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Kaninchen: Salmonellose

Allgemeines

Hier finden Sie allgemeine Informationen zur Verdauung der Kaninchen.

Ursachen

Salmonellen sind Bakterien, die bei allen Tierarten und auch beim Menschen Durchfallerkrankungen auslösen können. Von den über 2.000 verschiedenen Salmonella-Typen haben Salmonella typhimurium und Salmonella enteriditis eine besondere Bedeutung bei jungen Kaninchen.

Die oral aufgenommenen Bakterien siedeln sich besonders im Darm an und schädigen die Zellen der Schleimhaut. Sie verhindern dadurch die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Hauptsächlich führen Salmonellen jedoch zu einer Septikämie: Die Bakterien bilden Toxine, die schnell zum Tod der Kaninchen führen können.

Salmonellose tritt meist in größeren Kaninchenbeständen auf.

Ansteckung

Eine Ansteckung mit Salmonellen erfolgt über den Kot infizierter Wildkaninchen, Mäuse, Ratten oder Vögel. Dieser Kot kann Einstreu, Grünfutter oder Trinkwasser verunreinigen und so zu Infektionen in Kaninchenbeständen führen.

Ein infiziertes Kaninchen scheidet bereits nach kurzer Zeit selbst Salmonellen aus. Von besonderer Bedeutung sind so genannte Dauerausscheider, die selbst symptomlos sind, aber permanent Bakterien ausscheiden und so zur Verbreitung der Bakterien im Bestand führen.

Salmonellen sind auf Menschen übertragbar und können – besonders bei Kleinkindern und abwehrgeschwächten Menschen – schwere Durchfallerkrankungen auslösen.

Leitsymptom

  • Durchfall

Symptome

Grundsätzlich wird zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf der Salmonellose unterschieden. Welcher Krankheitsverlauf sich entwickelt, hängt von der Pathogenität des Erregers, der Menge der aufgenommenen Bakterien sowie dem Abwehrsystem des Einzeltieres ab.

Bei einem akuten Verlauf zeigen Kaninchen erst Fressunlust und Teilnahmslosigkeit, bereits wenig später setzt Durchfall ein. Tragende Häsinnen verwerfen häufig, es kommt zu blutigem Scheidenausfluss.

Beim chronischen Verlauf beschränken sich die Symptome auf den Magen-Darm-Trakt. Abmagerung und Durchfall bestimmen das klinische Bild.

Diagnose

Bei jeder Durchfallerkrankung sollte schnellstmöglich eine bakteriologische Kotuntersuchung durchgeführt werden. Bei bereits verendeten Tieren kann der Nachweis der Bakterien auch aus den Organen erfolgen. Können Salmonellen nachgewiesen werden, sollte im Anschluss mit Hilfe eines Antibiogramms ein geeignetes Antibiotikum ermittelt werden.

Behandlung

Salmonellosen müssen mit Antibiotika behandelt werden. Diese müssen ausreichend lange, über das Abklingen des Durchfalls hinaus, gegeben werden. Da Kaninchen eine sehr sensible Darmflora besitzen, muss gleichzeitig unbedingt ein so genannter Darmschutz erfolgen. Zusätzlich gelten die allgemeinen Behandlungsgrundsätze von Durchfallerkrankungen.

Im Vordergrund stehen jedoch hygienische Maßnahmen: Da Salmonellen auf Menschen übertragbar sind, muss in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt die Verbreitung der Bakterien verhindert werden.

Prognose

Salmonellose führt insbesondere bei Jungtieren und Kaninchen mit geschwächtem Abwehrsystem zu großen Verlusten. Überlebende Kaninchen sollten nach ihrer Genesung erneut auf Salmonellen untersucht werden, um sicherzustellen, dass keine Bakterien mehr ausgeschieden werden.

Vorbeugung

Salmonellen werden meist durch Wildtiere eingeschleppt und dann durch verunreinigtes Futter, Einstreu oder Trinkwasser im Bestand verbreitet. Um dies zu verhindern, stehen hygienische Maßnahmen im Vordergrund. Futterbehälter, Trinkflaschen, Geräte und Käfige müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Futter sollte sorgfältig in geschlossenen Behältern gelagert werden, zu denen Schadnager keinen Zugang haben. Auch eine Schadnagerbekämpfung kann in Betracht gezogen werden.

ACHTUNG

Salmonellose ist eine Zoonose, d.h. eine Übertragung der Bakterien auf den Menschen ist möglich!

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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