petSpot
enpevetenpevita

Pferd: Läuse

Allgemeines

Blutsaugende Läuse gehören zu den Ektoparasiten des Pferdes. Sie sind aber in der heutigen Zeit bei uns relativ selten geworden. Hauptsächlich tritt ein Befall mit Läusen im Herbst und Winter bei Stallhaltung auf. Pferde, die durch Wurmbefall, mangelhafte Haltung oder andere Erkrankung geschwächt sind, werden auch häufiger von Läusen geplagt.

Ursachen

Die Ursache ist ein Befall mit den Arten der Pferdelaus (Haematopinus asini macrocephalus, Haematopinus asini asini, Ratemia squamulata). Diese Arten bleiben aber auf Pferde und andere Equiden beschränkt, so dass eine Ansteckung anderer Tierarten oder des Menschen nicht zu befürchten ist.

Pferdeläuse leben permanent auf dem Pferd. Außerhalb eines Pferdes können Läuse nur ca. 3 – 7 Tage überleben. Sie legen ihre Eier gerne im Kopf-, Schulter- und Rückenbereich ab. Die Eier kleben an den Haaren fest. Innerhalb von 21 – 35 Tagen entwickeln sich aus den Eiern Larven. Die Larven häuten sich zweimal und werden zu erwachsenen Läusen. Sowohl Larven als auch erwachsene Läuse ernähren sich vom Blut des Pferdes.

Ansteckung

Läuse werden durch direkten Kontakt von Pferd zu Pferd übertragen. Je enger die Pferde beieinander stehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung.

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Abmagerung
  • Unruhe

Symptome

Das erste und auffälligste Symptom ist der Juckreiz, den die Läuse durch ihre Bewegung auf der Haut und durch ihren Biss beim Blutsaugen provozieren.

Die Pferde sind häufig unruhig, scheuern sich an Wänden, Zäunen und Bäumen und benagen sich. Das Fell sieht struppig und ungepflegt aus und es kann zu blutigen Hautabschürfungen und Haarverlust kommen. Aus den Hautabschürfungen können durch bakterielle Sekundärinfektion eitrige Entzündungen werden. Im weiteren Verlauf können die Pferde abmagern und besonders bei Fohlen kann ein starker Lausbefall zu Blutarmut (Anämie) führen.

Diagnose

Bei genauem Hinschauen lassen sich die ca. 1mm großen Eier, die einzeln an den Haaren kleben, im Fell erkennen. Auch die erwachsenen Läuse lassen sich mit bloßem Auge erkennen, allerdings muss man Geduld aufbringen, da sie sich sehr flink bewegen. Sie werden je nach Art bis zu 3,8mm lang und sind überwiegend gelblich-braun gefärbt.

Abb. GR7T0V68
Abb. GR7T0V68: Eine Pferdelaus in einer elektronenmikroskopischen Aufnahme.

Behandlung

Läuse lassen sich mit verschiedenen Präparaten sicher bekämpfen. Es sind Medikamente gegen Läuse im Handel, die gespritzt oder über das Maul eingegeben werden und dann systemisch wirken. Außerdem gibt es äußerlich anzuwendende Präparate, mit denen das Pferd gewaschen oder eingesprayt wird. Je nach Präparat muss die Anwendung wiederholt werden, um auch die aus den Eiern nachschlüpfenden Läuse abzutöten.

Es ist wichtig, dass alle Pferde eines Bestandes in die Behandlung einbezogen werden.

Prognose

Bei konsequenter Behandlung aller Pferde und bei Einhaltung der Behandlungsintervalle lassen sich Läuse sicher bekämpfen.

Vorbeugung

Pferde, die neu in einen Bestand hinzukommen, sollten tierärztlich untersucht und ggf. behandelt werden.

Tipps

Scheren Sie das Fell ihres Pferdes, um so bereits Eier und Parasiten zu reduzieren und die Rückzugsmöglichkeiten für die Läuse zu verringern. Außerdem ist es so einfacher, das Pferd zu waschen und Sprays etc. können das Fell leichter durchdringen.

ACHTUNG

Beim Saugakt können die Läuse Krankheitserreger mit dem Blut kranker Pferde aufnehmen und so auf andere Pferde übertragen. Dies können verschiedene Viren oder Bakterien sein. Bakterien können zusätzlich aus infizierten Scheuerstellen von Fliegen aufgenommen und so verbreitet werden.

Verwandte Themen

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
- Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert -

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.