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Pferd: Fütterung der tragenden und säugenden Stute

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Ernährung der tragenden und laktierenden Stute

Allgemeines zum Thema wird in dem Artikel Fütterung ausführlich erklärt.

Tragende und säugende Stuten (Stuten in Laktation) erbringen vermehrte Leistung, die bei der Fütterung berücksichtigt werden muss. Als Leistung ist zum einen das Wachstum des Fohlens, der Eihäute und der Plazenta zu bezeichnen, zum anderen aber auch die Vorbereitung der Milchdrüse und schließlich die einsetzende Milchabsonderung, die man auch Laktation nennt.

Generell müssen Zuchtstuten in dieser Zeit besonders mit Mineralstoffen, Vitaminen, ausreichend Energie und Eiweiß versorgt werden.

Häufig werden Zuchtstuten auf der Weide gehalten. Je nach Qualität des Weidegrases kann so schon ein Großteil des Energie- und Eiweißbedarfs gesichert werden. Mineralstoffe müssen aber in jedem Fall zugefüttert werden.

Man muss auch bedenken, dass besonders in der letzten Phase der Trächtigkeit das Fohlen viel Platz im Bauchraum der Stute einnimmt. Daher ist die Futteraufnahme voluminöser, ballaststoffreicher Futtermittel zum Ende der Trächtigkeit eingeschränkt. Aus diesem Grund sollte etwa im letzen Monat vor der Geburt der Raufutteranteil in der Ration gesenkt werden und zunehmend leichtverdauliche, nährstoffreiche Futtermittel zugefüttert werden. Dazu eignen sich Ergänzungsfuttermittel für hochtragende und laktierende Zuchtstuten, die extra rohfaserarm und eiweiß-, mineralstoff- und vitaminreich sind.

Mineralstoffe/Vitamine

Trächtigkeit: Der Mineralstoffbedarf einer tragenden Stute steigt etwa ab dem 8. Trächtigkeitsmonat deutlich an, wobei sich der Bedarf hauptsächlich auf die Mengenelemente Kalzium und Phosphor bezieht. Der Bedarf an diesen beiden Mengenelementen beträgt dann etwa das 1,75-fache des Erhaltungsbedarfs. Das hat mit der Skelettentwicklung des wachsenden Fohlens zu tun. Bei den Spurenelementen ist der Mehrbedarf geringer. Insbesondere beim Spurenelement Jod ist eine gravierende Überversorgung zu vermeiden, da es zu Kropfbildung und Fehlbildungen der Gliedmaßen beim Fohlen führen kann. Im Allgemeinen kann man sich auf die Herstellerangaben zur Dosierung des Mineralfutters oder des mineralisierten Ergänzungsfutters verlassen.

Bei den Vitaminen spielt besonders der Mehrbedarf an Vitamin A eine Rolle bei der Versorgung von Zuchtstuten. Diesem Vitamin wird eine positive Wirkung auf die Fruchtbarkeit zugeschrieben. Außerdem führt eine gute Vitamin-A-Versorgung der hochtragenden Stute zu einer Anreicherung dieses Vitamins im Kolostrum (Biestmilch). Das Vitamin schützt das neugeborene Fohlen vor Infektionen. Die Stute stellt Vitamin A aus ß-Carotin her. ß-Carotin ist reichlich in frischem Gras enthalten. Im Winter kann es über synthetische Produkte, Anwelksilage oder Futtermöhren zugefüttert werden. Der Gehalt an ß-Carotin im Heu nimmt mit zunehmender Lagerungsdauer ab, so dass im späten Winter nur noch geringe Mengen im Heu enthalten sind. Es ist daher sinnvoll, wenn man bei der Auswahl des Mineralfutters ein Produkt mit zugesetzten Vitaminen auswählt. Besonders während der Stallhaltung ist der Bedarf an einigen Vitaminen durch das Futter häufig nicht ausreichend gedeckt.

Laktation: Durch die Milchbildung steigt der Mehrbedarf an Kalzium und Phosphor noch weiter an. Er beträgt dann etwa das 2 – 3-fache des Erhaltungsbedarfs.

Energie

Trächtigkeit: Zu Beginn und in der Mitte der Trächtigkeit hat die Stute nur einen geringen Mehrbedarf an Energie. Daher sollte man die Stute so füttern, als ob sie leichte Arbeit verrichtet. Gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Energiebedarf einer tragenden Stute steil an, da das Fohlen nun rasch wächst. Ca. 80% seines Wachstums erfolgt in den letzten 4 Trächtigkeitsmonaten. Daher sollte man im letzten Trächtigkeitsdrittel die Stute vermehrt energiereich füttern. Man geht in etwa davon aus, dass die Stute in dieser Zeit einen Energiebedarf hat, der dem 1,1 bis 1,25-fachen ihres Erhaltungsbedarfs entspricht. Die Stute baut auch jetzt schon Reserven auf für die spätere Milchproduktion. Man sollte aber die Stute nicht „fett“ füttern, da sich das negativ auf die Geburt auswirken kann.

Laktation: Während der Laktation haben Stuten einen enormen Energiebedarf. Er ist dann noch höher als während der Trächtigkeit. Als Faustzahl gilt etwa das Doppelte des Erhaltungsbedarfs. Um den dritten Laktationsmonat ist der Energiebedarf am höchsten. Danach nimmt er langsam ab, da die Fohlen zusätzlich vermehrt anderes Futter fressen. Daran muss auch die Fütterung angepasst werden. Laktierende Stuten sollten so gefüttert werden, dass sie nicht zu stark abnehmen. Das ist auch wichtig im Hinblick auf eine erneute Trächtigkeit.

Eiweiß

Trächtigkeit: Eiweiß ist ein wichtiger Bestandteil der Körpersubstanz. Während der Hochträchtigkeit, wenn das Fohlen am meisten wächst, geht man von einer Erhöhung des Eiweißbedarfs der Stute um das 1,5-fache gegenüber dem Erhaltungsbedarf aus. Der Eiweißgehalt wird in vRp angegeben, das bedeutet verdauliches Rohprotein. Rohprotein ist ein bei der Futtermittelanalyse gebräuchlicher Begriff. Im Rohprotein „verstecken“ sich neben den Eiweißen, die den Hauptanteil ausmachen, auch noch geringe Mengen anderer stickstoffhaltiger Bestandteile des Futtermittels.

Laktation: Während der Laktation steigt der Eiweißbedarf noch einmal deutlich an, er beträgt etwa das 3 – 3,5-fache des Erhaltungsbedarfs.

Tipps

Weidegras hat bereits einen hohen Eiweißgehalt, der bei der Rationsgestaltung berücksichtigt werden muss. Gutes Weidegras kann den Eiweißbedarf einer laktierenden Stute bereits decken.

Füttern Sie nach der Geburt noch ca. 3 Tage weiter wie während der Hochträchtigkeit, bevor Sie den Energie- und Eiweißgehalt in der Ration langsam steigern. So steigert sich auch die Milchmenge allmählich und das Fohlen bekommt keine zu üppigen Mahlzeiten.

Richten Sie sich bei der Rationsgestaltung nach den Herstellerangaben auf den Futtermitteln, aber behalten Sie Ihr Pferd im Auge: Jedes Pferd hat einen individuellen Erhaltungsbedarf, so dass die Ration für jedes Pferd einzeln gestaltet werden muss. Orientieren Sie sich immer auch am Aussehen Ihrer Stute.

Vermeiden Sie abrupte Futterumstellungen. Gewöhnen Sie Ihr Pferd über mehrere Wochen mit steigenden Mengen an ein neues Futtermittel.

ACHTUNG

Füttern Sie Ihrer tragenden und säugenden Stute nur Futtermittel der allerhöchsten Qualität.

Zuchtstuten habe eine erhöhte Anfälligkeit für Darmverlagerungen des Dickdarms (Torsio coli) besonders beim Übergang von der Stall- zur Weidehaltung und der damit verbundenen Futterumstellung. Daher sollten Zuchtstuten schonend angeweidet werden und in der Umstellungsphase reichlich Heu und Stroh zugefüttert bekommen.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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