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Kaninchen: Entzündungen des Mittel- und Innenohres

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Otitis media, Otitis interna, Mittelohrentzündung, Innenohrentzündung

Das Ohr wird entsprechend seines Aufbaus in äußeres Ohr sowie Mittel- und Innenohr eingeteilt. Jeder dieser Ohrbereiche kann entzündlich erkrankt sein, die Ursachen sind jedoch sehr unterschiedlich, es findet daher eine Einteilung in Entzündungen des äußeren Ohres und Entzündungen des Mittel- und Innenohres statt.

Abb. GDV9WNRT
Abb. GDV9WNRT: Schematische Darstellung des Ohres.

Ursachen

Entzündliche Erkrankungen des Mittel- und Innenohres sind fast immer die Folge bakterieller Allgemeinerkrankungen. Insbesondere im Rahmen des Kaninchenschnupfen-Komplexes können die bakteriellen Krankheitserreger über die Eustachische Röhre, die Verbindung zwischen Rachenraum und Mittelohr, in das Mittelohr gelangen. Es entwickelt sich eine zuerst nicht erkennbare, eitrige Entzündung. Bei hochgradigen Infektionen des äußeren Ohres (Ohrräude) kann es in Einzelfällen auch zum Riss des Trommelfells kommen. In diesem Fall breiten sich die Bakterien vom äußeren Ohr in das Mittel- und Innenohr aus.

Leitsymptom

  • Kopfschütteln
  • Kopfschiefhaltung
  • Gleichgewichtsstörungen

Symptome

Zu Beginn der Entzündung sind die Krankheitszeichen eher unspezifisch. Betroffene Kaninchen schütteln vermehrt den Kopf und klappen die Ohren ab. Später im Krankheitsverlauf ist das Innenohr als Gleichgewichtsorgan in seiner Funktion stark eingeschränkt. Es kommt zu Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsschwierigkeiten.

Abb. GDVA3IWK
Abb. GDVA3IWK: Kopfschiefhaltung (Tortikollis).
Durch Entzündungen im Innenohr ist das Gleichgewichtsorgan gestört und die Kaninchen sind nicht mehr in der Lage, den Kopf gerade zu halten
Je nach Ursache der Entzündung treten neben den oben genannten Symptomen weitere Krankheitszeichen auf. Bei Ohrräude, die vom Außenohr auf das Mittel- und Innenohr übergegangen sein muss, sind im äußeren Gehörgang entzündliche Hautveränderungen mit Borkenbildung sichtbar. Stehen die Ohrenentzündungen mit dem Kaninchenschnupfen-Komplex in Verbindung, bestehen gleichzeitig Nasenausfluss, Husten oder Augenentzündungen. Kaninchen mit Entzündungen im Mittel- und Innenohr weisen meist ein stark gestörtes Allgemeinbefinden auf: Sie fressen weniger und sind teilnahmslos.

Diagnose

Die Symptome von Entzündungen des inneren und mittleren Ohres ähneln stark einer Encephalitozoonose. Durch eine gründliche Allgemeinuntersuchung des Kaninchens und insbesondere der Ohren ist eine Abgrenzung jedoch möglich. Zusätzliche Symptome wie Nasenausfluss oder der Auflagerungen im äußeren Ohr werden zur Diagnosestellung herangezogen. In Zweifelsfällen kann die Anfertigung von Röntgenbildern oder eine Blutuntersuchung notwendig sein.

Behandlung

Die Behandlung von Entzündungen des Mittel- und Innenohres muss durch eine systemische Antibiose erfolgen. In das Ohr geträufelte Medikamente können, selbst bei eingerissenem Trommelfell, keine ausreichende Konzentration im inneren Ohr erreichen. Bei parasitärer Ursache muss zusätzlich ein Antiparasitikum (siehe Ohrräude) verbabreicht werden – auch bei allen Partnertieren.

Prognose

Die Prognose ist stark vom Behandlungsbeginn abhängig: Nur schnell behandelte Entzündungen des Mittel- und Innenohres haben eine gute Prognose.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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