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Kaninchen: Vereiterung der Gebärmutter

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Pyometra, eitrige Gebärmutterentzündung

Eine Gebärmuttervereiterung entsteht meist durch so genannte aufsteigende Infektionen. Bakterien aus der Analregion wandern von der Scheide in die Gebärmutter ein und vermehren sich dort unter optimalen Bedingungen.

Leitsymptom

  • Scheidenausfluss

Symptome

Gebärmutterentzündungen führen meist zu Scheidenausfluss, der weißlich, gelblich oder auch grünlich gefärbt sein kann. Dies setzt voraus, dass zumindest eine der beiden Muttermundöffnungen (siehe auch Kastration der Häsin) geöffnet ist und einen Abfluss des Eiters ermöglicht. Bei den meisten Kaninchen ist das der Fall, sie leiden an einer so genannten offenen Pyometra.

Abb. GDVL8UMR
Abb. GDVL8UMR: Eitriger Ausfluss bei einer Gebärmuttervereiterung.
Dieses Kaninchen liegt bereits in Narkose und der Eiter wurde durch Druck auf die Gebärmutter entleert. Solche Mengen an Ausfluss könnten sonst nur sehr selten beobachtet werden.
In Einzelfällen kann es sich auch um eine so genannte geschlossene Gebärmuttervereiterung handeln. Dabei dehnt sich die Gebärmutter immer weiter aus, ohne dass der sich sammelnde Eiter abfließen kann. Es kann zum Riss des Organs mit anschließend tödlicher verlaufender Sepsis kommen. Kaninchen mit Gebärmuttervereiterungen weisen meist schnell ein stark getrübtes Allgemeinbefinden auf. Sie sind matt, teilnahmslos und stellen das Fressen ein.

Diagnose

Gebärmuttervereiterungen sind häufig bereits durch die Bauchdecke zu ertasten: Das Organ ist vergrößert und mit Flüssigkeit gefüllt. Liegt ein geöffneter Muttermund vor, kommt es durch die Untersuchung meist zu einem verstärkten Abfluss von Eiter. Ultraschall und Röntgen können ebenfalls diagnostisch eingesetzt werden.

Behandlung

Kaninchen mit Gebärmutterentzündungen bedürfen einer sofortigen Versorgung mit Antibiotika und Infusionen. Das entzündete Organ und auch die Eierstöcke müssen operativ entfernt werden. Dieser Eingriff, in der Fachsprache Ovariohysterektomie genannt, entspricht dem Operationsverlauf einer Kastration. Weitere Informationen zu Operation und Nachsorge finden Sie daher unter diesem Eintrag. Infolge von Gebärmutterentzündungen kommt es zur Belastung anderer Organe, vor allem sind Leber und Niere betroffen. Die Nierenfunktion kann mit Blutuntersuchungen überprüft und gegebenenfalls mit Infusionen unterstützt werden.

Prognose

Je früher die Gebärmuttervereiterung entdeckt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose.

Vorbeugung

Grundsätzlich sollten – außer Zuchttiere – auch weibliche Kaninchen kastriert werden. Dies verhindert die Entstehung von Gebärmutterentzündungen und Gebärmuttertumoren. Auch aus tierschützerischen Aspekten ist eine Kastration sinvoll: Viele Tiere warten bereits in Zoohandlungen und Tierheimen auf eine artgerechte und liebevolle Unterbringung.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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