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Hund: Progressive Retinaatrophie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: PRA, fortschreitender Netzhautschwund

Die Netzhaut (Retina) ist eine sehr spezialisierte Gewebeschicht am Augenhintergrund. Sie hat die Aufgabe, das einfallende Licht in Signale umzuwandeln, die dann durch den Sehnerv als Bilder an das Gehirn vermittelt werden. Man unterscheidet in der Netzhaut zwei verschiedene Zelltypen: So genannte Stäbchenzellen sind für die Signalaufnahme im Dämmerlicht verantwortlich, Zapfenzellen sind zuständig für die Verarbeitung des Tageslichts und das Farbensehen. Im Vergleich zum Menschen besitzen Hunde deutlich mehr Stäbchenzellen. Deshalb können Hunde in der Dämmerung viel besser sehen.

Unter der Bezeichnung Progressive Retinaatrophie (PRA) werden verschiedene Veränderungen der Netzhaut zusammengefasst, die zu einem fortschreitenden Funktionsverlust der Netzhaut (Retina) führen. Als Folge der Erkrankungen werden zuerst die Stäbchen zerstört. Dadurch kommt es zum Verlust des Dämmerungssehens und zur Nachtblindheit. Später erblinden die Hunde vollständig, da auch die Zapfen nicht mehr funktionsfähig sind.

Abb. GF6JGI41
Abb. GF6JGI41: Schematische Darstellung des Auges.
Die Netzhaut (Retina) ist gelb dargestellt. Sie kleidet den gesamten Augenhintergrund aus.

Ursachen

PRA ist eine erbliche Erkrankung von der viele verschiedene Hunderassen betroffen sind.

Leitsymptom

  • Sehverlust

Symptome

An PRA erkrankte Hunde verlieren fortschreitend (progressiv) ihr Sehvermögen. Beide Augen sind immer symmetrisch betroffen. Da zuerst die Stäbchenzellen ihre Funktion verlieren und dadurch das Dämmerungssehen eingeschränkt ist, werden viele Hunde beim Abendspaziergang plötzlich ängstlich. Die Pupille ist ständig weit gestellt, um möglichst viel Licht auf die Netzhaut fallen zu lassen. Im weiteren Krankheitsverlauf nimmt dann auch die Sehfähigkeit tagsüber immer weiter ab. Einige Hunde entwickeln im Krankheitsverlauf zusätzlich ein Katarakt durch die bei der Zerstörung der Netzhaut freiwerdenden Giftstoffe.

Vielen Besitzern fällt der Sehverlust erst sehr spät auf, da sich die langsam erblindenden Hunde in gewohnter Umgebung problemlos zurechtfinden. Erst wenn beispielsweise Möbelstücke umgeräumt werden, fällt dann plötzlich auf, dass der Hund dagegen läuft.

Diagnose

Die Diagnose kann durch eine gründliche Augenuntersuchung mit entsprechenden Augenlampen gestellt werden.

Behandlung

Es gibt derzeit keine Möglichkeit, den Sehverlust zu verlangsamen oder aufzuhalten. Glücklicherweise scheint die Krankheit für die Hunde vollkommen schmerzfrei zu sein.

Prognose

An PRA erkrankte Hunde erblinden immer vollständig. Der Sehverlust kann jedoch unterschiedlich schnell voranschreiten: Manche Hunde erblinden innerhalb kürzester Zeit, bei anderen dauert es Monate bis Jahre.

Viele Hunde scheinen auch blind in gewohnter Umgebung eine gute Lebensqualität zu behalten. In diesen Fällen sollte man jedoch möglichst auf ständiges Möbelrücken verzichten und auch keine gefährlichen Gegenstände herumliegen lassen. Einige Hunde werden durch die Erblindung jedoch auch sehr ängstlich oder aggressiv.

Vorbeugung

Progressive Retinaatrophie ist eine erbliche Erkrankung. Hunde können an PRA erkranken oder auch nur Träger des genetischen Defekts sein und selber nicht erblinden. In beiden Fällen kann PRA jedoch an die Nachkommen vererbt werden. Für einige Hunderassen steht bereits ein Gentest zur Verfügung, der die Träger der veränderten Gene sicher identifizieren kann. Diese Tiere sollten von der Zucht ausgeschlossen werden.

Stand: 15.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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