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Kaninchen: Flohbefall

Allgemeines

Flöhe sind dunkelbraune, seitlich abgeplattete, flügellose Insekten von 3 bis 5mm Größe, die sich durch Blutsaugen ernähren. Zwar gibt es einen speziellen Kaninchenfloh (Spilopsyllus cuniculi), dieser beschränkt sich aber in der Auswahl seiner Opfer nicht nur auf Kaninchen, sondern verachtet auch andere Warmblüter – und die Kaninchenbesitzer – nicht. Auf diesen so genannten Fehlwirten kann der Kaninchenfloh jedoch nicht langfristig überleben. Umgekehrt springen auch Flöhe anderer Tiere (z.B. die der Hunde, Katzen, Mäuse) auf Kaninchen über.

Abb. GDVD4QRS
Abb. GDVD4QRS: Stark vergrößerte Aufnahme eines Flohs.
Flöhe halten sich nur zu ihren Blutmahlzeiten auf dem Kaninchen auf. Den Großteil ihrer Eier legen sie in der Umgebung ab, in der sich diese unter günstigen Bedingungen (Trockenheit, Temperaturen über 10°C) in 11 Tagen über drei Larvenstadien zu neuen Flöhen entwickeln. Die Larven leben in Stallritzen und in der Einstreu und ernähren sich von organischem Abfall, vor allem vom Kot erwachsener Flöhe. Bei Innenhaltung bieten vor allem Teppiche, Kissen und Decken optimale Lebensbedingungen für Flöhe und ihre Entwicklungsstadien. Die optimalen Entwicklungsbedingungen in der Außenwelt sind in Mitteleuropa nur im Sommer gegeben. In der Außenhaltung treten also vor allem von Mai bis September Flöhe auf. Durch das milde Klima verschiebt sich dieser Zeitraum jedoch in letzter Zeit. In der Wohnung hingegen herrschen das ganze Jahr über klimatisch günstige Verhältnisse, so dass sich hier ein einmal aufgetretenes Flohproblem auch über den Winter hinziehen kann.

Flöhe entwickeln sich vom Ei über verschiedene Larvenstadien zum erwachsenen Floh. Im so genannten Puppenstadium, dem letzten Larvenstadium vor der Wandlung zum erwachsenen Floh, können die Parasiten unbegrenzt verharren. So sichern sie sich ihr Überleben auch unter sehr ungünstigen Bedingungen wie Kälte, Feuchtigkeit oder Nahrungsmangel. Aus diesem Grund ist es möglich, dass sich auch in länger leerstehenden Ställen ein Flohproblem entwickelt.

Ursachen

Der eigentliche Kaninchenfloh (Spilopsyllus cuniculi) tritt fast nur bei Kaninchen auf, die engen Kontakt mit wildlebenden Artgenossen haben. Wesentlich häufiger kommt es zu einer Übertragung von Hunde- oder Katzenflöhen auf Kaninchen.

Ansteckung

Bei engem Kontakt hüpfen die Flöhe von Tier zu Tier – und auch auf den Menschen.

Leitsymptom

  • Juckreiz
  • Unruhe

Symptome

Flohbefall führt zu starkem Juckreiz und Unruhe im Stall. Sehr starker Flohbefall kann auch zu Blutarmut (Anämie) und Schwäche führen. Zusätzlich spielen Flöhe eine große Rolle bei der Übertragung von Krankheiten wie Myxomatose, Papillomatose, Tularämie und RHD.

Diagnose

Meist sind Flöhe mit dem bloßen Auge zu erkennen, wenn das Fell der Kaninchen genau betrachtet wird. Gelingt dies nicht, kann zumindest Flohkot zum Vorschein gebracht werden.

Abb. GDVDCBV0
Abb. GDVDCBV0: Flohkot im Fell eines Kaninchens.
Zum Nachweis von Flohkot setzt man das Kaninchen auf eine angefeuchtete, weiße Unterlage (z.B. Küchenpapier) und kämmt das Fell. Da sich im Kot der Flöhe unverdautes Blut befindet, kommt es nach dem Anfeuchten zu einer rötlich-braunen Verfärbung.

Abb. GDVDEMDR
Abb. GDVDEMDR: Flohkamm mit Floh und Flohkot.
Auch mit Hilfe eines handelsüblichen Flohkamms kann man bei Kaninchen Flöhe nachweisen. Die Krümel, die im Kamm hängenbleiben, werden ebenfalls angefeuchtet, um Flohkot nachzuweisen.

Behandlung

Die Bekämpfung von Flöhen besteht immer aus einer Behandlung des infizierten Tieres (und aller seiner Kontakttiere) sowie einer Umgebungsbehandlung, um möglichst viele Eier und Larven abzutöten.

Zur Flohbekämpfung am Kaninchen selbst stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die häufig als so genannte Spot-on-Präparate eingesetzt werden. Einstreu und Nestmaterial müssen mehrmals ausgetauscht und der Stall gründlich desinfiziert werden. Da die Flöhe meist von Katzen oder Hunden auf die Kaninchen übertragen werden, muss meist eine Umgebungsbehandlung des gesamten Haushalts durchgeführt werden.

Prognose

Die Flöhe am Tier selbst zu bekämpfen, ist mit Hilfe moderner Medikamente einfach, deutlich mühsamer ist die Eliminierung aller im Stall oder Haushalt vorhandenen Eier und Larven. Häufiges Absaugen von Teppichböden, Waschen von Kissen und Decken sowie Einsprühen der Lieblingsplätze mit einem Flohspray sind wichtige, die Behandlung des Tieres unterstützende Maßnahmen. In manchen Spot-on-Präparaten sind zusätzlich Komponenten enthalten, die auch Eier und Larven schädigen, also den Infektionsdruck in der Umgebung vermindern können. Mit Hilfe so genannter Vernebler können ganze Räume von Flöhen und ihrem Nachwuchs befreit werden. Diese sind in tierärztlichen Praxen erhältlich.

Tipps

Bei Flohbefall muss die gesamte Umgebung des Kaninchens regelmäßig gesaugt werden. Den Staubsaugerbeutel sollten Sie nach dem Saugen unbedingt wechseln – und den alten möglichst verbrennen! Es sind auch mit Flohmitteln präparierte Staubsaugerbeutel im Handel erhältlich. Bei massivem Flohbefall in Wohnräumen kann es durchaus gerechtfertigt und sinnvoll sein, einen Kammerjäger zu beauftragen.

ACHTUNG

Alle im Haushalt lebenden Tiere müssen bei Flohbefall behandelt werden – nicht nur Kaninchen!

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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