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Hund: Welpen- und Junghund-Pyodermie

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Impetigo, Eiterflechte, Akne der Junghunde

Bei einer Welpen- und Junghund-Pyodermie handelt es sich um eine bakterielle Entzündung der Haut.

Grundsätzlich verfügt die Haut über eine Reihe von Abwehrmechanismen, um Entzündungen zu vermeiden. Dazu gehört beispielsweise die ständige Neubildung von Hautzellen, das Abschilfern der alten Haut, die Hautfette und der Schweiß. Auch auf gesunder Haut sind Bakterien, Pilze und Parasiten vorhanden, es besteht eine so genannte Mikroflora. Zwischen Mikroflora und Haut besteht ein Gleichgewicht: Die Mikroflora ernährt sich von den oben angeführten Hautprodukten und schützt gleichzeitig vor krankmachenden (pathogenen) Keimen. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, können sich einige Keime plötzlich explosionsartig vermehren und zu Hautentzündungen führen.

Abb. FZB136Z5
Abb. FZB136Z5: Schematische Darstellung von Haut und Unterhaut.

Ursachen

Bei der Welpen- und Junghundpyodermie führen die Bakterien zu hochgradigen, eitrigen Entzündungserscheinungen. Es werden genetische Ursachen, Ernährungsmängel und Parasiten als Ursache diskutiert, die genaue Ursache ist bisher jedoch ungeklärt. Einige Hunderassen besitzen eine so genannte Prädisposition für diese Form der bakteriellen Hauterkrankung.

Ansteckung

Die Welpen- und Junghundpyodermie wird in den meisten Fällen durch das Bakterium Staphylococcus pseudointermedius hervorgerufen. Auch Menschen können sich mit Staphylokokken infizieren, allerdings sind dann andere Arten an der Infektion beteiligt. Eine Ansteckung von Hund auf Mensch ist nicht möglich!

Leitsymptom

  • Pickel, Pusteln und Krusten

Symptome

Pickel, Pusteln und Krusten sind die ersten Anzeichen einer Pyodermie. Auch Haarausfall und schuppige, gerötete Haut können beobachtet werden. Bei Welpen sind meist haarlose Stellen wie Achseln, Bauch und Brustkorb betroffen. Die Akne der Junghunde beschränkt sich häufig auf den Kopf. Nur ein Teil der Hunde verspürt starken Juckreiz.

Bei schweren Infektionen sind die Lymphknoten geschwollen und auch das Allgemeinbefinden kann gestört sein.

Diagnose

Das typische klinische Bild und das Alter des Hundes erlauben eine erste Verdachtsdiagnose, die meist durch eine so genannte zytologische Untersuchung untermauert wird. Dazu wird beispielsweise ein Objektträger auf die veränderte Haut gedrückt (man nennt dies auch Abklatschpräparat) und unter dem Mikroskop untersucht. Gleichzeitig kann Probenmaterial zur Erstellung eines Antibiogramms genommen werden.

Behandlung

Die Behandlung des Hundes erfolgt je nach Ausprägung der Erkrankung. Je tiefer die entzündeten Schichten in der Haut liegen, desto schwieriger und langwieriger ist die Behandlung und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Narbenbildung. Bei Welpen treten meist nur sehr oberflächliche Entzündungen der Oberhaut auf, daher kann es ausreichend sein, die Haut mit desinfizierenden oder antibiotisch wirksamen Seifen/Shampoos zu waschen. Bei jungen Hunden sind häufig auch tiefere Hautschichten betroffen. In diesen Fällen ist zusätzlich eine orale Gabe von Antibiotika über mehrere Wochen erforderlich. Dazu sollte vorher mit Hilfe eines Antibiogramms ein entsprechend wirksames Antibiotikum ermittelt werden.

Prognose

Meist heilt die Entzündung mit Vollendung des ersten Lebensjahres von selbst aus. Nur Dobermann und Dogge leiden auch als erwachsene Hunde manchmal an Akne.

Tipps

Die meisten desinfizierenden oder antibiotisch wirksamen Shampoos müssen mindestens 10 Minuten einwirken, um ihr Wirkung zu entfalten. Achten Sie daher unbedingt auf die Packungshinweise! Auch das Ausspülen muss sehr gründlich erfolgen, damit keine Reste vom Shampoo auf der Haut verbleiben und verhindern, dass sich eine wirksame Mikroflora ausbilden kann.

Stand: 26.11.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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