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Hund: Hepatozoonose

Allgemeines

Hepatozoonose ist eine typische Reisekrankheit, die in Europa hauptsächlich im Mittelmeerraum vorkommt. Da immer mehr Hunde ihre Halter auf Urlaubsreisen begleiten, tritt die Erkrankung inzwischen auch gehäuft in Mitteleuropa auf.

Ursachen

Hepatozoonose wird durch den Blutparasiten Hepatozoon canis hervorgerufen. Dieser Parasit wird durch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und sehr wahrscheinlich auch durch die Igelzecke (Ixodes hexagonus) auf den Hund übertragen. Die Zecken übertragen die Erreger jedoch nur, sofern sie vom Hund gefressen werden, beispielsweise beim Knabbern im Fell. Von einer Übertragung beim Stich, wie beispielsweise bei Babesiose, wurde noch nicht berichtet.

Symptome

Die Parasiten durchlaufen im Hund verschiedene Entwicklungsstadien, für die sie jeweils unterschiedliche Organe und Zellen befallen. Daher können relativ unterschiedliche klinische Symptome vorliegen, die meist nach etwa zwei bis vier Wochen auftreten:

  • Muskulatur: steifer Gang, Rückgang der Bemuskelung, Muskelentzündungen
  • Darmwand: blutiger Durchfall, Abmagerung
  • Abwehrsystem: Fieber, Schwellung der Lymphknoten, Leberentzündung

Eine Hepatozoonose kann jedoch auch vollkommen unbemerkt ablaufen!

Diagnose

Die Diagnose von Hepatozoonose wird mit Hilfe von Blutuntersuchungen gestellt. Bereits in einem Blutausstrich sind die Parasiten unter dem Mikroskop meist deutlich sichtbar. Auch in einem Punktat aus Milz, Leber oder Knochenmark können die Parasiten nachgewiesen werden.

Abb. GBXII5KZ
Abb. GBXII5KZ: Hepatozoonose, Blutaustrich.
Die hellen, ovalen Zellen sind weiße Blutkörperchen, in denen verschiedene Entwicklungsstadien der Parasiten (dunkel-lila) sichtbar sind.

Behandlung

Leider ist keine der bisher vorhandenen Therapien in der Lage, die Parasiten vollständig abzutöten. Derzeit wird mit Hilfe von Antibiotika versucht, die Erkrankung zu kontrollieren. Im europäischen Ausland sind weitere Antiparasitika erhältlich, die aber in Deutschland nicht für die Behandlung von Hunden zugelassen sind. Aber auch diese können Hepatozoonose derzeit nicht heilen. Neben der direkten Bekämpfung der Parasiten konzentriert sich die Behandlung an den vorliegenden Symptomen. So wird beispielsweise bei Leberentzündungen eine entsprechende Leberschutztherapie bestehend aus Diät, Ruhe und Medikamenten durchgeführt.

Vorbeugung

Hepatozoonose wird über die Braune Hundezecke und sehr wahrscheinlich auch über die Igelzecke übertragen. Die wirksamste Vorbeugung ist daher, den Hund nicht mit in Gebiete zu nehmen, in den diese Zecken vorkommen (s. oben). Ist dies nicht möglich, muss der Hund vor Zecken geschützt werden. Mit Hilfe von Spot-on-Präparaten oder auch Halsbändern ist das relativ sicher möglich. Dabei kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die repellierend und akarizid wirken. Repellentien besitzen eine abwehrende Funktion: Die Zecken haften zwar kurzfristig am Tier, lassen sich dann aber wieder fallen und sind dann meist so geschädigt, dass sie auch kein anderes Tier mehr angreifen können. Die akarizide Wirkung ist ein zusätzlicher Schutz, der die Zecke vor dem oder kurz nach dem Stich tötet.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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