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Hund: Bindehautentzündung

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Konjunktivitis, Bindehautkatarrh

Als Bindehäute (Konjunktiven) bezeichnet man die Schleimhäute, die die innere "Auskleidung" der Augenlider bilden. Sie gehen in die Hornhaut über, die den Augapfel überzieht. Bindehautentzündungen gehören zu den häufigsten Augenerkrankungen des Hundes.

Abb. GEQSSO09
Abb. GEQSSO09: Schematische Darstellung eines Auges mit Lage der Bindehäute (im Bild rot).

Ursachen

Eine Vielzahl von Ursachen kann zu einer Bindehautentzündung führen:

Bindehautentzündungen treten jedoch auch im Rahmen schwerer Allgemeinerkrankungen wie beispielsweise Staupe oder canine Herpesvirusinfektionen auf.

Leitsymptom

  • gerötetes Auge
  • Augenausfluss

Symptome

Bei einer Bindehautentzündung sind die Bindehäute gerötet und geschwollen. Der Augenausfluss ist stark erhöht und kann wässrig, schleimig, eitrig oder auch blutig sein. Viele Hunde reiben das betroffene Auge mit der Pfote, blinzeln viel oder kneifen die Augenlider zusammen.

Bindehautentzündungen können ein- oder beidseitig auftreten. Weitere Symptome können im Rahmen einer Begleiterkrankung auftreten.

Diagnose

Die klinischen Symptome einer Bindehautentzündung sind sehr typisch. Für die weiterführende Untersuchung des Auges stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Diese Untersuchungen ermöglichen es, die genaue Ursache der Bindehautentzündung zu ermitteln bzw. andere Erkrankungen auszuschließen. Abhängig von den klinischen Befunden und dem Verlauf der Bindehautentzündung wird der Tierarzt entscheiden, welche Untersuchungen nötig sind:

  • Untersuchung der Lidunterseiten zum Ausschluss von Fremdkörpern im Auge
  • Fluorescein-Probe (Anfärbung der Hornhaut) zum Ausschluss von Hornhautdefekten
  • Tupferprobe oder Lidabstrich zum Nachweis beteiligter Krankheitserreger
  • Entnahme von Zellen durch ein Bürstenverfahren ("Cytobrush") oder eine Biopsie zum Nachweis von Entzündungszellen o.ä.

Da einige sehr schwere Infektionserkrankungen ebenfalls zu Entzündungen der Bindehaut führen können, ist meist eine gründliche klinische Untersuchung des gesamten Tieres notwendig.

Behandlung

Mit Hilfe von Augensalben oder -tropfen, die häufig Antibiotika oder Kortison enthalten, können Entzündungen der Bindehaut meist schnell geheilt werden. Diese Medikamente müssen meist für ein paar Tage sehr häufig verabreicht werden. Dabei gibt es einige Tricks, die sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen lassen sollten! Nur in sehr schweren Fällen müssen Antibiotika oder Schmerzmittel auch systemisch verabreicht werden. Gleichzeitig muss jedoch auch immer das Grundleiden behandelt werden.

Abb. GEQVQLL6
Abb. GEQVQLL6: Eingabe von Augensalbe.
Bei der Eingabe von Augensalben sollte der Tubenhals das Auge möglichst nicht berühren. Das ist auch bei Abwehrbewegungen des Hundes einfach möglich, wenn die Hand unter dem Auge abgestützt wird.
Abb. GEQVSMOC
Abb. GEQVSMOC: Eingabe von Augentropfen.
Bei der Eingabe von Augentropfen sollte der Kopf des Hundes leicht gedreht werden, damit senkrecht auf die Hornhaut getropft werden kann. Auch hier hilft das Abstützen der Hand, um bei Abwehrbewegungen nicht das Auge mit der Tropfenflasche zu berühren.

Prognose

Die Prognose einfacher Bindehautentzündungen ist gut. Liegt ein schweres Grundleiden vor, kann sich die Prognose verschlechtern.

ACHTUNG

Niemals sollte Kamille ins Auge gebracht werden! Kamille besitzt mikroskopisch feine Härchen, die jedes Sieb und jeden Teebeutel durchdringen können und zu starker Reizung im Auge führen.

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Eine Sonderform der Konjunktivitis ist die Follikuläre Bindehautentzündung.

Stand: 10.12.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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