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Katze: Hormonbedingte Hautveränderungen

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Endokrine Dermatosen

Als hormonbedingte Hautveränderungen (endokrine Dermatosen) werden Haut- und Haarveränderungen bezeichnet, die durch eine Unter- oder Überfunktion hormonbildender Organe entstehen. Hormon-bildende Organe sind beispielsweise Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere, Eierstöcke und Hoden.

Grundsätzlich kommen hormonbedingte Haut- und Haarveränderungen bei Katzen wesentlich seltener vor als bei Hunden.

Ursachen

Die häufigste Hormonstörung bei der Katze, die auch zu einer Veränderung von Haut und Haarkleid führt, ist die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Meist sind es gutartige Schilddrüsentumore, die zu einer vermehrten Bildung von Schilddrüsenhormonen führen.

Eine weitere hormonelle Ursache für Haut- und Haarveränderungen bei Katzen ist ein dauerhaft erhöhter Kortisonspiegel im Blut (Hyperadrenokortizismus). Dieser kann verschieden Ursachen haben: Er kann durch langdauernde Gabe von Kortison ausgelöst worden sein, aber auch durch verschiedene Störungen bei der Hormonbildung an sich. Häufig stellt sich als Folge des dauerhaft überhöhten Kortisonspiegels auch ein Diabetes mellitus bei den betroffenen Katzen ein.

Ganz selten kommt es bei Katzen zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Normalerweise entsteht ein Mangel an Schilddrüsenhormonen nur dann, wenn nach einer totalen Schilddrüsenentfernung oder -zerstörung im Rahmen der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion nicht genug Ersatzhormone als Ausgleich verabreicht werden. Es gibt bislang nur sehr wenig beschriebene Fälle, in denen einen Schilddrüsenunterfunktion angeboren war und nicht Folge eines medizinischen Eingriffs.

Leitsymptom

  • Seborrhoe
  • Haarausfall

Symptome

  • Schilddrüsenüberfunktion: Die Katzen haben fettige Schuppenbildung (Seborrhoe) und mattes Fell, manchmal auch Haarausfall, der beide Körperseiten gleichmäßig betrifft (symmetrisch). Weitere Symptome sind u.a. Heißhunger und Gewichtsabnahme
  • Hyperadrenokortizismus: Auch hier kann Seborrhoe bestehen. Das Fell wird dünn oder wächst bei Langhaarkatzen nach dem Scheren nicht mehr richtig nach. Auch die Haut wird dünner und kann leicht reißen oder es bilden sich Blutergüsse. Weitere Symptome sind Schwäche, Fressunlust, Muskelschwund, Hängebauch und vermehrtes Trinken und Harnabsetzen.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Hierbei treten ebenfalls Seborrhoe, Haarausfall und stumpfes Haarkleid auf. Bei der sehr seltenen angeborenen Form treten Missbildungen wie Zwergwuchs auf.

Diagnose

Hormonstörungen als Ursache für Haut- und Haarveränderungen werden über den Nachweis der veränderten Hormonspiegel in Blutproben gestellt. Weiterführende Untersuchungen wie Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren können hilfreich sein. In Zweifelsfällen müssen andere Ursachen für Haarausfall oder Hautveränderungen ausgeschlossen werden.

Behandlung

  • Schilddrüsenüberfunktion: Diese Erkrankung wird in der Regel durch eine Entnahme oder Zerstörung der veränderten Schilddrüse behandelt. Schilddrüsenhormone müssen dann regelmäßig gegeben werden. Details dazu s. Artikel Schilddrüsenüberfunktion.
  • Hyperadrenokortizismus: Zur Behandlung dieser bei Katzen relativ seltenen Hormonstörung gibt es verschieden Ansätze mit Medikamenten, Operationsmethoden oder Bestrahlung, die je nach genauer Ursache versucht werden können.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Als Behandlung müssen Schilddrüsenhormone lebenslang gegeben werden.

Prognose

Hormonstörungen durch Schilddrüsenproblematik sind normalerweise gut zu behandeln. Eine Ausnahme stellt die angeborene Schilddrüsenunterfunktion dar, die nur bei sehr rechtzeitig begonnener Behandlung einigermaßen in den Griff zu bekommen ist. Hyperadrenokortizismus ist hingegen nicht in jedem Fall erfolgreich zu therapieren.

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Stand: 25.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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