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Pferd: Huf

Allgemeines

Anatomie

Der Huf des Pferdes ist hoch spezialisiert, da er bei der Bewegung dieser schweren Tiere sehr viel Gewicht abfangen muss. Daher ist ein gesunder Huf die Voraussetzung für eine störungsfreie Bewegung des Pferdes.

Der äußere Huf wird von einer Hornschicht gebildet, die man auch Hornschuh oder Hufkapsel nennt. Hufwand heißt der Bereich des Hornschuhs, den man am abgesetzten Fuß, also von außen, sehen kann. Am Kronsaum geht die Hornschicht in die behaarte Haut über. Im hinteren Bereich des Hufes ist das Horn weicher und wird als Ballen bezeichnet. An der Hufwand unterscheidet man den Bereich der Zehe von den Trachten. Wandhorn der Zehe wächst in der Regel etwas schneller als das der Trachte. Das Wandhorn wird von einer dünnen Glasurschicht überzogen, die das Horn vor Austrocknung schützt. Diese Schicht wird z.B. durch harte Bürsten beim Waschen angegriffen. Daher sollte der Schmutz auf den Hufen immer erst eingeweicht und dann schonend, z.B. mit einem Schwamm entfernt werden.

Abb. GR4ZFO9C
Abb. GR4ZFO9C: Der Huf von der Seite.

Wenn man den Huf aufnimmt, so kann man die verschiedenen Anteile der ebenfalls verhornten Hufsohle betrachten: Der Außenbereich der Sohle wird von dem Tragrand gebildet, der normalerweise etwas erhöht ist. In ihm verläuft die so genannte weiße Linie. Dieser Hornbereich ist etwas weicher und stellt die Verbindungslinie zwischen Wandhorn und Sohlenhorn dar. Im hinteren Sohlenbereich erhebt sich der keilförmige Strahl, der von zwei seitlichen Strahlfurchen begrenzt wird und in der Mitte von der mittleren Strahlfurche eingekerbt wird. Das Horn des Strahls ist deutlich weicher als das der übrigen Sohle. Der Strahl geht hinten in den Ballenbereich über.

Abb. GR4ZI5RR
Abb. GR4ZI5RR: Die Hufsohle mit dem Strahl.

Das Hufhorn wird von der darunterliegenden so genannten oberen Hautschicht gebildet. Der Großteil des Wandhorns wird im Bereich des Kronsaums gebildet und wächst von dort in Richtung Tragrand. Die obere Hautschicht und das Hufhorn werden gemeinsam als Horn- oder Hufkapsel bezeichnet. Unter der oberen Hautschicht liegt die wichtige Huflederhaut. Im Bereich des Kronsaums wird sie Saumlederhaut genannt. Die Huflederhaut wird sehr gut durchblutet und ist sehr schmerzempfindlich. Sie ist zuständig für die Ernährung der oberen Hautschicht und somit auch indirekt verantwortlich für die Bildung von gesundem Hufhorn. Über viele kleine Ausläufer sind die obere Hautschicht und die Huflederhaut fest miteinander verzahnt. So wird die Hornkapsel mit der Huflederhaut verbunden. Diese verzahnten Schichten nennt man auch Hufbeinträger. Die Huflederhaut ist wiederum mit den Knochen des Hufes verbunden, so dass ihr insgesamt eine ganz wichtige Rolle bei der Verbindung der einzelnen Hufstrukturen und bei der Fixierung des Hufbeins im Hornschuh zukommt. Das knöcherne Hufbein steht also nicht auf seiner Unterfläche, sondern wird durch den Hufbeinträger in einer „schwebenden“ Position gehalten.

Die Knochen des Hufes sind das Kronbein, das Hufbein und das Strahlbein. Kronbein und Hufbein bilden zusammen den Hauptteil des Hufgelenks, an dem sich aber auch das kleine Strahlbein beteiligt. Das Hufbein hat ungefähr die Form eines „U“, die beiden Schenkel nennt man Hufbeinäste. Die Hufbeinäste gehen beiderseits in die Hufknorpel über. An der Hinterseite des Hufbeins setzt zwischen den beiden Hufbeinästen die tiefe Beugesehne an. Zwischen tiefer Beugesehne und Strahlbein liegt ein Schleimbeutel, der die Sehne beim Gleiten über den Knochen schützen soll. Dieser Schleimbeutel heißt in der Fachsprache Bursa podotrochlearis. Das Strahlbein, der Schleimbeutel und der Ansatz der tiefen Beugesehne werden auch als Hufrolle bezeichnet.

Abb. GR4ZLAIG
Abb. GR4ZLAIG: Innenansicht des Hufes.

Abb. GR4ZNMRS
Abb. GR4ZNMRS: Innenansicht der Vorderzehe als Päparat.

Hufmechanismus

Die Hufkapsel ist kein starres Gebilde sondern im Gegenteil ziemlich elastisch. Die Elastizität des Hufes wird durch die Ballen und den Strahl noch unterstützt, so dass der Huf insgesamt eine bedeutende stoßbrechende Wirkung bei der Bewegung hat. Beim Auftreten weicht der unbeschlagene Huf besonders im Trachtenbereich so auseinander, dass der Strahl den Boden berührt. Man nennt diesen Vorgang auch Hufmechanismus.

Pflege

Da sich bei unseren Reitpferden die Hufe nicht mehr gleichmäßig abnutzen, wie es noch beim Steppenbewohner Pferd der Fall war, ist es wichtig, die Hufe alle 6 – 8 Wochen von einem Schmied korrigieren zu lassen. Das gilt für beschlagene und unbeschlagene Pferde gleichermaßen. So beugt man am besten Huferkrankungen und Überbelastungen der Gelenke und Sehnen vor.

Die Hufe müssen täglich ausgekratzt und auf eingetretene Steinchen und dergleichen kontrolliert werden. Die Hufe sollten regelmäßig durch Weidegang im feuchten Gras oder Waschen die Möglichkeit haben, Feuchtigkeit aufzusaugen. Erst danach kann Huffett auf den Huf aufgebracht werden, um die Feuchtigkeit besser im Huf zu halten. Auch die Hufsohle kann nach dem Waschen eingefettet werden, allerdings sollte der Strahl ausgespart werden, da dieser besonders anfällig für Fäulnis ist. Um die Qualität des Hufhorns zu verbessern, eignen sich die Fütterung von Biotin und das Einreiben des Kronsaums mit reinem Lorbeeröl. Im Stall sollten die Pferde stets trocken stehen, denn die Kombination aus Kot und Urin in der feuchten Einstreu greift den Huf an.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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