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Hund: Zecken

Allgemeines

Zecken sind so genannte Ektoparasiten und gehören zu den Spinnentieren. Zecken treten weltweit auf und man kennt sehr viele verschiedene Arten. Die in Mitteleuropa heimischen Zeckenarten gehören alle zur Familie der Schildzecken.

Die Entwicklung der Zecke verläuft über verschiedene Stadien: Aus dem Ei entwickelt sich zunächst eine Larve, aus dieser eine Nymphe und daraus schließlich die erwachsene Zecke. Jedes Entwicklungsstadium benötigt für die Weiterentwicklung eine Blutmahlzeit auf einem warmblütigen Tier (oder Menschen), die als Wirte dienen. Die Stadien des Holzbocks halten sich nur zum Blutsaugen auf dem Wirt auf, danach verlassen sie ihn wieder. Nach der Blutmahlzeit erfolgt die Häutung zum nächsten Entwicklungsstadium auf dem Boden. Das erwachsene Zeckenweibchen legt seine Eier bevorzugt in Verstecken unter Laub und Gras ab.

Zecken sind als Überträger von Krankheitserregern bekannt: Sie können diese beim Blutsaugen von einem infizierten Wirt aufnehmen und bei der nächsten Blutmahlzeit auf empfängliche Wirte übertragen.

Ursachen

Hunde holen sich Zecken beim Durchstreifen von Büschen, Wiesen und Wäldern. Die Zecken haken sich im Fell des Hundes fest und wandern einige Zeit umher, bis sie in die Haut stechen und Blut saugen. Dabei gelangt Speichel in den Blutkreislauf des Hundes. Mit diesem Speichel der Zecke können Krankheitserreger übertragen werden. In Mittel- und Südeuropa sind vor allem folgende Zeckenarten als Überträger von Krankheiten von Bedeutung:

  • Buntzecke, Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), südliches Europa, auch Deutschland: Übertragung von Erregern der FSME, Ehrlichiose und Babesiose

Abb. GBXIX3BX
Abb. GBXIX3BX: Ixodes ricinus (Holzbock) und Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus).

Abb. GBXIZOAA
Abb. GBXIZOAA: Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).

Symptome

Solange die Zecken noch saugen, werden sie häufig beim Streicheln des Hundes bemerkt. Nachdem sie den Hund wieder verlassen haben, kann die Stichstelle meist nicht wieder aufgefunden werden. Nur selten kommt es an der Saugstelle der Zecke zu einer lokalen Hautreizung.

Behandlung

Jede Zecke sollte möglichst schnell mit einer Pinzette, einer speziellen Zeckenzange oder den Fingern entfernt werden, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Mit der Pinzette o.ä. kann die Zecke möglichst nah an der Haut gefasst und durch leichtes, konsequentes Ziehen nach oben entfernt werden. Einige Experten empfehlen auch, die Zecke durch "Hin- und Herruckeln" aus der Haut zu hebeln. Egal welche Methode angewandt wird: Die Zecke darf nicht gequetscht werden, da dabei die Erreger vermehrt übertragen werden! Keinesfalls sollte Öl oder ähnliches auf die Zecke oder verbleibende Zeckenteile getropft werden! Dadurch ersticken die Parasiten zwar, sie sondern vorher aber vermehrt den infektiösen Speichel ab.

Wenn das Saugrohr (gemeinhin als „Kopf“ bezeichnet) der Zecke bei der Entfernung abreißt und in der Haut bleibt, so muss man die Stelle täglich kontrollieren, ob sie sich entzündet. In der Regel fällt das in der Haut verbliebene Zeckenmaterial aber nach ein paar Tagen von alleine ab.

Entzündete Hautstellen müssen ggf. mit desinfizierenden Substanzen behandelt werden.

Abb. GBXJ3TEC
Abb. GBXJ3TEC: Optimale Entfernung einer Zecke: Nah an der Haut und ohne Druck auf den Körper der Zecke.

Vorbeugung

Zeckenbefall kann mit Hilfe von Spot-on-Präparaten oder auch Halsbändern relativ sicher vermieden werden. Dabei kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die repellierend und akarizid wirken. Repellentien besitzen eine abwehrende Funktion: Die Zecken haften zwar kurzfristig am Tier, lassen sich dann aber wieder fallen und sind dann meist so geschädigt, dass sie auch kein anderes Tier mehr angreifen können. Die akarizide Wirkung ist ein zusätzlicher Schutz, der die Zecke beim Stich tötet. Grundsätzlich sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, sobald die Außentemperatur über 7°C liegt, da dann die Zecken bereits aktiv werden. Die Wirkungsdauer der Medikamente beträgt etwa 3 – 4 Wochen.

Das Absammeln von Zecken nach einem Spaziergang ist kein sicherer Schutz!

Tipps

Bei Hunden mit sehr trockener Haut wirken die beim Tierarzt erhältlichen Spot-on-Präparate eventuell kürzer als auf der Packungsbeilage angegeben. Wiederholen Sie daher die Behandlung früher, falls Sie merken, dass der Zeckenschutz abnimmt!

ACHTUNG

Einige der im Handel erhältlichen Halsbänder dürfen nicht angewendet werden, wenn die Hunde Kontakt zu Kleinkindern haben. Achten Sie deshalb genau auf die Angaben der Hersteller!

Stand: 20.11.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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