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Pferd: Equine protozytäre Myeloenzephalitis

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: EPM

Equine protozytäre Myeloenzephalitis (EPM) ist eine Entzündung des Zentralnervensystems, die durch den einzelligen Parasiten Sarcocystis neurona verursacht wird. Die Erkrankung ist bislang nur in den USA bekannt und ist dort die häufigste neurologische Erkrankung beim Pferd.

Der so genannte Hauptwirt des Parasiten ist das Opossum. Das Opossum trägt den Parasiten in sich, ohne zu erkranken. Es scheidet in seinem Kot besondere Formen des Parasiten aus, die man Sporozysten nennt. Die Sporozysten infizieren die so genannten Zwischenwirte des Parasiten, nämlich Katzen, Stinktiere, Waschbären und Gürteltiere. In ihnen vollzieht sich die weitere Entwicklung des Parasiten. Werden die Kadaver der Zwischenwirte vom Opossum gefressen, schließt sich der Kreislauf.

Das Pferd ist ein Fehlwirt des Parasiten. Es nimmt sozusagen versehentlich Sporozysten beim Grasen oder Trinken auf. Die Parasiten gelangen ins Gehirn und ins Rückenmark und zerstören dort Gewebe und verursachen Entzündungen. Das Pferd kann kein weiteres Lebewesen anstecken.

Obwohl viele Pferde im Laufe ihres Lebens Kontakt mit Sarcocystis neurona haben, entwickeln nur sehr wenig Tiere klinische Symptome. Stress, verminderte Immunabwehr und häufiger Kontakt zu Opossums gelten als Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen.

Klinische Symptome können plötzlich auftreten oder sich langsam entwickeln. Mangelnde Bewegungskoordination und Muskellähmungen sind die häufigsten Symptome. Auch nach anfänglicher Besserung der Symptome muss mit Rückfällen gerechnet werden.

Der Nachweis des Parasiten ist schwierig. Verschiedene Labortests zum Nachweis des Erregers oder von Antikörpern, die das Immunsystem gegen den Parasiten gebildet hat, sind nicht immer hundertprozentig aussagekräftig.

Gegen Sarcocystis neurona gibt es in den USA verschiedene Medikamente, die zum Teil sehr teuer sind und lange gegeben werden müssen.

Durch gezielte Behandlung gelingt es aber, den Großteil der an EPM erkrankten Pferde zu heilen.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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