petSpot
enpevetenpevita

Kaninchen: Fliegenmadenbefall

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Hautmadenfraß, Myiais, Fliegenlarvenkrankheit

Fliegen entwickeln sich aus Eiern über verschiedene Larvenstadien (auch Maden genannt) zu ausgewachsenen Insekten. Die Larven werden auch als Maden bezeichnet. Die Hauptnahrungsquelle während dieser Entwicklung sind tote pflanzliche und tierische Substanzen.

Abb. GDVC7X2O
Abb. GDVC7X2O: Larve der Grünen Schmeissfliege.

Ursachen

Erwachsene Schmeiß- und Fleischfliegen legen ihre Eier gerne in kleinen Wunden, Körperöffnungen oder in durch Kot oder Urin verschmutztem Fell ab. Aus diesen Eiern schlüpfen innerhalb weniger Stunden Maden, die sich von abgestorbenen Zellen und Gewebe ernähren. Dabei sondern sie Sekrete ab, die das umliegende, noch gesunde Gewebe schädigen. Die Maden einiger Fliegenarten können sogar in gesundes Gewebe vordringen. Ein gesundes Kaninchen würde den Fliegen die Eiablage nicht ermöglichen, sondern sie sofort verscheuchen. Ist ein Kaninchen jedoch durch eine Erkrankung bereits geschwächt, die Analregion durch Durchfall oder eine Harnwegsinfektion verschmutzt, können die Fliegen ungehindert Eier ablegen. Bei langhaarigen Tieren bleiben häufig Kotballen im Fell hängen, die ebenfalls von Fliegen zur Eiablage genutzt werden. Auch übergewichtige Kaninchen sind ein beliebtes Angriffsziel von Fliegen, da diese den gesamten hinteren Körperbereich häufig nicht erreichen können.

Abb. GDVCBDFG
Abb. GDVCBDFG: Blasenentzündung als Ursache für Fliegenmadenbefall.
Die Anogenitalregion ist hier hochgradig mit Harn verschmutzt und lockt dadurch Fliegen zur Eiablage an.

Ansteckung

Eier können nur direkt von einer Fliege übertragen werden. Ein mit Fliegenmaden infiziertes Kaninchen birgt keine Ansteckungsgefahr für andere Tiere.

Leitsymptom

  • Madenbefall
  • nässende Wunden

Symptome

Fliegenmaden können aus winzigen Wunden innerhalb kurzer Zeit massive Hautverletzungen verursachen, die nässen und schlecht heilen. Teilweise können in diesen Wunden die krabbelnden Maden sichtbar sein, manchmal sieht man jedoch auch nur kleine Löcher. Diese Löcher bilden den Eingang zu den Bohrgängen der Maden. Von dort aus fressen sich die Maden in das Körperinnere vor und können bis in die Bauchhöhle gelangen. An die vorgeschädigte Haut lagern sich zusätzlich häufig Bakterien an und führen zu eitrigen Sekundärinfektionen. Das Allgemeinbefinden der Kaninchen ist in den meisten Fällen stark gestört.

Abb. GDVCGLDO
Abb. GDVCGLDO: Massiver Befall mit Fliegenlarven.

Diagnose

Befallenen Kaninchen zucken häufig zusammen und wenden den Kopf ruckartig ihrer schmerzenden Analregion zu.

Bei näherer Betrachtung sind die Fliegenmaden oder ihre Bohrgänge deutlich sichtbar.

Behandlung

Erster Behandlungsschritt ist immer das Absammeln der Maden mit einer Pinzette. Anschließend wird die Wunde mit einem Desinfektionsmittel gespült. Dabei tauchen meist noch einige Maden aus tieferen Wunden oder Bohrgängen auf. Diese können auch mit Hilfe eines Föns an die Oberfläche gelockt werden. Die Wundversorgung muss wiederholt erfolgen und kann gegebenenfalls durch ein Insektizid unterstützt werden. Solange die Wunde nicht vollständig abgeheilt ist, muss das Kaninchen im Haus gehalten werden, um einen erneuten Befall zu vermeiden. Neben dieser symptomatischen Therapie muss unbedingt auch das Grundleiden, das den Fliegen erst die Eiablage ermöglich hat, behandelt werden. Informationen hierzu finden Sie beispielsweise unter Durchfall, Übergewicht (Fütterung) oder Harnwegsinfektionen.

Prognose

Wenn der Befall mit Fliegenmaden rechtzeitig erkannt und behandelt wird, ist eine Behandlung häufig erfolgreich. Bei massiv gestörtem Allgemeinbefinden und hochgradigem Befall mit Fliegenmaden bis in tiefe Muskelschichten sollte eine Einschläferung in Betracht gezogen werden.

Vorbeugung

Viele vorbeugende Maßnahmen können den Madenbefall verhindern. Dazu gehören insbesondere:

  • Eine tägliche Kontrolle der Analregion, die gegebenenfalls gesäubert werden muss (siehe auch Gesundheitscheck).
  • Scheren oder Kürzen des Fells um den Po bei langhaarigen Tieren in den Sommermonaten.
  • Kranke oder geschwächte Tiere für die Dauer der Erkrankung, besonders in den Sommermonaten, innen halten.
Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
Jetzt mitdiskutieren!
- Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert -

Das von der enpevet GmbH bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt. Die Informationen dienen also der Ergänzung des Dialogs zwischen Tierhalter und Tierarzt, sie können den Tierarztbesuch in keinem Falle ersetzen. enpevet® fordert alle Benutzer, deren Tiere Gesundheitsproblemen haben dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie bezüglich der Gesundheit Ihres Tieres Fragen haben, raten wir Ihnen, sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens zu wenden, anstatt Behandlungen eigenständig zu beginnen, zu verändern oder abzusetzen. Der Inhalt von enpevet® kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.