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Kaninchen: Scheinträchtigkeit

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Pseudogravidität, Laktomanie, Lactatio falsa

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über den weiblichen Geschlechtsapparat.

Ursachen

Eine Scheinträchtigkeit entsteht, wenn es bei einer Häsin zum Eisprung kommt, aber keine Befruchtung der Eizellen erfolgt. Aus den geplatzten Follikeln bilden sich dann Gelbkörper, die das „Schwangerschaftsschutzhormon“ Progesteron bilden. Dieses Hormon verhindert während einer normalen Trächtigkeit die Bildung erneuter Follikel. Bei einer scheinträchtigen Häsin bilden sich ebenfalls keine neuen Follikel, sie lässt sich nicht erneut decken.

Eine Scheinträchtigkeit dauert zwischen 14 und 18 Tagen.

Leitsymptom

  • Haarausfall
  • Nestbau ohne Geburt

Symptome

Scheinträchtige Häsinnen bereiten ein Nest für ihre Jungen vor. Dafür reißen sie sich an Wamme, Brust und Bauch Fell aus. Sehr dominante Häsinnen rupfen auch am Fell ihrer Partnertiere. Im Verlauf der Scheinträchtigkeit kommt es häufig auch zur Anbildung des Gesäuges. Die Brustdrüse schwillt an und es kann teilweise auch Milch fließen. Einige Häsinnen werden durch die hormonellen Umstellungen aggressiv, viele verlieren deutlich an Appetit.

Diagnose

Der Vorbericht weist meist sehr schnell auf eine Scheinträchtigkeit hin. Bei der klinischen Untersuchung sieht die Haut an den kahlen Stellen völlig unauffällig aus, andere Hauterkrankungen können dadurch schnell ausgeschlossen werden. Ein weiterer Hinweis auf eine Scheinträchtigkeit sind die oben beschriebene Anbildung des Gesäuges sowie Milchfluss. Die Milchbildung erfolgt bei einer echten Trächtigkeit erst kurz vor der Geburt.

Behandlung

Im Allgemeinen ist die Behandlung einer Scheinträchtigkeit nicht notwendig, nach etwa zwei Wochen reguliert sich der Hormonhaushalt von alleine. Nur in Einzelfällen kann es notwendig werden, die Milchbildung medikamentös zu stoppen.

Bei wiederholt auftretenden Scheinträchtigkeiten sollte eine Kastration der Häsin erfolgen. Neben unangenehmen Verhaltensänderungen gegenüber Partnertieren und Pflegern können Scheinträchtigkeiten nämlich langfristig zu bösartigen Tumoren der Gebärmutter oder des Gesäuges führen.

Prognose

Einmalig auftretende Scheinträchtigkeiten erfordern nur selten eine Behandlung, bei wiederholtem Auftreten kann nur eine Kastration wirkungsvoll helfen.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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