petSpot
enpevetenpevita

Kaninchen: Wurmbefall

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Verwurmung

Ursachen

Verschiedene Wurmarten – Magenwürmer, Dünndarmfadenwürmer, Zwergfadenwürmer, Pfriemenschwänze, Peitschenwürmer – parasitieren in Magen, Dünndarm und Dickdarm von Kaninchen. Die Tiere nehmen in der Umgebung Wurmeier auf und diese entwickeln sich in Magen oder Darm zu ausgewachsenen Würmern, die wiederum Wurmeier ausscheiden. Die erwachsenen Würmer schädigen die Darmzellen und behindern so die Aufnahme von Nährstoffen. Häufig lagern sich an die geschädigten Darmzellen zusätzlich Bakterien, Viren oder Pilze an und führen zu schwerwiegenden Sekundärinfektionen.

Ansteckung

Kaninchen infizieren sich direkt durch die orale Aufnahme von Wurmeiern oder Würmern. Die Larven von Zwergfadenwürmern dringen auch durch die Haut in den Blutkreislauf der Kaninchen ein und gelangen über Lunge, Luftröhre und Rachen in den Darm.

Leitsymptom

  • Abmagerung
  • Entwicklungsverzögerungen bei Jungtieren

Symptome

Typische Symptome von Wurmbefall sind Abmagerung, Verdauungsstörungen wie Verstopfung oder Durchfall, aufgeblähter Bauch, Mattigkeit sowie Appetitlosigkeit.

Die Schadwirkung der Würmer ist jedoch abhängig vom Allgemeinzustand des Kaninchens und dem Ausmaß des Wurmbefalls. Vielfach bleibt Wurmbefall für den Kaninchenhalter unbemerkt, da sich zwischen Kaninchen und Würmern ein Gleichgewicht ausgebildet hat. Durch äußere Einflüsse wie Stress oder zusätzliche Erkrankungen kann dieses Gleichgewicht jedoch gestört werden und zum Auftreten von Krankheitszeichen führen.

Diagnose

Wurmbefall wird über Kotuntersuchungen diagnostiziert. Zu beachten ist, dass nicht bei jedem Kotabsatz Wurmeier ausgeschieden werden. Daher ist es meist notwendig, über mehrere Tage Kotbällchen zu sammeln und dann tierärztlich untersuchen zu lassen. Auch direkt nach einer Erstinfektion werden noch keine Wurmeier ausgeschieden, da sich erst erwachsene Würmer entwickeln müssen. Hier kann bei Verdacht eine erneute Untersuchung nach einigen Tagen sinnvoll sein. Anhand der Eier und Larven können unter dem Mikroskop alle verschiedenen Würmer genau unterschieden werden.

Behandlung

Würmer können mit verschiedenen Medikamenten in Form von Pasten, Tabletten, Spot-on-Präparaten oder Injektionen abgetötet werden. Nicht jeder Wirkstoff ist für jede Wurmart geeignet und nicht jede Entwicklungsstufe der Würmer wird immer erreicht. Es muss deswegen genau festgelegt werden, welches Medikament zu welchem Zeitpunkt verabreicht werden sollte. Meist sind wiederholte Behandlungen notwendig.

Prognose

Bei genauer Identifizierung der Würmer und einer wiederholten Behandlung mit einem entsprechenden Medikament ist die Prognose gut. Alle Partnertiere sollten gleichzeitig behandelt werden.

Zusätzlich müssen die Stallungen gründlich gereinigt und desinfiziert werden, um eine erneute Ansteckung mit in der Umgebung vorhandenen Wurmeiern zu vermeiden. Dies ist notwendig, da Wurmmittel nicht vorbeugend wirken können. Sie töten nur die zum Zeitpunkt der Entwurmung vorhandenen Würmer ab. Eine erneute Ansteckung ist danach fast sofort wieder möglich.

Vorbeugung

Vorbeugend sollte die Aufnahme von Wurmeiern möglichst vermieden werden. Besonders in der – für Kaninchen gewünschten – Außenhaltung bei möglichem Kontakt mit Wildkaninchen, können regelmäßige Kotuntersuchungen sinnvoll sein.

Außerdem ist eine regelmäßige und gründliche Reinigung und Desinfektion der Kaninchenställe notwendig. Futter- und Trinkgefäße müssen wöchentlich ausgekocht werden – Temperaturen über 80°C sind hierbei erforderlich.

Tipps

Um das Einschleppen von Würmern in einen Bestand zu verhindern, sollte vor der Aufnahme von neuen Kaninchen eine Kotuntersuchung erfolgen.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
- Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert -

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.