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Pferd: Hahnentritt

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Zuckfuß

Der Begriff Hahnentritt beschreibt eine Bewegungsstörung eines oder beider Hinterbeine. Das Bein wird ruckartig angezogen und wieder gestreckt. Das bedeutet, dass Knie-, Sprunggelenk und auch die tiefer liegenden Zehengelenke plötzlich stark gebeugt werden und die Gliedmaße im Extremfall bis an den Bauch gezogen wird. Danach wird das Bein ebenso schnell wieder aufgesetzt. Die Bewegung erinnert an den Paradeschritt beim Marschieren.

Ursachen

Man unterscheidet den echten Hahnentritt, der als eigene Erkrankung angesehen wird, von dem Symptom Hahnentritt, das als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung wie Spat auftreten kann.

Die genaue Ursache des echten Hahnentritts ist bis heute nicht restlos geklärt.

Die Bewegungsstörung kann plötzlich auftreten, es sind aber auch Fälle bekannt, in denen sich der Hahnentritt allmählich entwickelt hat.

Folgende Ursachen werden als Auslöser des echten Hahnentritts angenommen:

  • Muskelentzündung
  • Nervenentzündung
  • Rückenmarkerkrankung
  • Weidevergiftung (Die Vergiftung mit der Saat des „Gemeinen Ferkelkrauts“ gilt als gesicherte Ursache für den so genannten „Australischen Hahnentritt“)

Leitsymptom

Bewegungsstörung

Symptome

Das ruckartige Anziehen eines oder beider Hinterbeine tritt meistens während der Schrittbewegung auf. Dabei gibt es Pferde, die bei jedem Schritt das Bein hochziehen, bei anderen zeigt sich die Störung im Wechsel mit normalen Schritten. Bei einigen Pferden tritt der Hahnentritt auch im Stand oder aus einer schnelleren Gangart heraus auf. Manchmal verliert sich die Bewegungsstörung, wenn das Pferd etwas gearbeitet wurde.

Diagnose

Die Bewegungsstörung beim Hahnentritt ist typisch für die Erkrankung. Die Diagnose echter Hahnentritt kann nach Ausschluss einer anderen Grunderkrankung wie Spat somit leicht gestellt werden.

Behandlung

Es gibt heutzutage keine Behandlung, mit der echter Hahnentritt sicher geheilt werden kann. Folgende Maßnahmen können ausprobiert werden:

  • Mehrmonatige Arbeitspause mit Weidegang
  • Medikamente zur Muskelentspannung
  • Medikamentelle Nervenbetäubung im Lendenwirbelbereich
  • Vitamin-B-Präparate
  • Krampflösende Medikamente
  • Operation: Operativ kann ein Teil oder die ganze Sehne eines Muskels entfernt werden, der hauptsächlich den Bewegungsablauf beim Hahnentritt ausführt. Der Muskel heißt seitlicher Zehenstreckermuskel.

Prognose

Bei keiner der genannten Methoden hat man die Gewissheit, dass der Hahnentritt danach vollständig verschwunden ist. Es bietet sich aber an, zunächst eine medikamentelle Behandlung zu versuchen und bei Misserfolg auf die Operation zurückzugreifen. Als Freizeitpferd oder Zuchtpferd kann ein Pferd mit Hahnentritt weiterhin genutzt werden, da diese Erkrankung dem Pferd nach heutigem Wissen keine Schmerzen bereitet. Als Turnierpferde, besonders für Dressursport sind Pferde mit Hahnentritt in der Regel ungeeignet.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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