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Pferd: Hufkrebs

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Pododermatitis chronica verrucosa

Über den allgemeinen Aufbau des Hufes informieren Sie sich bitte im Kapitel Huf.

Als Hufkrebs bezeichnet man eine Wucherung der Huflederhaut. Das dort gebildete Material ist nicht verhornt wie normales Hufhorn, sondern weich, schmierig und stark durchblutet. Hufkrebs ist aber keine Krebserkrankung im eigentlichen Sinne, sondern wird nur so genannt, weil die Wucherungen „krebsartig“ aussehen.

Meistens ist die Huflederhaut des Strahls betroffen. Der Hufkrebs kann sich aber auch auf die Sohle oder die Hufwand ausbreiten. Man unterscheidet Strahl-, Sohlen- und Wandkrebs. In schweren Fällen sind alle Abschnitte betroffen.

Hufkrebs kann nur an einem Huf auftreten oder sogar alle vier Füße befallen.

Abb. GR62P7N1
Abb. GR62P7N1: Hufsohle mit Strahl.

Ursachen

Die Entstehung des Hufkrebses ist nicht vollständig bekannt. Eine Beteiligung von Bakterien und Pilzen wird zwar vermutet, konnte aber bis heute nicht sicher nachgewiesen werden.

Sicher spielen äußere Faktoren wie feuchte Weiden und uringetränkte Einstreu eine Rolle bei der Entstehung des Hufkrebses.

Es erkranken häufiger Kaltblüter und dabei wiederum besonders häufig Füchse.

Oft tritt Hufkrebs zusammen mit Warzen- Mauke auf.

Ansteckung

Ansteckungswege sind bis heute weitgehend unbekannt.

Leitsymptom

Wucherungen des Hufhorns

Symptome

Auf der Hufsohle findet man Abschnitte mit blumenkohlartigen Wucherungen, die mit weißlichen, käsigen Belägen bedeckt sind. Die Wucherungen sind weich elastisch und fangen leicht an zu bluten. Hufkrebs riecht sehr unangenehm süßlich-kariös.

Wenn sich der Hufkrebs in den Wandbereich ausgebreitet hat, gehen die Pferde häufig lahm. Das Trachtenhorn biegt sich in Bodennähe nach außen, weil es nicht mehr fest mit der veränderten Lederhaut verbunden ist.

Am Kronrand können sich Borken bilden und die Haare sind strubbelig aufgerichtet. Bei längerem Bestehen können auch die für Strahlfäule typischen Ringe im Hufhorn auftreten.

Durch den fortgeschrittenen Hufkrebs kann der Hufbeinträger gelockert werden, der das Hufbein in seiner Position im Hornschuh fixiert. Das Hufbein kann dann im Hornschuh absinken (Hufbeinsenkung).

Diagnose

Die Diagnose ist anhand des typischen Bildes zu stellen.

Eine Hufbeinsenkung kann durch ein Röntgenbild diagnostiziert werden.

Behandlung

Das gesamte veränderte Hufmaterial muss entfernt werden. Dazu kann man je nach Ausbreitung des Hufkrebses konservativ oder chirurgisch vorgehen:

  • Konservativ: Das weiche Horn wird abgeschabt und mit einem Hufmesser wird das lose, vom Hufkrebs unterwanderte Horn entfernt. Die freiliegende Huflederhaut wird mit austrocknenden und desinfizierenden Substanzen behandelt. Der Vorgang muss meistens mehrfach wiederholt werden. Der Huf wird unter Verband gehalten bzw. mit einem speziellen Eisen versehen, um durch genügend Druck die freiliegende Lederhaut zur Bildung von gesundem Horn anzuregen.
  • Chirurgisch: Unter Vollnarkose oder Leitungsanästhesie wird die gewucherte Lederhaut abgeschnitten bis nur noch gesunde Lederhaut vorhanden ist. Auch hier werden austrocknende und desinfizierende Substanzen aufgebracht und ein Druckverband angelegt, der während der nächsten Wochen mehrfach gewechselt werden muss.

Prognose

Die Behandlung von Hufkrebs kann sich mehrere Monate hinziehen und erfordert Mühe und Geduld. Auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung kommt Hufkrebs häufig wieder, so dass peinlich auf Hygiene und trockene Standflächen zu achten ist.

Wenn bereits eine Hufbeinsenkung eingetreten ist und das Pferd deutlich lahmt, so ist die Prognose schlecht.

Vorbeugung

Trockene Einstreu, trockene Auslaufflächen und regelmäßige Hufpflege beugen der Entstehung von Hufkrebs vor.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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31.05.2017: hellofee
Hat mir echt sehr geholfen, nur ich habe eine frage: darf mein pferd leckerlie äpfel oder möhren essen(gras etc.)? Und wenn die behandlung abgeschlossen ist dann trotzdem so wie vorher leben??

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