die Pferde möglichst staubfrei gehalten werden.

Abszesse müssen eventuell von außen durch die Brustwand oder endoskopisch eröffnet werden, wenn sie sich nicht durch die medikamentelle Behandlung verkleinern.

Prognose

Bei frühzeitigem Erkennen und wenn die antibiotische Behandlung innerhalb von wenigen Tagen zu einer Besserung führt, kann eine Lungenentzündung geheilt werden. Bei längerem Bestehen und bei Abszessbildung besteht immer die Gefahr, dass Lungengewebe unwiderruflich zerstört wird. Solche Pferde werden auch nach Abklingen der Entzündung nur eingeschränkt leistungsfähig sein, da sie weniger Sauerstoff in ihrer geschädigten Lunge aufnehmen können. Eine Lungenentzündung stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar. Man muss immer damit rechnen, dass das erkrankte Pferd innerhalb weniger Stunden oder Tage daran sterben kann.

Vorbeugung

Grundsätzlich müssen Infektionen der Atemwege immer restlos abgeheilt sein, bevor das Pferd wieder gearbeitet wird. Frische Luft, ausgewogenes Training, und regelmäßiges Entwurmen stärken das Abwehrsystem des Pferdes. Impfungen beugen bestimmten Infektionserkrankungen vor.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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12.03.2015: maxi
mein 45jähriges pony hatte eine lungenentzündung und wurde vom TA
eine Woche behandelt. Am letzten
Behandlungstag verstarb es noch am
gleichen Abend in dem es zuerst
zusammenbrach, jedoch wieder auf-
sprang. Dann legte es sich auf die
Seite, die nicht besser wurde.
Es verzog 5 mal den Mund nach rechts, verdrehte die Augen und war
sofort tot.

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