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Katze: Progressive Retinaatrophie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: PRA, fortschreitender Netzhautschwund

Die Netzhaut (Retina) ist eine sehr spezialisierte Gewebeschicht am Augenhintergrund. Sie hat die Aufgabe, das einfallende Licht in Signale umzuwandeln, die dann durch den Sehnerv als Bilder an das Gehirn vermittelt werden. Man unterscheidet in der Netzhaut zwei verschiedene Zelltypen: So genannte Stäbchenzellen sind für die Signalaufnahme im Dämmerlicht verantwortlich, Zapfenzellen sind zuständig für die Verarbeitung des Tageslichts und das Farbensehen. Im Vergleich zum Menschen besitzen Katzen deutlich mehr Stäbchenzellen. Deshalb können Katzen in der Dämmerung viel besser sehen.

Unter der Bezeichnung Progressive Retinaatrophie (PRA) werden verschiedene Veränderungen der Netzhaut zusammengefasst, die zu einem fortschreitenden Funktionsverlust der Netzhaut (Retina) führen. Als Folge der Erkrankungen werden zuerst die Stäbchen zerstört. Dadurch kommt es zum Verlust des Dämmerungssehens und zur Nachtblindheit. Später erblinden die Katzen vollständig, da auch die Zapfen nicht mehr funktionsfähig sind.

Abb. GF6POGFK
Abb. GF6POGFK: Schematische Darstellung des Auges.
Die Netzhaut (Retina) ist gelb dargestellt. Sie kleidet den gesamten Augenhintergrund aus.

Ursachen

Die meisten bekannten Formen der PRA sind erblich bedingt. Insbesondere die Rassen Abessinier und Somali erkranken an PRA, aber auch andere Rassen können betroffen sein. Die Symptome treten hauptsächlich um den 3. Lebensmonat oder zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr auf.

Eher selten kommt es auch durch andere Erkrankungen zu einem Netzhautschwund. Dazu gehören beispielsweise Glaukome oder Augentumoren. Auch ein Taurin-Mangel in der Nahrung oder verschiedene Giftstoffe können die Netzhaut dauerhaft schädigen.

Leitsymptom

  • Sehverlust

Symptome

An PRA erkrankte Katzen verlieren fortschreitend (progressiv) ihr Sehvermögen. Bei einer erblichen Ursache sind beide Augen immer symmetrisch betroffen. Zuerst verlieren die Stäbchenzellen ihre Funktion und das Dämmerungssehen wird eingeschränkt. Die Pupille ist ständig weit gestellt, um möglichst viel Licht auf die Netzhaut fallen zu lassen. Im weiteren Krankheitsverlauf nimmt dann auch die Sehfähigkeit tagsüber immer weiter ab.

Vielen Besitzern fällt der Sehverlust erst sehr spät auf, da sich die langsam erblindenden Katzen in gewohnter Umgebung problemlos zurechtfinden. Erst wenn beispielsweise Möbelstücke umgeräumt werden, fällt dann plötzlich auf, dass die Katze dagegen läuft.

Diagnose

Die Diagnose kann durch eine gründliche Augenuntersuchung gestellt werden. Dazu werden spezielle Augenlampen verwendet, mit denen der Augenhintergrund betrachtet werden kann.

Behandlung

Der fortschreitende Sehverlust bei erblicher PRA kann nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht aufgehalten werden. Liegt dem Netzhautschwund eine andere Erkrankung zugrunde, muss diese entsprechend behandelt werden, um den Krankheitsverlauf gegebenenfalls aufzuhalten. Der Schwund der Netzhaut scheint für die Tiere vollkommen schmerzfrei zu sein.

Prognose

Alle Katzen, die an erblicher PRA erkranken, erblinden früher oder später vollständig. Die meisten blinden Katzen finden sich jedoch in gewohnter Umgebung problemlos zurecht.

Vorbeugung

Katzen können an PRA erkranken oder auch nur Träger des genetischen Defekts sein und diesen an ihre Nachkommen weitergeben. Alle Katzen, die an PRA erkranken, sollten von der Zucht ausgeschlossen werden. Dies gilt ebenfalls für Tiere, bei deren Eltern oder Geschwistern PRA diagnostiziert wurde. Für Abessinier und Somalis steht bereits ein Gentest zur Verfügung, der die Träger der veränderten Gene identifizieren kann.

Tipps

Viele Katzen scheinen auch blind in gewohnter Umgebung eine gute Lebensqualität zu behalten. In diesen Fällen sollte man jedoch möglichst auf ständiges Möbelrücken verzichten und auch keine gefährlichen Gegenstände herumliegen lassen. Einige Katzen werden durch die Erblindung jedoch auch sehr ängstlich oder aggressiv.

Stand: 31.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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