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Kaninchen: Kaninchensyphilis

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Spirochätose

Ursachen

Die Syphilis der Kaninchen ist eine bakterielle Erkrankung, die durch das Bakterium Treponema cuniculi hervorgerufen wird. Nach Einschleppung in den Bestand, verbreiten sich die Bakterien hauptsächlich über den Deckakt. Die Inkubationszeit kann mehrere Monate betragen.

Ansteckung

Die Bakterien sind streng wirtsspezifisch, d.h. nur Kaninchen können sich untereinander anstecken. Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr.

Leitsymptom

  • Hautverschorfungen

Symptome

Kaninchensyphilis führt zu deutlichen Veränderungen der Haut. Zuerst erscheint die Haut nur gerötet und geschwollen, schnell bilden sich jedoch kleine Knötchen, die schleimiges Sekret abgeben und verkrusten können. Diese Veränderungen dringen in immer tiefere Hautschichten ein. Die bereits vorgeschädigte Haut ist empfänglich für bakterielle Sekundärinfektionen. Bei männlichen Kaninchen treten die Hautverschorfungen meist zuerst um die Vorhaut auf, bei weiblichen Tieren ist die gesamte Scham inklusive After betroffen.

Die Bakterien sind hochkontagiös, also sehr ansteckend. Beim Beschnuppern werden sie schnell auf die äußere Haut von Mund und Nase übertragen und breiten sich auch auf die Augenlider aus. Bei säugenden Tieren ist häufig auch die Milchleiste betroffen.

Abb. GDX2WMGH
Abb. GDX2WMGH: Syphilis-Symptome beim männlichen Tier.
Bei männlichen Tieren ist meist zuerst die Vorhaut verändert. Rechts und links davon liegen die Hoden in ihren Hauttaschen.
Abb. GDX2YIEB
Abb. GDX2YIEB: Syphilis-Symptome beim weiblichen Tier.
Verschorfungen und Knötchenbildungen an der Scheide und am After.

Diagnose

Das klinische Bild der Hautveränderungen ist so typisch, dass die Diagnose meist auch ohne eine labordiagnostische Untersuchung gestellt werden kann.

Behandlung

Zur Behandlung der Kaninchensyphilis werden Antibiotika der Gruppe Penicilline eingesetzt. Penicilline dürfen bei Kaninchen nur als Injektion verabreicht werden, um die äußerst sensible Darmflora der Tiere nicht zu zerstören. Das Antibiotikum muss täglich gespritzt werden, insgesamt über einen Zeitraum von einer Woche. Gleichzeitig sollte ein so genannter Darmschutz zur Aufrechterhaltung der bakteriellen Flora im Darm erfolgen. Im Verlauf der Behandlung sollte der Kot der Tiere genau beobachtet werden, um eventuell auftretende Durchfälle sofort tierärztlich behandeln zu lassen.

Prognose

Die Prognose ist gut. Nach erfolgter Antibiotika-Therapie dauert es jedoch meist eine Weile, bis die Hautveränderungen vollständig abgeheilt sind.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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