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Pferd: Dermatophilose

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Streptotrichose, Mykotische Dermatitis der Pferde, Regenräude, Rain Rot

Dermatophilose ist eine durch Bakterien verursachte Hauterkrankung des Pferdes. Die Erkrankung tritt besonders in warmen Regionen der Welt auf.

Ursachen

Die Ursache einer Dermatophilose ist eine Infektion der Haut mit dem Bakterium Dermatophilus congolensis. Der Erreger kann auch auf der Haut von gesunden Pferden vorkommen, ohne zu Krankheitserscheinungen zu führen. Unter bestimmten Umständen dringen die Bakterien aber in die Haut ein:

  • Kleinste Hautverletzungen an den Beinen z.B. durch Stacheln, Dornen und harte Gräser
  • Aufgeweichte Haut z.B. auf dem Rücken durch anhaltenden Regen oder an den Beinen auf feuchten Weiden

Die Erreger verursachen eine Entzündung der Haut, die durch Exsudat-Bildung und übermäßige Verhornung der Haut gekennzeichnet ist.

Ansteckung

Die Hauptansteckungsquelle sind Fliegen, die die Bakterien übertragen können. Dagegen scheint eine direkte Ansteckung von Pferd zu Pferd eher selten stattzufinden. Sie ist aber dennoch jederzeit möglich. Auch über gemeinsam benutzte Satteldecken und Stalldecken können die Bakterien übertragen werden.

Leitsymptom

  • Krusten
  • Schuppen

Symptome

Die Krankheitserscheinungen treten überwiegend an den Gelenken der Beine und im Rückenbereich auf.

Zunächst findet man kleine Knötchen in der Haut, die auch zu größeren Bereichen „zusammenfließen“ können. Die Haare lassen sich leicht ausziehen. Im weiteren Verlauf werden die Haare zunehmend von Exsudat verklebt. Es bilden sich Krusten, die der Haut zunächst fest anhaften. Wenn sich die Krusten nach einigen Tagen ablösen, zeigt sich darunter eine feuchte Wundfläche. Nach einigen Wochen wachsen die Haare meistens wieder nach. Im Bereich der Beine können jedoch haarlose Hautschwielen zurückbleiben.

Diagnose

Die Diagnose wird durch den Nachweis der Erreger gesichert. Unter dem Mikroskop kann man mit etwas Glück bereits in frischen Krusten die Erreger finden. Wenn dies nicht gelingt, können die Bakterien im Labor unter geeigneten Bedingungen angezüchtet werden und dann bestimmt werden.

Behandlung

Bei leichten Veränderungen reichen häufig milde Waschungen zum Entfernen der Krusten und anschließende mehrtägige Behandlung der Stellen mit Antibiotika-haltigen Salben oder Sprays aus. Bei stärkerem Befall sollte das Antibiotikum systemisch gegeben werden und so den Erreger von „innen“ bekämpfen.

Prognose

Mit geeigneten Präparaten lassen sich die ansonsten hartnäckigen Erreger in der Regel gut bekämpfen.

Vorbeugung

Die Haut des Pferdes sollte z.B. durch Auflegen von Regendecken auch im Sommerregen trocken gehalten werden. Auch kleinste Verletzungen sollten vorsorglich desinfiziert werden.

Gegen die Fliegen können die Pferde mit fliegenabwehrenden Substanzen behandelt werden.

Tipps

Weidepferde sollten nicht zu ausgiebig auf dem Rücken geputzt oder mit Shampoo gewaschen werden, um den natürlichen Schutzmantel der Haut nicht zu beeinträchtigen.

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Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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