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Pferd: Fesselringbandsyndrom

Allgemeines

Beim Fesselringband handelt es sich um eine sehnige Platte auf der Rückseite des Fesselkopfs. Es zieht wie eine Brücke über die oberflächliche und die tiefe Beugesehne und ihre Sehnenscheide (Fesselbeugesehnenscheide) hinweg. Die Hauptaufgabe des Fesselringbandes ist es, die Beugesehnen in ihrer Lage zu halten.

Abb. GQEY0ZA6
Abb. GQEY0ZA6: Fesselringband.
Schematische Darstellung des Ringbandes und der benachbarten Strukturen.

Beim Fesselringbandsyndrom unterscheidet man eine primäre und eine sekundäre Form:

  • Primäres Ringbandsyndrom: Das primäre Ringbandsyndrom ist zunächst eine Erkrankung des Fesselringbandes. Wenn das Ringband verkürzt oder verdickt ist, übt es Druck auf die oberflächliche Beugesehne und ihre Sehnenscheide aus. Die oberflächliche Beugesehne kann durch den Druck nekrotisch werden, d.h. oberflächliche Anteile der Sehne sterben ab und die Sehne fasert auf. Die Sehnenscheide kann ebenfalls gereizt werden und es entwickelt sich eine Sehnenscheidenentzündung. Sie ist dann vermehrt gefüllt, kann sich aber nur oberhalb und unterhalb des Ringbandes vorwölben, so dass eine „sanduhrförmige“ Einschnürung der Sehnenscheide durch das Ringband sichtbar wird.
  • Sekundäres Ringbandsyndrom: Beim sekundären Ringbandsyndrom sind zunächst die Beugesehnen entzündet und aufgrund der Entzündung auch verdickt. Das Ringband ist aber nicht elastisch und kann dem verdickten Sehnenbereich nicht nachgeben. Daher werden die verdickten Sehnen im Bereich des Ringbandes eingeschnürt und können so zusätzlich geschädigt werden. Die Sehnenscheiden werden immer gleichzeitig in Mitleidenschaft gezogen, da sie ebenfalls durch die Enge im Ringbandbereich gequetscht werden.

Abb. GWXPSG1T
Abb. GWXPSG1T: Sanduhrförmige Einschnürung der Sehnenscheide.
Die hochgradig gefüllte Beugesehnenscheide wird durch das Fesselringband eingeschnürt und kann sich nur oberhalb und unterhalb der Schnürstelle vorwölben

Abb. GWXPWZCX
Abb. GWXPWZCX: Dasselbe Pferd von der Seite gesehen.
Man sieht deutlich, dass sich die Beugesehnenscheide an drei Stellen vorwölben kann: Oberhalb und unterhalb des Fesselringbandes sowie im Bereich der Fesselbeuge

Pferde mit einem Fesselringbandsyndrom entlasten häufig das erkrankte Bein, indem sie das Fesselgelenk auch in Ruhe nicht vollständig durchdrücken. In der Bewegung und bei der Berührung zeigen sie deutliche Schmerzen. Auch nach längerer Ruhephase und der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten treten die Symptome häufig wieder auf.

Beide Formen des Fesselringbandsyndroms führen häufig zu Verwachsungen zwischen den beteiligten Strukturen. Diese schränken die Beweglichkeit in diesem Bereich stark ein. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann das Ausmaß der Erkrankung sichtbar gemacht werden.

Generell beim primären Fesselringbandsyndrom und häufig auch beim sekundären Ringbandsyndrom kann nur ein operatives Durchtrennen des Ringbandes helfen, die Erkrankung zum Stillstand zu bringen und weitere Sehnenschäden zu verhindern. Dabei werden ggf. auch Verwachsungen gelöst. Die Behandlung einer Sehnenentzündung wird im entsprechenden Kapitel erklärt. Im Anschluss an eine Operation sind die Aussichten auf einen ungestörten Bewegungsablauf recht gut.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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