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Pferd: Headshaking

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Kopfschlagen, Kopfschütteln

Als Headshaking wird eine Verhaltensstörung (Stereotypie) bezeichnet, bei der das Pferd unter bestimmten, wiederholbaren Umständen heftig mit dem Kopf schüttelt. Das Schütteln kann so häufig und so heftig auftreten, dass das Pferd dadurch unreitbar wird.

Ursachen

Ein Pferd entwickelt Verhaltensstörungen als Reaktion auf eine nicht artgerechte Haltung oder auf einschneidende Erlebnisse wie Absetzen, Überforderung oder abrupte Haltungsänderung. Dabei hält die Verhaltensstörung häufig an, auch wenn der Missstand inzwischen beseitig wurde. Das Pferd hat sich daran gewöhnt, sich durch die Stereotypie zu beruhigen.

Von der echten Verhaltensstörung (auch idiopathisches Headshaking genannt) müssen Erkrankungen abgegrenzt werden, die das Pferd ebenfalls zu wiederholtem Kopfschütteln veranlassen. Das Kopfschütteln ist dann ein Zeichen für Unbehagen oder sogar Schmerz:

Erst wenn eine Erkrankung als Ursache des Headshakings ausgeschlossen wurde, kann man von einer echten Verhaltensstörung ausgehen. Dabei ist es nicht immer leicht, die Ursache zu finden.

Ansteckung

Headshaking wird nicht von anderen Pferden nachgemacht.

Leitsymptom

Kopfschütteln

Symptome

Die meisten Pferde zeigen Kopfschütteln besonders im Frühjahr und im Sommer. Man spricht dann auch vom lichtinduzierten Headshaking. Im Winter schütteln diese Pferde kaum den Kopf.

Manche Pferde werfen den Kopf sehr weit hoch und senken ihn so stark ab, dass der Reiter den Halt verlieren kann. Andere Formen sind nickende Bewegungen oder Drehbewegungen. Manche Pferde reiben in dem Zusammenhang auch ihren Kopf an den Vorderbeinen.

Diagnose

Die Verhaltensstörung Headshaking kann nur nach Ausschluss anderer Erkrankungen diagnostiziert werden. Daher ist die Diagnose aufwendig, da sie die komplette Untersuchung der Atemwege, Maulhöhle und Zähne, Ohr und Gleichgewichtssinn, des breiten Nackenbandes, der Wirbelsäule und des Nervensystems umfassen kann.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme ist eine Verbesserung der Haltungsbedingungen. Das Pferd muss beschäftigt werden und sich wohl fühlen. Dazu eignen sich z.B.

  • verlängerte Fresszeiten durch hohen Raufutteranteil in der Ration,
  • Kraftfutter so wenig wie möglich füttern und auf viele kleine Portionen verteilen,
  • ausreichende Bewegung, am besten ganztägiger Weidegang,
  • genügend Sozialkontakte durch gemeinsame Haltung von Pferden oder zumindest Sicht-, Geruchs- und Berührungskontakt mit dem Boxennachbarn.

Leider bleibt die Verhaltensstörung häufig weiterhin bestehen. Einige Pferde profitieren von Hauben und Nasennetzen, die den Kopf vor direktem Lichteinfall schützen sollen. Auch Sonnencreme auf unpigmentierter Haut kann helfen.

Erfolge hat der Einsatz eines Antihistaminikums und eines Mittels gegen Epilepsie gebracht. Auch Schmerzmittel und verschiedene andere Medikamente können im Einzelfall Linderung erzielen.

Wenn eine andere Erkrankung zugrunde liegt, so muss diese zunächst behandelt werden.

Prognose

Häufig bleiben die Stereotypien bestehen, auch wenn die Ursache behoben wurde. Man geht davon aus, dass Umbauprozesse im Gehirn dafür verantwortlich sind. Trotzdem geht es dem Pferd unter pferdegerechten Haltungsbedingungen besser!

Therapeutische Maßnahmen können das Kopfschütteln in vielen Fällen lindern. Ein Überempfindlichkeit des Gesichtsnerven Nervus trigeminus lässt sich jedoch nur schwer beeinflussen.

Vorbeugung

Allen Verhaltensstörungen kann durch pferdegerechte Haltung und Vermeidung körperlicher und seelischer Überbelastung vorgebeugt werden.

ACHTUNG

Medikamente gegen Headshaking haben unter Umständen Nebenwirkungen und sind dopingrelevant. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt ausführlich beraten.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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