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Katze: Analbeutelentzündung

Allgemeines

Folgende Krankheitsbilder werden in diesem Artikel ebenfalls erläutert: Analbeutelanschoppung, Analbeutelempyem, Analbeutelabszess und Analfistel.

Eine anatomische Besonderheit der Katze (und des Hundes) sind die rechts und links des Afters gelegenen Analbeutel. Die Analbeutel sind kleine Säckchen, deren Ausführungsgänge wenige Millimeter neben der Afteröffnung münden. In den Analbeuteln wird ein Sekret gespeichert, das von den Analbeuteldrüsen gebildet wird. Beim Kotabsatz wird durch die veränderten Druckverhältnisse im Darm jedes Mal eine geringe Menge des Sekrets abgesetzt. Der für den Menschen eher unangenehme Geruch dient der Katze zur Reviermarkierung.

Umgangssprachlich werden die Analbeutel häufig als Analdrüsen bezeichnet. Das ist anatomisch gesehen nicht richtig. Analdrüsen sind kleine Drüsen, die rings um den After angelegt sind. Sie bilden ebenfalls einen Duftstoff, der für jede Katze charakteristisch ist und zur Individualmarkierung dient.

Ursachen

Bei normalem Kotabsatz wird jedes Mal eine kleine Menge Sekret abgegeben. Als Folge von Durchfall, weichem Kot oder verklebter Analregion kann es zu einer mangelhaften Entleerung und Verstopfung der Analbeutel kommen. In vielen Fällen bleibt die Ursache jedoch auch völlig unklar.

Als Folge dieser mangelhaften Entleerung entsteht eine so genannte Analbeutelanschoppung, da die Analbeuteldrüsen unvermindert Sekret produzieren, das nicht richtig ablaufen kann. Eine Analbeutelentzündung entsteht, wenn Bakterien von außen in die Analbeutel einwandern. Entleert sich der Analbeutel weiterhin nicht, kapselt sich die Entzündung immer weiter ab und es bildet sich ein Abszess, der häufig nach außen aufbricht (Analfistel).

Leitsymptom

  • Schlittenfahren“: Die Katze rutscht mit dem Anus auf dem Boden

Symptome

" Schlittenfahren", ständiges Belecken der Analregion, Schmerzen beim Kotabsatz und sogar Fieber können Anzeichen einer Analbeutelentzündung sein.

Analbeutelabszesse treten meist einseitig auf. Die Haut über dem Analbeutel ist stark gespannt und gerötet. Oft bricht der Abszess von alleine auf und der blutig-eitrige Inhalt entleert sich.

Diagnose

Die Diagnose Analbeutelentzündung kann vom Tierarzt durch Tasten der Analbeutel gestellt werden.

Behandlung

Bei Analbeutelanschoppungen und geringgradigen Entzündungen reicht meist eine manuelle Entleerung der Analbeutel durch den Tierarzt aus. Bei Katzen, die sich die unter Umständen schmerzhafte Prozedur nicht gefallen lassen, ist eine Narkose erforderlich.

Schwere Verstopfungen und Entzündungen müssen medikamentös behandelt und vor allem gespült werden. Dazu werden so genannte Knopfkanülen von außen in die Analbeutel eingeführt. Die Öffnung der Analbeutel wird dadurch wieder frei und durch Einspritzen von Medikamenten oder Ölen kann der Inhalt verflüssigt und ausgedrückt werden. Anschließend kann eine Spülung mit desinfizierenden Lösungen erfolgen, um die Entzündung zu behandeln.

Abszesse müssen eröffnet und wiederholt gespült werden, damit sie sich nicht wieder mit Eiter füllen können, sondern aus der Tiefe heraus heilen. Um diesen Eingriff durchführen zu können, ist ganz sicher eine Narkose notwendig. Zusätzlich erhalten diese Katzen meist Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und ein Antibiotikum. Man sollte der Katze einen Halskragen anlegen, damit sie nicht durch ständiges Belecken die Entzündung am Laufen hält.

Wenn die Entzündung mit diesen Behandlungsmaßnahmen nicht dauerhaft zu beseitigen ist, sollten die Analbeutel chirurgisch entfernt werden.

Prognose

Die Prognose ist gut. Nur bei wiederholtem Auftreten von Analbeutelentzündungen kann eine chirurgische Entfernung der Analbeutel notwendig werden.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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