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Kaninchen: Leberverfettung

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Fettlebersyndrom

Die Leber ist Teil des Verdauungssystems und erfüllt wichtige Aufgaben im Stoffwechsel sowie bei der Entgiftung des Körpers. Nährstoffreiches Blut aus dem Darm wird durch die Leber geleitet. Dort werden Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette aufgenommen und zu körpereigenen Substanzen umgebaut. Die in die Leber eingebettete Gallenblase speichert in der Leber gebildete Gallensäuren, die zur Fettverdauung benötigt werden. Weitere Aufgaben der Leber sind die Speicherung von Vitaminen und Spurenelementen sowie der Abbau von Fremdstoffen und Giften mit Hilfe so genannter Enzyme.

Ursprünglich stammen Kaninchen aus Südeuropa, aus den spanischen Grasebenen. Das Nahrungsangebot in den dortigen Grasebenen war eher spärlich, sie ernährten sich hauptsächlich von Pflanzen und Blättern, die keine Fette enthalten. Einige Enzyme, die zum Abbau von Fetten benötigt werden, wurden daher entwicklungsgeschichtlich nicht benötigt und sind daher im Stoffwechsel von Kaninchen bis heute nicht vorhanden.

Ursachen

Ein Fettlebersyndrom entsteht, wenn ein Kaninchen aufhört zu fressen oder nur sehr geringe Mengen Futter zu sich nimmt. Der Körper mobilisiert dann seine Fettspeicher. Diese mobilisierten Fette können aufgrund fehlender Enzyme des Kaninchens – anders als beim Hund oder beim Menschen – nicht dem Organismus als Energielieferant zur Verfügung gestellt werden. Sie können in der Leber nur unzureichend abgebaut werden. Diese unvollständig abgebauten Fette lagern sich in die Leberzellen ein und reichern sich im Blut an. Es entstehen Vergiftungserscheinungen. Bei bereits übergewichtigen Tieren ist die Leber bereits durch Fetteinlagerungen vorgeschädigt. Kommt es dann zusätzlich zur Mobilisierung von Fettreserven, tritt ein Fettlebersyndrom sehr schnell auf.

Auslöser für ein Fettlebersyndrom kann jede Allgemeinerkrankung sein, die zu Fressunlust führt. Dazu gehören insbesondere Zahnfehlstellungen, Magen-Darm-Infektionen oder Stress durch eine veränderte Umgebung. Auch unregelmäßige Fütterungszeiten oder eine unausgewogene Ernährung können ein Fettlebersyndrom auslösen.

Leitsymptom

  • Fressunlust

Symptome

Neben Appetitlosigkeit sind Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit und Schwäche Anzeichen einer entstehenden Vergiftung. Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich sehr schnell und die Todesrate ist hoch.

Diagnose

Eine hochgradig verfettete Leber ist durch die Einlagerung von Fetten häufig auch vergrößert und kann bei der klinischen Untersuchung bereits durch die Bauchdecke getastet werden. Zur Absicherung der Verdachtsdiagnose können Röntgen und Ultraschall eingesetzt werden. Blut- und Urinuntersuchungen können durchgeführt werden, um das genaue Ausmaß der Vergiftung einschätzen zu können.

Behandlung

Jede Futterverweigerung, die länger als 24 Stunden anhält, kann für ein Kaninchen lebensbedrohlich sein. Daher ist bei Appetitlosigkeit immer eine sofortige Zwangsfütterung notwendig. Liegt bereits ein Fettlebersyndrom vor, kann eine Therapie mit Infusionen, die Nährstoffe und Flüssigkeit beinhalten, versucht werden.

Prognose

Bei bereits vorliegenden klinischen Symptomen, die auf eine Vergiftung hinweisen, ist die Prognose eher schlecht.

Vorbeugung

Eine ausgewogene, regelmäßige und den Bedürfnissen der Tiere angepasste Fütterung wirkt der Bildung einer Fettleber entgegen. Liegt diese jedoch bereits vor, können die bestehenden Veränderungen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Betroffene Kaninchen müssen dann besonders sorgfältig ernährt werden.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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