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Kaninchen: Niereninsuffizienz

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Nierenunterfunktion

Die Hauptfunktion der Nieren besteht in der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten, die im Blut gelöst sind. Zusätzlich bilden die Nieren verschiedene Hormone und Vitamine und sind für die Rückgewinnung von Salzen und Wasser zuständig. Bei einer Niereninsuffizienz sind die Nieren in ihrer Funktion stark eingeschränkt, es kommt zu massiven Kreislauf- und Stoffwechselstörungen.

Abb. GE17EU4Q
Abb. GE17EU4Q: Schematischer Aufbau der Niere.
Nierenrinde und Nierenmark sind sehr stark durchblutet, um Giftstoffe herausfiltern zu können. Diese sind in Wasser gelöst und werden im Nierenbecken gesammelt. Von dort fließt der Harn über den Harnleiter in die Blase.

Ursachen

Folgende Ursachen sind meist an der Entstehung einer Niereninsuffizienz beteiligt:

  • Enzephalitozoonose : Der Erreger von Enzephalitozoonose, der Parasit Encephalitozoon cuniculi, schädigt das gesunde Nierengewebe. Dieses wird dann durch Narbengewebe ersetzt, das nicht die normale Nierenfunktion ausüben kann.
  • Harnsteine : Sie können die ableitenden Harnwege so verstopfen, dass der Harn bis in die Nieren zurück gestaut wird. Dabei entsteht ein starker Druck im Nierenbecken, der das Nierengewebe zerstört.
  • Bakterien : Verschiedene Bakterien können die Nieren besiedeln und das Gewebe zerstören.
  • Tumoren: Nierentumoren verdrängen das gesunde Gewebe.

Meist tritt Niereninsuffizienz erst bei älteren Tieren, ab dem 5. Lebensjahr klinisch in Erscheinung. Das liegt an der großen Leistungsfähigkeit der Nieren. Erst wenn etwa 70% des Nierengewebes zerstört ist, werden klinische Symptome sichtbar.

Symptome

Die sichtbaren Symptome einer Niereninsuffizienz sind Fressunlust und Abmagerung. Zusätzlich wirkt das Fell meist struppig. Vermehrtes Trinken oder vermehrter Harnabsatz treten zwar auch auf, werden jedoch nur selten bemerkt.

Diagnose

Die Diagnose einer Niereninsuffizienz wird durch Blutuntersuchungen gestellt. Zusätzlich können Ultraschalluntersuchungen sinnvoll sein, um beispielsweise Tumoren sichtbar zu machen.

Behandlung

In den meisten Fällen ist eine Behandlung nicht sinnvoll. Wenn klinische Symptome auftreten, ist nur noch wenig gesundes Nierengewebe vorhanden und ein Fortschreiten der Veränderungen nicht aufzuhalten. Durch eine symptomatische Therapie, wie z.B. Infusionen, kann der Gesundheitszustand nur selten verbessert werden.

Bei Kaninchen mit nur leicht veränderten Nierenwerten, die häufig im Rahmen anderer Untersuchungen festgestellt werden, kann eine erhöhte Wasseraufnahme das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Dazu können beispielsweise vermehrt wasserhaltige Gemüse (z.B. Gurke) gefüttert werden.

Prognose

Die Prognose einer Niereninsuffizienz ist schlecht. In vielen Fällen sollte eine Einschläferung in Erwägung gezogen werden.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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26.06.2014: MrBubbles
Der Artikel hat mir doch im nachhinein weitergeholfen...

Wir haben Maxi gestern schweren Herzens nach genau 6 Jahren Einschlafen lassen, er war nicht nur ein Kaninchen für mich... Ich hatte eine bindung zu ihm wie andere zu ihren Hunden nicht... es tut wahnsinnig weh den Käfig ohne ihn zu sehen..... seine Nieren müssen wohl tagelang seinen Körper vergiftet haben... denn er "quälte" sich 2 Tage lang.... Bis wir zuletzt eine Röntgen aufnahme und Bluttest machen lassen haben, waren wir uns nicht sicher was los ist... Ich gebe mir selber die schuld an seinem versterben, da seine Nieren nicht ohne grund Verkalkt sein können.... Ich hoffe er kann es mir verzeihen..... Ich vermisse ihn.... Ruhe in Frieden!!

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