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Pferd: Impfungen

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Vakzination, Schutzimpfung, Immunisierung

Impfungen sind vorbeugende Maßnahmen gegen verschiedene Infektionserkrankungen.

Pferde sind empfänglich gegenüber verschiedenen Infektionserkrankungen, die durch Krankheitserreger ausgelöst werden. Dies können z.B. Bakterien, Viren oder auch Pilze sein.

Die Krankheitserreger haben auf ihrer Oberfläche bestimmte Strukturen, die charakteristisch für sie sind. Diese Oberflächenstrukturen nennt man auch Antigene. Das Immunsystem des Körpers überprüft die Antigenstruktur eingedrungener Organismen. Es kann so erkennen, dass ein Antigen fremd ist und nicht in den Körper gehört. Als Reaktion darauf bildet das Immunsystem Antikörper, die genau zu dem Antigen passen wie ein Schlüssel ins Schloss. Diese Antikörper helfen, den eingedrungenen, fremden Organismus zu bekämpfen. In vielen Fällen merkt sich das Immunsystem, mit welchen Organismen es bereits Berührung hatte und kann beim Zweitkontakt mit demselben Erreger sehr viel schneller und effektiver Antikörper bilden. Dies nennt man auch das immunologische Gedächtnis.

Auf diesem Prinzip beruhen auch die Impfungen. Impfstoffe enthalten Antigene, die denen natürlicher Krankheitserreger gleichen, die aber nicht in der Lage sind, eine Erkrankung auszulösen. Sie regen aber das Immunsystem an, die gleichen Antikörper wie bei einer natürlichen Infektion zu bilden. Diesen Vorgang nennt man eine aktive Immunisierung, weil das Pferd selbst aktiv Antikörper bildet. Damit kann das geimpfte Pferd im Falle einer Infektion sehr schnell und effektiv den Krankheitserreger bekämpfen und erkrankt entweder gar nicht oder nur in abgeschwächter Form. Selbst wenn es erkrankt, scheidet ein geimpftes Pferd weniger Krankheitserreger aus und steckt somit weniger andere Pferde an.

Insgesamt kann durch konsequente, flächendeckende Impfungen die Krankheitserregermenge in der Umwelt im Laufe der Zeit verringert werden und einige Krankheiten konnten bereits gänzlich ausgerottet werden.

Da das immunologische Gedächtnis im Laufe der Zeit vergesslich wird, muss man Impfungen regelmäßig wiederholen.

Bei der passiven Immunisierung werden dem Pferd künstlich hergestellte Antikörper gespritzt. Dies kann nötig sein, wenn ein Pferd nicht geimpft wurde und schnell Antikörper zur Bekämpfung eines Erregers benötigt, z.B. bei Tetanus. Diese Antikörper bleiben aber nicht lange aktiv im Körper und hinterlassen auch kein immunologisches Gedächtnis.

Die wichtigsten Impfungen beim Pferd in Deutschland dienen der Bekämpfung von Viruserkrankungen:

Daneben existieren zur Zeit Impfstoffe gegen Hautpilz, Druse und West-Nil-Fieber. Auch gegen die equine Viruarteritis gibt es einen Impfstoff, dessen Anwendung aber genau überlegt werden muss.

Impfstoffe müssen nach einem bestimmten Impfschema verabreicht werden. Der in diesem Artikel vorgestellte Impfplan stellt lediglich eine Empfehlung dar, die an Angaben des Impfstoffherstellers oder die besondere Situation des Pferdes angepasst werden muss.

Als Grundimmunisierung oder Basisimpfung bezeichnet man die erste Impfserie, nach deren Abschluss eine belastbare Immunität gegenüber einem Krankheitserreger besteht. Diese muss durch regelmäßige Auffrischimpfungen oder Boosterimpfungen aufrechterhalten werden.

Tabelle: Vorschlag für einen Impfplan beim Pferd
Krankheit Grundimmunisierung Auffrischung
Tetanus Ab 6. LM; Wdh nach 10 Wochen 1. nach einem Jahr, dann alle 2 Jahre
Influenza Ab 5. – 6. LM; 1.Wdh nach 4 – 6 Wochen 2.Wdh nach 6 Monaten Alle 6 Monate
Herpes Ab 5. – 6. LM; 1.Wdh nach 4 – 6 Wochen 2.Wdh nach 6 Monaten Alle 6 Monate
Tollwut Ab 5. LM jährlich
LM=Lebensmonat, Wdh=Wiederholung

Ungeimpfte, erwachsene Pferde werden nach dem gleichen Schema wie Fohlen grundimmunisiert.

Ordnungsgemäß geimpfte, tragende Stuten sollten im letzten Drittel der Trächtigkeit erneut geimpft werden, um besonders viele Antikörper zu produzieren. Das Fohlen nimmt die Antikörper mit der ersten Milch (Kolostrum) zu sich und ist dann wie bei einer passiven Immunisierung während der ersten Lebensmonate geschützt.

Außerdem wird empfohlen, tragende Stuten zusätzlich während der Trächtigkeit erneut gegen Herpesviren zu impfen, um einen Virusabort zu verhindern. Dazu steht auch ein spezieller Lebendimpfstoff zur Verfügung. Je nach Impfstoff gibt es unterschiedliche Empfehlungen für den optimalen Zeitpunkt.

Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welcher Impfstoff und welche Impfintervalle für Ihr Pferd die besten sind.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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