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Hund: Ektropium

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Auswärtsdrehung des Lidrandes

Der Begriff Ektropium bezeichnet eine Auswärtsdrehung der Augenlider. Meist ist das Unterlid betroffen, das häufig einfach nach unten hängt.

Die Augenlider bestehen außen aus behaarter Haut und sind von innen mit Bindehaut (Konjunktiva) ausgekleidet. Die Bindehäute liegen eigentlich den Augäpfeln eng an und befeuchten diese durch einen regelmäßigen Lidschlag. Bei einem Ektropium ist ein Teil der Bindehäute nach außen umgestülpt und liegt daher ungeschützt offen. Auch beim Schließen des Auges stoßen die Lider nicht vollständig aufeinander. Das Auge ist daher immer leicht geöffnet und die Hornhaut wird nicht überall befeuchtet. Dadurch können die Lider ihre Schutzfunktion nicht wahrnehmen.

Abb. GEV2E4BB
Abb. GEV2E4BB: Schematischer Aufbau des Auges mit Lage der Bindehaut (rot) und der Hornhaut (grau) bei einem normalen Auge.

Ursachen

In der Regel ist ein Ektropium erblich bedingt und bei einigen Rassen wie Bloodhound, Bernhardiner und Neufundländern sogar ein rassetypisches Merkmal. Bei diesen Hunden ist entweder die Lidspalte zu groß oder sie haben einfach zuviel Haut am Kopf, so dass auch am Lid zuviel Haut ausgebildet ist.

Aber auch Verletzungen oder Lähmungen können zur Ausbildung eines Ektropiums führen.

Leitsymptom

  • rotes Auge

Symptome

Betroffene Hunde fallen meist durch ein rotes Auge auf, weil die eigentlich fest am Augapfel anliegenden Bindehäute sichtbar sind. Diese sind häufig auch gereizt und deswegen besonders rot gefärbt. Sie entzünden sich auch leichter, so dass sich eine Bindehautentzündung mit Juckreiz und wässrigem, schleimigem oder sogar eitrigem Augenausfluss entwickeln kann.

Da die Lider ihre Schutzfunktion nicht ausreichend wahrnehmen können, sind Hunde mit einem Ektropium besonders anfällig für Hornhautveränderungen.

Diagnose

Eine Diagnose kann durch eine gründliche Untersuchung der Stellung der Augenlider gestellt werden.

Behandlung

Bei leichter Ausprägung des Ektropiums ist meist keine Behandlung notwendig. Sollten jedoch wiederholt Bindehautentzündungen oder Hornhautveränderungen auftreten, empfiehlt sich ein chirurgischer Eingriff, der die Lidstellung korrigiert. Je nach Schwere und Ausprägung der Veränderung, stehen dem Operateur verschieden Methoden zur Straffung des Augenlids zur Verfügung.

Vorliegende Bindehautentzündungen oder Hornhautverletzungen müssen entsprechend behandelt werden.

Prognose

In leichten Fällen und bei rechtzeitiger Operation ist die Prognose günstig. Wenn jedoch bereits Hornhautverletzungen vorliegen, können Narben zurückbleiben, die das Sehvermögen des Hundes dauerhaft einschränken.

Vorbeugung

Weil das Ektropium bei vielen Rassen ein typisches Merkmal ist, werden betroffene Tiere leider nicht von der Zucht ausgeschlossen. Tritt ein Ektropium jedoch außerhalb der typischen Rassen auf, so sollte zumindest mit diesen Tieren nicht gezüchtet werden.

Tipps

Nach einer Operation am Auge muss jeder Hund unbedingt einen Halskragen bis zum vollständigen Abheilen der Wunde tragen, damit er nicht am Auge kratzen kann!

Verwandte Themen

Das Gegenteil eines Ektropiums ist ein Entropium. Dabei kommt es zu einer Einwärtsdrehung der Augenlider. Bei einigen Hunden mit sehr großen Lidspalten treten beide Veränderungen gleichzeitig an einem Auge auf.

Stand: 27.12.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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