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Pferd: Equidenpass

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Pferdepass

Den Equidenpass, auch Pferdepass genannt, gibt es seit dem 1. Juli 2000. Er ist ein europaweit gültiges Dokument zur Identifizierung eines Equiden. Der Equidenpass enthält Informationen zur Herkunft, über den Besitzer und zur Identität des Pferdes sowie zu Arzneimittelanwendungen und Impfungen.

Identität

Anhand der Daten im Equidenpass kann ein Pferd eindeutig identifiziert werden. Der Equidenpass wird bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) oder bei dem Zuchtverband, bei dem das Pferd eingetragen ist, beantragt. Den Antrag stellt der Tierhalter, der beim Veterinäramt als Halter registriert ist. Fohlen müssen spätestens beim Absetzen von der Mutter einen Equidenpass erhalten. Inzwischen müssen Pferde, für die ein Equidenpass neu beantragt wird, gleichzeitig einen Chip (Transponder) zur Identifikation unter die Haut implantiert bekommen. Pferde, die bereits einen Equidenpass haben, müssen nicht nachgechipt werden.

Transport

Ein Pferd darf nur dann transportiert werden, wenn es von seinem Equidenpass begleitet wird. Diese Pflicht gilt in der gesamten EU, weil der Equidenpass zur Umsetzung einer EU-Richtlinie entwickelt wurde. Ein Pferd ohne Equidenpass darf den Hof also nicht verlassen.

Schlachtung: Ja oder Nein?

Der Equidenpass wurde aus folgendem Grund nötig: EU-weit wird das Pferd als Schlachttier angesehen. Bei einem Schlachttier ist es wichtig, dass das Fleisch frei von Rückständen ist, die den Verbraucher gefährden könnten. Rückstände gelangen z.B. durch Arzneimittel in die Muskulatur. Daher ist der Einsatz von Arzneimitteln bei Schlachttieren auf solche beschränkt, für die seitens der Pharmaindustrie ein aufwendiges Rückstandsnachweisverfahren durchgeführt wurde. Das bedeutet, für diese Arzneimittel kann man genau sagen, ob und wie lange sich Rückstände im Pferd befinden und ab wann das Pferd nach der Arzneimittelgabe unbedenklich geschlachtet werden kann. Da diese Nachweisverfahren teuer und aufwendig sind, gibt es sie nur für einige Arzneimittel. Diese sind dann unter Angabe von Wartezeiten für das Pferd (oder andere Lebensmittel liefernde Tiere) zugelassen.

Viele Pferde werden heutzutage als Liebhaberpferde gehalten. Die Besitzer wünschen sich im Krankheitsfalle ihres Pferdes eine bestmögliche medizinische Versorgung. Dazu müssen unter Umständen Medikamente eingesetzt werden, die nicht für das Pferd zugelassen sind, z.B. Arzneimittel aus der Humanmedizin. Da für diese Arzneimittel keine Rückstandsnachweisverfahren durchgeführt wurden oder der Einsatz bei Lebensmittel liefernden Tieren sogar aus Gründen des Verbraucherschutzes verboten ist, darf das Tier danach Zeit seines Lebens nicht mehr geschlachtet werden.

Um diese Tiere unterscheiden zu können, gibt es im Equidenpass die Möglichkeit, sein Pferd als „zur Schlachtung bestimmt“ oder als „nicht zu Schlachtung bestimmt“ eintragen zu lassen. Wenn kein Eintrag vorgenommen wurde, gilt das Pferd automatisch als „zur Schlachtung bestimmt“. Ein „zur Schlachtung bestimmtes“ Pferd kann jederzeit in ein „nicht zur Schlachtung bestimmtes“ Pferd geändert werden (andersherum geht es nicht) und muss natürlich nicht geschlachtet werden. Es besteht nur die Option, es schlachten zu lassen. Allerdings gilt das „zur Schlachtung vorgesehene“ Pferd rein rechtlich als Lebensmittel lieferndes Tier. Daher müssen bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllt werden:

  • Es dürfen nur für Lebensmittel liefernde Tiere zugelassenen Arzneimittel angewendet werden und Arzneimittel einer speziellen Liste der EU-Kommission („Positivliste“; Anwendung dieser Arzneimittel muss im Arzneimittelanhang des Equidenpass verzeichnet werden)
  • Wartezeiten sind zu beachten (Bei Arzneimitteln aus der Positivliste beträgt die Wartezeit automatisch 6 Monate)
  • Der Tierhalter muss ein Bestandsbuch führen
  • Der Tierarzt muss Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebelege ausfüllen, die der Tierhalter 5 Jahre aufbewahren muss

Sobald das Pferd als „nicht zur Schlachtung bestimmt“ klassifiziert wird, entfallen diese Auflagen, aber auch die Option einer späteren Schlachtung. Bei einem Besitzerwechsel muss der neue Besitzer durch seine Unterschrift im Equidenpass bestätigen, dass das Tier nicht mehr geschlachtet werden darf.

Rückgabe

Bei Tod des Pferdes (oder auch bei Diebstahl) muss der Equidenpass innerhalb von 30 Tagen an die ausstellende Stelle zurück geschickt werden.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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