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Pferd: Fohlendurchfall

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Fohlendiarrhoe

Viele Fohlen erkranken in den ersten zwei Lebenswochen an Durchfall. Häufig sind die Fohlen dabei recht munter, es gibt aber auch ernste Erkrankungen, die zum Tod führen können.

Ursachen

Verschiedene Ursachen können Durchfall bei Fohlen hervorrufen:

  • Infektiöse Ursachen:
  • Nicht-infektiöse Ursachen:
    • übermäßiges Wassertrinken aus Spieltrieb,
    • zu große Milchmahlzeiten bei Mutterstuten mit viel Milch,
    • Stallklima (zu kalt, zu stickig, Zugluft)
    • Störungen in der Zusammensetzung der Darmflora durch Fütterungsfehler (Als Darmflora bezeichnet man Mikroorganismen im Darm. Diese übernehmen die Zersetzung der ansonsten unverdaulichen pflanzlichen Nahrungsbestandteile)
    • „Fohlenrosse-Durchfall“: Nicht die Rosse der Mutterstute, sondern Anpassungsvorgänge im Fohlendarm (und Wurmbefall) verursachen diesen Durchfall um den 14. Lebenstag herum.

Ansteckung

Viren, Bakterien, Einzeller und Wurmeier und -larven werden mit dem Kot ausgeschieden und können über den noch nicht abgeheilten Nabel und über das Maul von Fohlen aufgenommen werden.

Leitsymptom

  • Durchfall
  • Schwäche

Symptome

Infektiöse Durchfälle gehen oft mit Fieber und großer Schwäche des Fohlens einher. Durch den dünnbreiigen oder wässrigen Durchfall verlieren die Fohlen viel Flüssigkeit, außerdem ist meistens zugleich die Aufnahme von Nährstoffen durch die Darmwand gestört, so dass die Fohlen rasch abnehmen und schwach werden. Unbehandelt kann es zum Festliegen und schließlich zum Tod des Fohlens kommen.

Nicht-infektiöse Durchfälle stören das Allgemeinbefinden des Fohlens in der Regel kaum. Der Kot kann zwischenzeitlich sogar flüssig sein, meistens hält dieser Zustand aber nur wenige Stunden an und normalisiert sich wieder. Manchmal tritt Durchfall in Schüben auf. Wenn Durchfall längere Zeit besteht, können auch diese Fohlen abmagern und austrocknen.

Diagnose

Um die Ursache des Durchfalls zu ergründen, kann eine Kotprobe auf Viren, Bakterien, Einzeller oder Würmer untersucht werden. Da diese nicht dauerhaft ausgeschieden werden, muss die Untersuchung ggf. wiederholt werden. Bei unkomplizierten Durchfällen mit ungestörtem Allgemeinbefinden ist eine Kotuntersuchung in der Regel nicht nötig.

Behandlung

Dem Flüssigkeitsverlust wird durch Gabe von Flüssigkeiten und Elektrolyten entgegengewirkt. Diese können über das Maul oder als Infusion gegeben werden. In kritischen Fällen kann auch Vollblut oder Blutplasma infundiert werden, um das Immunsystem zu unterstützen.

Stopfende Mittel und Mittel, die Giftstoffe binden, können hilfreich sein.

Grunderkrankungen müssen gezielt behandelt werden: Bakterien werden durch eine Antibiose, Einzeller mit speziellen Medikamenten gegen Protozoen und Würmer mit einem geeigneten Wurmmittel bekämpft.

Prognose

Bei infektiösen Durchfallerkrankungen hängt die Prognose vom Verlauf der Erkrankung und von der Wirksamkeit der eingeleiteten Behandlung ab. Wenn die Behandlung schnell zu einer Verbesserung führt, so ist die Prognose besser. Starker Durchfall, der nicht behandelt wird, kann innerhalb von 12 Stunden zum Tod des Fohlens führen.

Nicht-infektiöse Durchfallerkrankungen haben eine gute Prognose.

Vorbeugung

Hygiene, Nabelpflege, gutes Stallklima und eine intensive Überwachung junger Fohlen können Durchfall vorbeugen bzw. ein schnelles Einschreiten möglich machen.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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