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Pferd: Equines Sarkoid

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Schwannscher Tumor

Das equine Sarkoid stellt mit 40% weltweit den häufigsten Tumor beim Pferd dar. Es handelt sich um einen Bindegewebetumor, der auch Teile von Hautgewebe enthält. Man findet ihn nur in Haut und Unterhaut des Pferdes, innere Organe werden nicht betroffen. Der Tumor wird als „semimaligne“ bezeichnet, was man mit „halbbösartig“ übersetzen könnte. Equine Sarkoide wachsen nämlich recht aggressiv in ihre Umgebung ein, dafür treten aber keine Metastasen in anderen Organen auf. Daher sind equine Sarkoide nicht lebensbedrohend, können aber aufgrund ihrer bevorzugten Lage im Sattel- und Trensenbereich die Reitfähigkeit eines Pferdes stark einschränken.

Ursachen

Equine Sarkoide werden vermutlich durch eine Infektion mit dem bovinen Papillomavirus (BPV) Typ 1 und 2 verursacht. Das Virus verursacht eigentlich Warzen bei Rindern. Am häufigsten treten equine Sarkoide bei Pferden zwischen 2 und 10 Jahren auf.

Ansteckung

Der Ansteckungsweg ist nach wie vor nicht bekannt. Möglicherweise sind Insekten an der Übertragung des Virus beteiligt. Es gilt als gesichert, dass manche Pferde eine vererbte Veranlagung für die Entwicklung equiner Sarkoide haben.

Leitsymptom

  • Tumoren in der Haut
  • Hautveränderungen

Symptome

Equine Sarkoide treten besonders häufig an Kopf, Ohrgrund, Hals, seitlicher Brustwand und zwischen den Vorderbeinen, am Unterbauch und an den Beinen (Ellenbogen) auf. Pferde mit einem einzigen equinen Sarkoid kommen genauso vor wie Pferde, die geradezu mit Tumoren übersät sind.

Das Erscheinungsbild der Tumoren kann stark variieren. Sie können etwa auf Faustgröße heranwachsen. Einige sitzen der Haut mit breiter Basis auf, anderer sind über einen dünneren Stiel mit der Haut verbunden (gestielte Tumoren). Ihre Oberfläche neigt dazu, blumenkohlartig zu wuchern und aufzureißen. Die offenen Stellen infizieren sich häufig mit Bakterien und es entsteht eine bakterielle Sekundärinfektion.

Equine Sarkoide werden aufgrund ihres Aussehens und Wachstums in verschiedene Formen eingeteilt:

  • Okkult: haarlose, flache, raue Hautveränderungen, langsam wachsend
  • Verrukös: warzenartiges Aussehen, langsam wachsend
  • Nodulär: Knoten in und auf der Haut, manchmal blutend, unterschiedliches Wachstum
  • Fibroblastisch: fleischartiger, häufig blutender Typ, schnell wachsend
  • Gemischt: Zwei Merkmale treten in einem Tumor auf.
  • Malevolent: strangartige und knotige Hautverdickungen, wächst in die Lymphbahn ein, aggressives Wachstum

Abb. GQDU2IQB
Abb. GQDU2IQB: Equines Sarkoid an der Bauchwand.

Abb. GQDU3JCA
Abb. GQDU3JCA: Equines Sarkoid am Euter einer Stute.

Diagnose

Das klinische Bild erlaubt eine Verdachtsdiagnose, die durch die Untersuchung einer Gewebeprobe gesichert werden kann. Dazu kann eine Biopsie aus dem Tumor entnommen werden, die in einem pathologischen Labor oder Institut histologisch untersucht wird.

Abb. GQDU7SNR
Abb. GQDU7SNR: Entnahme einer Hautstanze (Hautbiopsie).
Das Entnahmegerät hat vorne ein ringförmiges Messer, mit dem eine Hautprobe herausgeschnitten wird. Die Pferde tolerieren den Vorgang in der Regel gut, je nach Fall wird eine Nasenbremse angelegt bzw. eine Sedierung des Pferdes oder eine örtliche Betäubung der Biopsiestelle durchgeführt.

Abb. GQDUA4EU
Abb. GQDUA4EU: Hautprobe.
Die Hautprobe wird in einer Lösung fixiert, d.h. haltbar gemacht und in ein Labor zur histologischen Untersuchung geschickt. Dort wird das veränderte Gewebe unter dem Mikroskop untersucht.

Behandlung

Für die Therapie der Sarkoide sind viele verschiedene Methoden beschrieben. Es gibt aber bislang keine Therapieform, die in jedem Fall erfolgsversprechend ist. Häufig werden die Methoden auch in Kombination angewendet, um den Erfolg zu erhöhen.

Man kann folgende Verfahren unterscheiden:

  • Chirurgische Maßnahmen
  • Chemotherapie: Verschiedene Substanzen sollen gezielt das Wachstum der Tumorzellen hemmen. Auf diesem Gebiet wird ständig geforscht.
  • Immuntherapie (Aktivierung des Immunsystems):
    • BCG (Bacille Calmette-Guerin): BCG ist ein künstlich hergestelltes Bakterium (Mycobacterium bovis), das zur Herstellung des Tuberkuloseimpfstoffs beim Menschen verwendet wird. BCG wird aber darüber hinaus auch bei verschiedenen Krebserkrankungen mit gutem Erfolg eingesetzt. BCG wird wiederholt direkt in das Sarkoid hineingespritzt.
    • Interleukin (IL-2)
    • Impfung mit so genannten Autovakzinen, das sind Impfstoffe, die aus dem erkrankten Gewebe individuell für jedes Pferd hergestellt werden.
  • Bestrahlung
  • Phototherapie
  • Verschiedenes: Misteltherapie, Homöopathie, xxTerra-Salbe

Prognose

Die Rezidivrate ist hoch, d.h. der Tumor wächst häufig wieder nach.

Vorbeugung

Über einen Gentest kann die Anfälligkeit eines Pferdes für equine Sarkoide bestimmt werden. Dies kann hilfreich bei der Auswahl von Zuchttieren sein.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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18.04.2016: etho-animal
Da diese Equinen Sarkoiden den Ursprung in einem Virus haben kann dieses Problem auch mit Kolloidalem Silber (Langzeittherapie 6-8 Wochen mindestens) behandelt werden. Zum Einstieg intravenös ca. 3 Tage (ppm 100) und nachfolgend oral evt. vaginal. die Pasta oder Salbe xxTerra (Zinkoxyd Redwoodextr.) äusserlich, immer nach einer ebenfalls äusserlichen Behandlung mit KS. Die grossen Tumore abbinden.
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Da diese Equinen Sarkoiden den Ursprung in einem Virus haben kann dieses Problem auch mit Kolloidalem Silber (Langzeittherapie 6-8 Wochen mindestens) behandelt werden. Zum Einstieg intravenös ca. 3 Tage (ppm 100) und nachfolgend oral evt. vaginal. die Pasta oder Salbe xxTerra (Zinkoxyd Redwoodextr.) äusserlich, immer nach einer ebenfalls äusserlichen Behandlung mit KS. Die grossen Tumore abbinden.

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