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Hund: Babesiose

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Hundemalaria, Piroplasmose

Babesiose ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die lange Zeit hauptsächlich im südlichen Europa vorkam. Da immer mehr Hunde ihre Halter auf Reisen begleiten, wurde Babesiose inzwischen auch nach Mitteleuropa eingeschleppt.

Ursachen

Babesiose, umgangssprachlich auch Hundemalaria genannt, wird in Europa hauptsächlich durch den Blutparasiten Babesia canis hervorgerufen. Die Parasiten werden durch Zecken der Gattungen Rhipicephalus (z.B. Braune Hundezecke) und Dermacentor (z.B. Auwaldzecke) beim Saugakt auf den Hund übertragen. Die Übertragung beginnt etwa 12 Stunden nachdem sich die Zecke festgesaugt hat.

Babesien befallen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und vermehren sich in diesen. Dabei werden die roten Blutkörperchen massenhaft zerstört. Es entsteht eine Blutarmut (Anämie). Auch die Blutgerinnung und die Durchblutung verschiedener Organe wird gestört.

Abb. GBW3GOIO
Abb. GBW3GOIO: Rhipicephalus sanguineus.
Mikroskopische Aufnahme einer Nymphe, aus der sich die erwachsene Zecke entwickelt. Auch die Nymphen ernähren sich von Blut.

Leitsymptom

  • Fieber
  • Schwäche
  • blutiger Urin

Symptome

Babesiose ist in ihren Symptomen und dem Krankheitsverlauf der menschlichen Malaria sehr ähnlich. Man unterscheidet einen perakuten, einen akuten und einen chronischen Verlauf:

Perakuter Verlauf: Besonders junge Hunde und Hunde, die durch andere Erkrankungen bereits geschwächt sind, können innerhalb weniger Stunden nach Ausbruch der Erkrankung an Kreislaufversagen und Schock sterben.

Akuter Verlauf: Etwa 5 – 7 Tage nach der Übertragung der Parasiten (die Inkubationszeit kann in Ausnahmefällen auch bis zu drei Wochen dauern) leiden betroffene Hunde an hohem Fieber und ihr Allgemeinbefinden ist durch Schwäche, Anämie und Gelbsucht stark beeinträchtigt. Der vermehrte Abbau von zerstörten roten Blutkörperchen führt zu erhöhter Ausscheidung von Blutfarbstoff über den Urin. Dunkel gefärbter Urin ist daher meist ein deutlich sichtbares Zeichen der Erkrankung. Viele weitere Symptome wie Verdauungsprobleme, erschwerte Atmung, Ödembildung und Blutungen der Haut können vereinzelt auftreten. Durch die Bildung von Blutgerinnseln kann die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt werden, was Ausfallerscheinungen wie Zittern, Taumeln, Lähmungen oder epileptische Anfälle zur Folge hat.

Chronischer Verlauf: Fieberschübe und Teilnahmslosigkeit wechseln sich mit Phasen ohne klinische Symptomatik ab. Langfristig magert das Tier ab. Leberschäden und Gelbsucht können ebenfalls auftreten.

Abb. GBW3MIFY
Abb. GBW3MIFY: Urinproben im Vergleich.
Links im Bild normal gefärbter Hundeurin, rechts daneben ein durch Babesiose dunkel gefärbter Urin.

Diagnose

Die Diagnose einer Babesiose wird mit Hilfe von Blutuntersuchungen gestellt. Zum einen führt die Erkrankung zu deutlichen Veränderungen in der Zusammensetzung der Blutbestandteile, die man im Blutbild erkennen kann. Zum anderen können auch die Babesien nachgewiesen werden:

Direkter Erregernachweis: In der akuten Krankheitsphase wird meist direkt ein Blutausstrich angefärbt und mikroskopiert: Die Babesien sind dann in den roten Blutkörperchen sichtbar. Zu Beginn der Infektion und zu einem späteren Stadium sind häufig nicht genug Erreger für diesen Nachweis vorhanden. Durch molekularbiologische Methoden kann auch das Erbmaterial der Babesien im Blut nachgewiesen werden (PCR). So ist auch ein Nachweis möglich, wenn nur sehr wenig Erreger im Blut vorhanden sind.

Indirekter Erregernachweis: Frühstens 10 Tage nach der Infektion sind Antikörper gegen die Babesien in einer Blutprobe nachweisbar. Ein Anstieg des Antikörperspiegels (Titer) weist auf eine Infektion hin. Eine vorangegangene Impfung oder eine überstandene Infektion führen allerdings auch zu einer Erhöhung des Antikörperspiegels.

Abb. GBW3TACS
Abb. GBW3TACS: Blutausstrich Babsiose, Giemsa-Färbung.
Bei den hell-lila gefärbten, runden Zellen handelt es sich um rote Blutkörperchen. In einem Teil dieser roten Blutkörperchen sind die dunkel-lila gefärbten Babesien deutlich sichtbar.

Behandlung

Zur Behandlung der Babesiose ist in Deutschland derzeit kein Präparat beim Hund zugelassen. Im nahen europäischen Ausland, wie beispielsweise in Frankreich, der Schweiz und in den Niederlanden sind jedoch verschiedene Präparate erhältlich, die über eine Apotheke bestellt werden können.

Mit diesen Mitteln ist es in den meisten Fällen möglich, die Erreger zu beseitigen. Allerdings kann es in Einzelfällen vorkommen, dass einige Erreger überleben und zu einer dauerhaften Infektion führen. Diese Hunde dienen dann auch wieder als Ansteckungsquellen für Zecken.

Bei ausgeprägter Blutarmut sollte der Patient Blutkonserven erhalten. Auch andere Infusionen können nötig sein, um die Durchblutung zu verbessern und den Kreislauf zu stabilisieren.

Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungsaussichten gut, sonst verläuft die Krankheit häufig tödlich.

Vorbeugung

Babesiose wird ausschließlich über Zecken übertragen. Die wirksamste Vorbeugung ist daher, den Hund nicht mit in Gebiete zu nehmen, in denen diese Zeckenarten vorkommen (s. oben). Ist dies nicht möglich, muss der Hund vor Zecken geschützt werden: So genannte Repellentien wirken auf Zecken abschreckend und verhindern, dass die Zecke den Hund überhaupt sticht. Repellentien werden meist in Kombinationspräparaten mit so genannten Akariziden angeboten, die die Zecke dann bei direktem Kontakt abtöten. Details hierzu s. unter Zecken.

Im europäischen Ausland ist auch ein Impfstoff gegen Babesiose erhältlich, der vorbeugend wirkt, aber nicht zu 100% schützt. Im Bedarfsfall muss der Impfstoff aus Frankreich o.ä. importiert werden.

Eine Behandlung mit einem Antibabesien-Medikament hat auch vorbeugende Wirkung, die etwa 4 Wochen anhält. Es ist also möglich, seinen Hund prophylaktisch zu behandeln, wenn sein Aufenthalt in einem stark gefährdeten Gebiet nicht zu umgehen ist. Zusätzlich muss der Hund aber auf jeden Fall gegen Zecken geschützt werden.

Stand: 28.11.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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15.09.2012: margole@mail.tele.d
min mand har muligvis haft en babesia infektion. han er blevet smittet af en dansk flåt. De danske læger tester ikke optimalt for babesia. Ved I, hvor han kan få foretaget en manuel tælling af blodceller, da det kun er dyrlæger, der kender til babesia. I Danmark mener man ikke, at der findes babesia. Min mand bliver derfor svigtet. Venlig hilsen Margret Nielsen

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