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Pferd: Claudicatio intermittens

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Schaufensterkrankheit, Intermittierendes Hinken, Thrombose des Endabschnitts der Aorta und ihrer Verzweigungen

Die Aorta, auch Hauptschlagader genannt, entspringt am Herzen und verläuft unterhalb der Wirbelsäule bis in die Beckenhöhle. Dabei entlässt sie Arterien zur Blutversorgung des gesamten Körpers. Im Bereich der Beckenhöhle spaltet sich die Aorta in verschiedene Arterien auf, die Hinterbeine und Beckenhöhle mit Blut versorgen. Diesen Bereich nennt man die Endaufzweigung der Aorta.

In diesem Bereich können sich Blutgerinnsel (Thromben) in den Blutgefäßen bilden. Sie können im Endabschnitt der Aorta oder in den abgehenden Blutgefäßen vorkommen. Je nach ihrer Größe können sie die Arterien mehr oder weniger verstopfen. Man spricht dann von einer Thrombose.

Bei Belastung des Pferdes wird der Bedarf an sauerstoffreichem Blut in der arbeitenden Muskulatur größer. Der Mehrbedarf wird normalerweise durch eine vermehrte Durchblutung gewährleistet. Wenn das Gefäß aber verstopft ist, wird das zu versorgende Gebiet nicht genügend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Dieser Mangel führt zu großen Schmerzen in der arbeitenden Muskulatur.

Ursachen

Thromben an der Endaufzweigung der Aorta bilden sich durch das Anhaften von Blutbestandteilen an kleine Verletzungen in der Blutgefäßwand.

Man kennt noch nicht alle Ursachen, die zu Verletzungen der Gefäßwand führen, geht aber von folgenden Möglichkeiten aus:

  • wandernde Larven der Palisadenwürmer (Strongylus vulgaris) bei Wurmbefall
  • Verletzungen, Unfall
  • Zerrung der Gefäßwand bei der Bewegung
  • Gefäßerkrankungen

Leitsymptom

Lahmheit

Symptome

Die Symptome können an einem oder an beiden Hinterbeinen auftreten, je nachdem, welche Gefäße verstopft sind. Die Schwere der Symptome hängt vom Grad der Verstopfung ab.

Im Stand und bei leichter Bewegung zeigen die Pferde häufig noch keine Symptome. Die betroffenen Gliedmaßen sind als Zeichen der mangelhaften Durchblutung kühler. Der Puls fehlt dort oder ist sehr schwach.

Typischerweise gehen die Pferde bei der Arbeit die ersten 10 – 20 Minuten lahmfrei. Bei stärkerer Belastung schleifen die Pferde das betroffene Bein zunächst über den Boden, lahmen dann stärker und verweigern häufig die weitere Arbeit. Wenn beide Beine betroffen sind, können die Pferde auch niederstürzen. Als Reaktion auf die starken Schmerzen schwitzen die Pferde häufig stark.

Nach einer Erholungsphase können die Pferde wieder normal stehen und gehen.

Unvollständige Thrombosen können sich auch nur in einem Leistungsabfall äußern. Wenn das Blutgerinnsel genau in der Aufzweigung der Aorta sitzt, kann die Lahmheit auch abwechselnd links und rechts auftreten.

Diagnose

Das klinische Bild ist ziemlich typisch. Bei der rektalen Untersuchung kann der Thrombus häufig bereits gefühlt werden. Das Blutgefäß kann durch Ultraschall näher untersucht werden. Durch eine Doppler-Ultraschalluntersuchung kann auch der Blutfluss in dem Gefäß dargestellt werden. In einigen Fällen kann eine Thrombose auch durch eine Szintigraphie nachgewiesen werden.

Behandlung

Die Behandlung ist schwierig. Vorsichtshalber sollte das Pferd jedoch entwurmt werden, um wandernde Wurmlarven abzutöten.

Man kann versuchen, die Gerinnsel mit Hilfe von gerinnungshemmenden Medikamenten aufzulösen, was nicht immer gelingt. Am besten bringt man dazu das Pferd in eine Klinik, damit es dort überwacht werden kann.

Entzündungshemmende Medikamente können helfen, das Blutgerinnsel abzubauen.

Durch viel ruhige Bewegung z.B. in einer Laufbox kann die Bildung eines Kollateralkreislaufs angeregt werden, d.h. es bilden sich neue Blutgefäße, die nach und nach die Aufgaben der verstopften Gefäße übernehmen.

Recht erfolgversprechend, allerdings auch kostenintensiv ist die operative Entfernung des Thrombus. Ein älterer Thrombus verwächst allerdings häufig mit der Gefäßwand, so dass er dann nicht mehr herauszulösen ist.

Prognose

Die operative Therapie eines frischen Thrombus hat eine recht gute Prognose. Ansonsten ist die Prognose eher vorsichtig abwartend.

Vorbeugung

Regelmäßige Entwurmung schützt vor Gefäßschäden durch Parasitenlarven.

ACHTUNG

Gerinnungshemmende Medikamente setzen die Blutgerinnung insgesamt herab. Diese Tiere müssen gut überwacht werden, weil sie leicht verbluten können.

Stand: 18.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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