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Kaninchen: Kokzidiose

Allgemeines

Kokzidien sind einzellige Parasiten. Insgesamt kommen bei Kaninchen neun verschiedene Kokzidien-Arten vor, die fast alle im Darm parasitieren.. Eine Kokzidien-Art, Eimeria stiedai, lebt jedoch in den Gallengängen der Leber und verursacht dort die so genannte Gallengangskokzidiose.

Ursachen

Kaninchen nehmen so genannte Oozysten, die Dauerform der Kokzidien, mit der Nahrung oder durch Belecken von befallenen Gegenständen auf. Diese Oozysten wandern in die Darmzellen und vermehren sich dort. Dieser Vorgang wird als ungeschlechtliche Vermehrung bezeichnet. Durch die ungeschlechtliche Vermehrung werden massenhaft Darmzellen zerstört. Die geschädigten Darmzellen sind nicht mehr in der Lage, ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeit aus der Nahrung aufzunehmen.

Nach mehreren solchen ungeschlechtlichen Teilungsvorgängen entwickeln sich männliche und weibliche Zellen, die miteinander verschmelzen (Befruchtung). Die befruchtete Zelle umgibt sich mit einer zusätzlichen Schutzhülle und wird danach wiederum als infektionsfähige Oozyste mit dem Kot ausgeschieden. Der beschriebene Vorgang dauert etwa 9 – 12 Tage. Erst nach dieser Zeit lässt sich Kokzidienbefall im Kot nachweisen.

Ansteckung

Die Ansteckung erfolgt durch direkte orale Aufnahme von infektionsfähigen Oozysten mit dem Futter, aus der Einstreu oder bei der Fellpflege. Kokzidien treten bei einer Vielzahl von Tierarten auf. Sie sind jedoch sehr wirtsspezifisch, d.h. eine Übertragung von Hundekokzidien auf Kaninchen ist nicht möglich.

Leitsymptom

  • Durchfall
  • feuchte Analregion

Symptome

Jede Art von Verdauungsstörung kann auf eine Kokzidiose hinweisen. Schleimiger Durchfall, aufgeblähter Bauch, manchmal auch Verstopfung sind typische Anzeichen. Die Kaninchen sind apathisch, zeigen Fressunlust und setzen ungeformten Kot ab. An die durch die Kokzidien massiv zerstörten Darmzellen lagern sich schnell Bakterien, Viren oder Pilze an und führen zu so genannten Sekundärinfektionen. Diese führen sehr schnell zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Bei geringgradigen Infektionen und guter Widerstandskraft der Tiere kann eine Kokzidiose spontan abheilen, andererseits kann sie aber auch mit massiven Symptomen und Todesfällen auftreten.

Diagnose

Kokzidien können – besonders bei deutlich bestehenden Krankheitssymptomen – mit einer mikroskopischen Untersuchung des Kots nachgewiesen werden. Da jedoch nicht bei jedem Kotabsatz Kokzidien ausgeschieden werden, sollte Kot über einige Tage gesammelt und dann in der Tierarztpraxis zur Untersuchung eingereicht werden. Es dauert zwischen 9 bis 12 Tage, bis nach einer Ansteckung Parasiten im Kot nachgewiesen werden können. Neben Kotuntersuchungen stehen aufwändigere Laboruntersuchungen zur Verfügung.

Abb. GE11K8DP
Abb. GE11K8DP: Kokzidien, Mikroskop.
In dieser Kotprobe können massenhaft Kokzidien nachgewiesen werden.

Behandlung

Verschiedene Kokzidiostatika, d.h. Medikamente, die eine weitere Vermehrung von Kokzidien verhindern, können vom Tierarzt zur Behandlung eingesetzt werden. Wichtig ist die ausreichend lange Behandlungsdauer über das Abklingen der Symptome hinaus. Alle Partnertiere müssen mitbehandelt werden, auch wenn keine Symptome vorliegen. Zusätzlich muss eine Umgebungsbehandlung erfolgen, damit die Tiere sich nicht gleich wieder erneut anstecken. Je nach Haltungsart sollten Sie dazu eine Strategie mit Ihrem Tierarzt entwickeln.

Liegt bereits Durchfall vor, so gelten zusätzlich die dort beschriebenen Behandlungsgrundsätze. Vorliegende bakterielle Sekundärinfektionen bedürfen einer Antibiose bei gleichzeitigem Darmschutz.

Prognose

Bei rechtzeitigem Erkennen und Behandeln ist die Prognose gut. Verweigern die Tiere allerdings bereits die Futteraufnahme, so können die Kaninchen meist nur durch eine Intensivtherapie gerettet werden.

Vorbeugung

Um Infektionen zu vermeiden, sollten die Ställe regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Futter- und Trinkgefäße müssen wöchentlich ausgekocht werden – Temperaturen über 80°C sind dabei erforderlich.

Durch einen täglichen Gesundheitscheck können erste Krankheitszeichen meist schnell erkannt und rechtzeitig behandelt werden.

Tipps

Vor der Aufnahme neuer Tiere sollte immer eine Kotuntersuchung erfolgen, um keine Kokzidien in den Bestand einzuschleppen.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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