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Katze: Erkrankungen der Gebärmutter

Allgemeines

In diesem Artikel werden die Krankheitsbilder Glandulär-zystische Hyperplasie, Gebärmutterentzündung (Endometritis) und Gebärmuttervereiterung (Pyometra) erläutert.

Die im Folgenden beschriebenen Krankheitsbilder werden in hohem Maße durch Geschlechtshormone beeinflusst. Da viele Katzen kastriert werden, treten diese Erkrankungen bei Katzen eher selten auf. Bei einer Kastration werden nämlich die Eierstöcke, in denen die weiblichen Geschlechtshormone gebildet werden, entfernt. Die Gebärmutter wird dadurch nicht mehr durch Hormone beeinflusst.

Die Gebärmutter der Katze besteht aus einem eher kleinen Gebärmutterkörper, der sich in zwei längliche Gebärmutterhörner aufzweigt. Dies ist notwendig, um während der Trächtigkeit eine Vielzahl von Welpen unterzubringen. Diese liegen dann wie Perlen aufgereiht in den Gebärmutterhörnern. Die Verbindung von der Scheide in die Gebärmutter wird durch den Muttermund gebildet. Der Muttermund ist wie ein Ring geformt, der sich so stark zusammenziehen kann, dass sein Durchgang vollständig verschlossen ist. So ist die Gebärmutter gegenüber der Scheide in einigen Phasen des Zyklus verschlossen (z.B. während der Trächtigkeit), in anderen Phasen ist der Muttermund und damit der Durchgang geöffnet (z.B. bei der Befruchtung oder bei der Geburt).

Abb. HD65477X
Abb. HD65477X: Schematische Darstellung des weiblichen Geschlechtsapparats der Katze.

Ursachen

Verdickung der Gebärmutterwand (glandulär-zystische Hyperplasie)

Bei einer glandulär-zystischen Hyperplaise ist die Gebärmutterschleimhaut dicker ist als gewöhnlich und es bilden sich kleine, blasenartige Hohlräume in ihr – so genannte Zysten. Häufig bildet diese veränderte Gebärmutterschleimhaut auch vermehrt Schleim, der sich in der Gebärmutter ansammelt. Vermutlich entstehen die Gebärmutterzysten durch ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone. Katzen mit solchen Veränderungen sind anfälliger für die Entstehung einer Endometritis oder Pyometra.

Das Risiko für die Erkrankung steigt mit zunehmenden Alter und tritt bei Katzen, die nie tragend waren, deutlich häufiger auf als bei Mutterkatzen.

Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)

Bei einer Endometritis ist die Schleimhaut, also die Innenauskleidung der Gebärmutter, entzündet. Diese Entzündung entsteht durch Bakterien, die aus der Scheide in die Gebärmutter einwandern. Durch ein hormonelles Ungleichgewicht, im Anschluss an Fehlgeburten oder als Folge der oben beschriebenen glandulär-zystischen Hyperplasie finden die Bakterien ideale Bedingungen, sich in der Gebärmutterschleimhat zu vermehren. Es kann zu einer Füllung der Gebärmutter mit Entzündungsflüssigkeit kommen. Viele Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut entwickeln sich zu einer Gebärmuttervereiterung.

Gebärmuttervereiterung (Pyometra)

Pyometra bedeutet, dass die Gebärmutter mit Eiter gefüllt ist. Eine Pyometra entsteht meist gegen Ende der Rolligkeit, wenn der Muttermund leicht geöffnet ist – eigentlich um für Spermien durchlässig zu sein. So können leider auch Bakterien durch den Muttermund in die Gebärmutter gelangen und eine Entzündung verursachen. Bei einer Pyometra entsteht durch die Entzündung sehr viel Eiter in der Gebärmutter. Dies wird durch die typischen hormonellen Veränderungen am Ende der Rolligkeit begünstigt, kann jedoch auch durch medizinisch eingesetzte Hormone verursacht werden. Dazu gehört insbesondere die Verabreichung von Hormonen zur Unterdrückung der Rolligkeit. Da sich der Muttermund nach dem Ende der Rolligkeit wieder fest verschließt, füllt sich die Gebärmutter immer weiter mit Eiter an.

Leitsymptom

  • Apathie
  • Fieber
  • Appetitlosikgkeit
  • vermehrte Wasseraufnahme

Symptome

Die glandulär-zystische Hyperplasie bleibt bei vielen Katzen vollkommen symptomlos. Nur bei Zuchtkatzen kann in Einzelfällen eine verringerte Fruchtbarkeit beobachtet werden.

Bei einer Endometritis entwickeln die Katzen Symptome wie Teilnahmslosigkeit, Fressunlust und Fieber. Einige Katzen trinken auffällig viel. Auch ein vermehrtes Lecken der Genitalregion kann beobachtet werden.

Die Symptome einer Pyometra ähneln denen einer Endometritis, sind aber häufig wesentlich deutlicher ausgeprägt. Im Verlauf der Erkrankung kann es durch die Aufnahme von Giftstoffen aus dem Eiter in den Blutkreislauf zu starken Vergiftungserscheinungen und zum Schock kommen. Bei den meisten Katzen bleibt der Muttermund geschlossen. Die Gebärmutterwand wird durch den zunehmenden Eiter immer weiter gedehnt und dünner. Es kann zum Reißen kommen! Nur bei einigen Tieren öffnet sich der Muttermund und der Eiter fließt ab. Allerdings lecken die meisten Katzen so intensiv ihre Genitalregion, dass der Eiter den Tierhaltern verborgen bleibt.

Diagnose

Eine glandulär-zystische Hyperplasie kann bei Zuchtkatzen durch Ultraschalluntersuchungen diagnostiziert werden. Die zu Zysten entarteten Uterindrüsen sind im Ultraschall gut sichtbar. Auch eine Endometritis oder eine Pyometra sind im Ultraschall gut darstellbar. Eine Unterscheidung der beiden Krankheitsbilder ist anhand der Veränderungen der Gebärmutterwand möglich. Zusätzlich sind im Blutbild verschiedene Anzeichen einer Entzündung sichtbar. Mit Hilfe von Röntgenuntersuchungen kann eine Vergrößerung der Gebärmutter dargestellt werden, eine Unterscheidung zwischen einer Endometritis und einer Pyometra kann jedoch schwierig sein, da in beiden Fällen eine deutliche Füllung des Organs vorliegen kann: Die Unterscheidung zwischen Flüssigkeit und Eiter ist durch ein Röntgenbild jedoch nicht möglich.

Behandlung

Bei allen drei beschriebenen Erkrankung der Gebärmutter empfiehlt sich eine Kastration der Katze. Dieser Eingriff muss beim Vorliegen einer Gebärmuttervereiterung schnellstmöglich erfolgen, da ein lebensbedrohlicher Verlauf der Erkrankung möglich ist. Soll die Zuchtfähigkeit der Katze unbedingt erhalten bleiben, kann beim Vorliegen einer Endometritis oder Pyometra eine konservative Therapie versucht werden. Dazu kommen verschiedene Hormone und Antibiotika zum Einsatz.

Abb. HDBJ9439
Abb. HDBJ9439: Entfernte, stark mit Eiter gefüllte Gebärmutter.
Eine gesunde Gebärmutter ist ungefähr so dick wie die dargestellten Instrumente. Die gleichzeitig entfernten Eierstöcke sind aufgrund der Klemmen nicht sichtbar.

Prognose

Durch eine rechtzeitige Kastration ist die Prognose in den meisten Fällen gut. Wenn eine Pyometra allerdings erst sehr spät erkannt wird, können bereits sehr starke Vergiftungserscheinungen vorliegen, die die Prognose verschlechtern.

ACHTUNG

Nach der Operation ist es unbedingt notwendig, dass bis zum Ziehen der Fäden ein Halskragen getragen wird. Dies finden die Katzen meist nur eine kurze Zeit lästig und gewöhnen sich – im Gegensatz zum Besitzer – recht schnell daran. Ohne Schutz können sie in sehr kurzer Zeit mit ihrer rauen Zunge die gesamte Bauchhöhle erneut öffnen! Außerdem ist die Maulhöhle stark mit Bakterien besiedelt. Diese können durch die Wunde leicht eindringen und die Wundheilung verzögern oder sogar eine Nachoperation notwendig werden lassen. Besonders stark ist der Drang zu lecken, wenn nach einigen Tagen die Wundheilung einsetzt und die Wunde zu jucken beginnt. Der Halskragen muss also unbedingt bis zum vollständigen Abheilen der Wunde getragen werden, etwa 10 Tage lang.

Abb. HDBJ5PLA
Abb. HDBJ5PLA: Katze mit Halskragen.

Stand: 19.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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