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Hund: Schokoladen-Vergiftung

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Theobromin-Vergiftung

Der Grundstoff von Schokolade ist Kakao: Je nach Schokoladen-Sorte beträgt der Kakaogehalt mindestens 30% bei Vollmilchschokolade und mindestens 50% bei Zartbitterschokolade. Je dunkler die Schokolade ist, desto mehr Kakao ist in der Schokolade enthalten. Kakao wiederum enthält den Wirkstoff Theobromin. Theobromin hat bei Menschen eine ähnliche Wirkung wie Koffein, wirkt also anregend. Nebenwirkungen durch Theobromin sind bei Menschen zwar prinzipiell möglich, allerdings erst in so hohen Dosen, dass zuerst mit Übelkeit gerechnet werden muss. Anders ist es bei unseren Haustieren: Ihnen fehlt im Stoffwechsel ein Enzym, um Theobromin abzubauen. Das Theobromin reichert sich dadurch im Blut an und führt zu Vergiftungserscheinungen.

Abb. HD4DWINF
Abb. HD4DWINF: Schokolade.
Auch das Papier wird häufig mitgefressen!

Ursachen

Bereits geringe Mengen Theobromin sind für Hunde giftig oder sogar tödlich. Dies hängt im Einzelfall von dem Gewicht des Hundes und der aufgenommenen Menge Theobromin ab. Die tödliche Dosis Theobromin wird von Wissenschaftlern sehr unterschiedlich angegeben, sie liegt etwa zwischen 100 und 500mg pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Tafel Zartbitterschokolade (100g) enthält etwa 500mg Theobromin (5mg Theobromin/g Schokolade). Im schlimmsten Fall kann also eine Tafel Schokolade für einen kleinen Hund mit etwa 5kg Körpergewicht bereits tödlich sein. Bei Block-/Kochschokolade liegt der Theobromin-Gehalt mit 15mg/g noch wesentlich höher, bei Vollmilchschokolade liegt er bei 2mg/g. Weiße Schokolade enthält kein Theobromin.

Eine besondere Gefahr besteht bei Epileptikern: Bereits minimale Dosen Theobromin führen zu starken Vergiftungssymptomen.

Symptome

Typische Symptome einer Vergiftung mit Theobromin sind Keuchen, Unruhe und Muskelzittern. Auch Erbrechen und Durchfall treten auf. Diese Symptome treten etwa vier bis fünf Stunden nachdem die Schokolade gefressen wurde auf. Wenn die Schokolade jedoch mit Verpackung gefressen wurde, können die Symptome auch erst wesentlich später in Erscheinung treten, da sich die Verdauungsenzyme erst durch Papier und Alufolie kämpfen müssen, bevor Theobromin ins Blut aufgenommen werden kann.

Diagnose

Idealerweise wird das Verschwinden der Schokolade schnell bemerkt oder der Hund lässt zumindest einen kleinen Rest liegen. Ohne den Verdacht, dass einen Schokoladen-Vergiftung vorliegt, ist eine Diagnose nämlich schwer zu stellen, da die Symptome sehr unspezifisch sind und auf viele Erkrankungen schließen lassen.

Behandlung

Die Behandlung einer Schokoladen-Vergiftung hängt stark davon ab, zu welchem Zeitpunkt das Fressen der Schokolade festgestellt wurde: Liegt die Aufnahme noch nicht lange zurück, sollte der Hund schnellstmöglich zum Erbrechen gebracht werden. Dem Tierarzt stehen dafür verschiedene Medikamente zur Verfügung. So kann verhindert werden, dass Theobromin überhaupt in den Blutkreislauf gelangt. Liegen bereits klinische Symptome, also beispielsweise Atemnot oder Zittern, vor, so können diese nur symptomatisch behandelt werden. Dazu können den Kreislauf stabilisierende Infusionen eingesetzt werden und auch eine Beatmung kann nötig sein.

Prognose

Je schneller das Verschwinden der Schokolade bemerkt wird, desto besser ist die Prognose!

ACHTUNG

Neben der akuten Vergiftung durch Schokolade ist jedoch auch das Füttern kleinerer Mengen von Schokolade, die als Leckerli scheinbar problemlos vertragen werden, gefährlich. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass diese zu dauerhaften Schäden an der Herzmuskulatur führen.

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Stand: 27.11.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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