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Hund: Kokzidiose

Allgemeines

Kokzidien sind einzellige Parasiten. Bei Hunden kommen viele verschiedene Kokzidien-Arten vor, die alle im Darm parasitieren. Neben Arten, die überwiegend nur beim Hund auftreten, kann sich ein Hund auch mit Kokzidien infizieren, die bei Lämmern und Kälbern gefunden werden.

Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, können durch eine Kokzidieninfektion an schweren Durchfällen erkranken. Daher muss die Kokzidiose als Zoonose angesehen werden.

Ursachen

Am häufigsten sind Hunde mit den Kokzidien-Arten Isospora canis und Isospora ohioensis infiziert. Die Kokzidien werden als so genannte Oozysten über rohes Fleisch, verunreinigtes Trinkwasser (auch Pfützen!) oder Nahrung aufgenommen. Die Oozysten entwickeln sich im Hund weiter, wandern in den Darm und zerstören dort die für die Aufnahme von Nährstoffen wichtigen Darmzellen. Im Darm bilden sich erneut Oozysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese sind monatelang unter widrigen Bedingungen in der Außenwelt infektionsfähig.

Leitsymptom

  • Durchfall

Symptome

Die Symptome einer Kokzidiose werden hauptsächlich bei Jungtieren oder Tieren mit stark geschwächtem Abwehrsystem beobachtet. Diese Tiere leiden an Durchfall, der sehr dünnflüssig ist und häufig blutige Beimengungen aufweist. Massiver Befall mit Kokzidien kann bei jungen Hunden innerhalb weniger Tage tödlich sein.

Gerade bei älteren Hunden kann eine Infektion mit Kokzidien jedoch völlig symptomlos verlaufen. Diese Tiere scheiden jedoch trotzdem Oozysten mit dem Kot aus und verseuchen dadurch die Umgebung.

Diagnose

Die Diagnose einer Kokzidiose wird über Kotuntersuchungen im Labor gestellt. Zu beachten ist dabei, dass ein infizierter Hund nur über etwa eine Woche Oozysten mit dem Kot ausscheidet. Wenn die Kotprobe zu früh oder zu spät untersucht wird, können also keine Oozysten gefunden werden, der Hund kann aber trotzdem an einer Kokzidiose leiden.

Abb. GBW9WMDA
Abb. GBW9WMDA: Kokzidien.
Mikroskopische Untersuchung einer frischen Kotprobe mit massenhaft Oozysten.

Behandlung

Zur Behandlung von Kokzidiose stehen verschiedene Antiparasitika zur Verfügung. Wichtig ist, dass alle im Haushalt lebenden Hunde gleichzeitig behandelt werden – auch wenn diese Hunde keine Symptome zeigen. Nur so kann verhindert werden, dass sich die Tiere untereinander erneut infizieren.

Vorbeugung

Einige Kokzidien-Arten werden über rohes Fleisch aufgenommen. Hunde, die mit rohem Fleisch gefüttert werden (Rohfütterung oder Barfen) sind deswegen besonders gefährdet. Andere Kokzidien-Arten werden von infizierten Hunden mit dem Kot ausgeschieden. Kot sollte deswegen sowohl auf der Straße als auch im Zwinger immer sofort entfernt werden. Zwinger müssen zusätzlich regelmäßig mit heißem Wasserdampf oder geeigneten Desinfektionsmittel gereinigt werden.

Stand: 10.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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