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Hund: Staupe

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Carre-Krankheit, canine distemper

Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch das canine Staupe-Virus verursacht wird. Das Virus ist eng verwandt mit dem Masern-Virus des Menschen, führt jedoch nur zu Erkrankungen bei Hunden und verwandten Fleischfressern (z.B. Füchsen und Mardern).

Bis in die späten 60er Jahre war Staupe eine häufige Infektionskrankheit und Todesursache beim Hund. Erst durch konsequente Impfungen wurde die Krankheit eingedämmt. In den letzten Jahren tauchen aber wieder vermehrt Staupe-Fälle auf. Man vermutet eine gewisse Impfmüdigkeit der Hundebesitzer, den steigenden Import ungeimpfter Junghunde aus dem Ausland und eine Veränderung des Virus als Ursachen für die vermehrt auftretenden Infektionen. Eine besondere Gefahr geht von infizierten Füchsen aus. Diese sind inzwischen regelmäßig mit Staupe infiziert und weiten ihren Lebensraum immer weiter in die Städte aus. 2008 wurden bereits mehr als 100 infizierte Füchse in deutschen Städten gefunden.

Ursachen

Die Infektion mit dem Staupe-Virus erfolgt durch Tröpfchenübertragung. Auch eine Ansteckung der Welpen im Mutterleib ist möglich. Das Virus wandert zuerst in Organe des Abwehrsystems, wie Mandeln und Lymphknoten. Dort vermehrt es sich über ca. acht Tage und schwärmt dann in den gesamten Organismus aus (Virämie). Bei Hunden mit einem guten Abwehrsystem wird jetzt das Virus erfolgreich bekämpft und es treten keine Krankheitserscheinungen auf. Ist das Abwehrsystem jedoch geschwächt, besiedelt das Virus verschiedene Organsysteme und führt dort zu charakteristischen Symptomen. Eine Staupe-Erkrankung endet häufig tödlich.

Besonders junge Hunde, die ungeimpft sind oder ein geschwächtes Abwehrsystem haben, erkranken an Staupe.

Ansteckung

Das Virus wird ab dem 8. Tag nach der Tröpfchenübertragung mit allen Körperflüssigkeiten (Speichel, Urin usw.) ausgeschieden. Der Hund kann dann andere Tiere anstecken, obwohl er selber (noch) keine Symptome zeigt!

Symptome

Während der Vermehrungsphase des Virus in den Mandeln oder Lymphknoten kann es vereinzelt zu Fieber oder Abgeschlagenheit kommen. Dies wird jedoch selten vom Besitzer bemerkt. Anschließend besiedelt das Virus je nach Zustand des Abwehrsystems verschiedene Organe und führt dort zu den unterschiedlichsten Symptomen. Meist beginnt die Erkrankung mit Symptomen in den Atmungsorganen und dem Magen-Darm-Trakt. Es können aber alle Symptome auch gleichzeitig, nacheinander oder auch erst nach vielen Jahren auftreten!

Folgende Symptome werden besonders häufig beobachtet:

  • Magen-Darm-Trakt: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit
  • Atmungsorgane: eitriger Schnupfen, Husten, Lungenentzündung durch zusätzliche Infektion mit Bakterien
  • Nervensystem: gestörte Bewegungsabläufe („Staupeticks“), Lähmungen, Zittern, Schluckstörungen
  • Augen: eitrige Bindehautentzündungen, Lichtscheu, Erblindung
  • Zähne: Schädigungen des Zahnschmelzes, die sich in bräunlichen Veränderungen sichtbar machen und lebenslang bleiben, das so genannte „Staupegebiss“
  • Nase: übermäßige Verhornung, der Nasenspiegel wird hart
  • Pfoten: übermäßige Verhornung des Pfotenballens („hard pad disease“)

Am schwersten verläuft die Erkrankung bei jungen, ungeimpften oder nicht ausreichend geimpften Tieren, die zusätzlich noch Stress durch einen Transport oder Umgebungswechsel haben.

Diagnose

Da die Krankheitserscheinungen sehr unterschiedlich und vielfältig sind, kann anhand der Symptome und des Vorberichts (junger, ungeimpfter Hund) meist nur eine Verdachtsdiagnose geäußert werden. Das Virus kann dann in einem Abstrich der Augenbindehaut oder der Mandeln nachgewiesen werden. Auch eine Blutuntersuchung ist möglich.

Behandlung

Nach heutigem Entwicklungsstand gibt es wenig Möglichkeiten, die Staupe-Viren gezielt zu bekämpfen. Die Behandlung erfolgt daher lediglich symptomatisch, d.h. die durch das Virus ausgelösten Symptome, wie beispielsweise Schnupfen oder Durchfall, werden behandelt.

Folgende Maßnahmen können zur Anwendung kommen:

  • Flüssigkeitsersatz und Versorgung mit Nährstoffen durch Infusionen
  • Antibiotika verhindern, dass sich zusätzlich noch Bakterien durch das bereits geschwächte Abwehrsystem ansiedeln können
  • Magen-Darm wirksame Medikamente können Erbrechen und Durchfall behandeln
  • Bluttransfusionen können den starken Blutverlust durch den Darm ausgleichen. Stammt das Blut von einem geimpften oder genesenen Hund, können die vorhandenen Antikörper das Virus bekämpfen.
  • Interferone aktivieren das körpereigene Abwehrsystem und wirken hemmend auf die Virusvermehrung
  • Hygiene, Pflege und viel Zuwendung und Aufmerksamkeit

Prognose

Hunde mit eindeutigen Staupe-Symptomen, wie beispielsweise Infektionen des Magen-Darm-Traktes und der Atmungsorgane, haben kaum Chancen auf eine komplette Heilung.

Auch bei scheinbar genesenen Hunden kann jederzeit noch die oft tödliche nervöse Form der Staupe zum Ausbruch kommen. Diese führt häufig zu schweren und irreparablen Schäden des Nervensystems und kann eine Einschläferung notwendig machen.

Vorbeugung

Regelmäßige Impfungen bieten einen zuverlässigen Schutz vor einer Staupe-Erkrankung. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte empfiehlt die Impfung gegen Staupe ab der 8. Lebenswoche. Wiederholungen müssen in der 12. und 16. Lebenswoche sowie nach einem Jahr erfolgen. Ab dem 2. Lebensjahr sind weitere Wiederholungsimpfungen notwendig.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Impfungen.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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